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Reparaturanleitung für das Simson Zweirad SR 1
IndexVORWORTDas Moped ist in gemeinschaftlicher Arbeit unserer Ingenieure
und Werktätigen der volkseigenen Industrie entstanden. VEB Fahrzeug- und Gerätewerk INHALTSVERZEICHNIS
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1 Technische Datennächster Punkt ; Index
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2. Motornächster Punkt ; IndexMotor, Kupplung, Getriebe und Pedalantrieb sind in einem
Block vereinigt, wodurch ein geschlossenes Ganzes und ein formschöner
Aufbau erreicht wurde. |
Bild 1. Arbeitsweise des Zweitaktmotors
Bei der Aufwärtsbewegung des Kolbens entsteht im Kurbelgehäuse
ein Unterdruck, so daß nach Freigabe des Ansaugkanals durch die
Unterkante des Kolbens Luft angesaugt wird, die beim Durchgang durch den
Vergaser aus der Düse Kraftstoff mitreißt, wodurch ein Kraftstoff-Luftgemisch
in das Gehäuse einströmt. Geht der Kolben nun nach abwärts,
so wird durch die Kolbenunterkante der Ansaugkanal wieder geschlossen
und das im Gehäuse befindliche Gemisch vorverdichtet. Vor Erreichen
des unteren Totpunktes gibt der Kolben mit seiner Oberkante zwei tangential
einmündende Überströmkanäle, die mit dem Gehäuse
in Verbindung stehen, frei, wodurch das im Gehäuse befindliche vorverdichtete
Gemisch in den Zylinderraum einströmt. Die beiden Frischgasströme
streichen auf beiden Seiten der Zylinderwand etwa waagrecht an ihr entlang
und stoßen gegenüber dem Auspuffkanal zusammen. An der Zylinderwand
werden sie aufgerichtet, kehren im kugelförmig ausgebildeten Zylinderkopf
um und treiben die noch vom vorherigen Arbeitsgang im Zylinderraum befindlichen
Abgase in den Auspuffkanal. Der Kolben, der sich nun nach oben bewegt,
verdichtet das im Zylinder befindliche Gas-Luftgemisch. Kurz vor Erreichen
des oberen Totpunktes springt an der Zündkerze ein Funken über,
der das komprimierte Gemisch zur Entzündung bringt, so daß
bei der nun folgenden Abwärtsbewegung des Kolbens Arbeit geleistet
wird. Vor Erreichen des unteren Totpunktes gibt der Kolben mit seiner
Oberkante zuerst den Auslaßkanal und kurz danach auch wieder die
Überströmkanäle frei, so daß nach der ersten Entspannung
der verbrannten Gase die Restgase durch die aus dem Kurbelgehäuse
einströmenden Frischgase in den Auspuff gedrückt werden. Die
geschilderten Vorgänge spielen sich während einer Kurbelumdrehung,
also in 2 Takten ab. |
Bild 2. Ansicht des Motors mit abgenommenem Kupplungsdeckel
Bild 3. Teilansicht des Motors
Bei dem Getriebe handelt es sich um ein 2-Gang-Cetriebe
mit Leerlauf, die Zahnräder befinden sich dauernd im Eingriff, die
Schaltung erfolgt durch eine Kupplungsklaue, die über eine Schaltgabel
und einen Hebel mittels Bowdenzuges vom Lenker aus betätigt wird. |
2.1 Ausbau des Motors aus dem Fahrgestellnächster Punkt ; IndexSoll der Motor aus dem Fahrgestell ausgebaut werden, dann ist zunächst die Auspuffanlage abzunehmen. Überwurfmutter am Auspuffrohr und die Befestigungsschraube an der Schelle am Auspufftopf lösen. Darauf wird das Bremsgestänge am Bremshebel des Tretlagers nach Herausnahme des Splintes ausgehängt. Kettenschutz abnehmen. Benzinschlauch vom Vergaser abziehen und den Bowdenzug des Vergasers nach Abschrauben der Überwurfmutter aushängen. Vorsicht, daß die Düsennadel nicht verbogen wird. Nun müssen die Bowdenzüge der Kupplung und der Schaltung ausgehängt werden, dazu ist das Bodenblech des Motors, das mit 4 Schrauben befestigt ist, abzunehmen. Zum Abklemmen der Licht- und Unterbrecherleitung am Schwunglichtmagnetzünder wird der rechte Gehäusedeckel nach Lösen der 3 Befestigungsschrauben abgenommen. Antriebskette nach Herausnahme des Kettenschlosses herunternehmen. Jetzt werden die Befestigungsschrauben des Motors, die hintere und vorn die untere gelöst und der Motor nach Herausnahme dieser beiden Schrauben nach unten weggenommen. |
2.2 Demontage des Motorsnächster Punkt ; IndexIm folgenden soll nun eine genaue Anweisung zur Demontage
des Motors gegeben werden. Es ist natürlich möglich, Arbeiten
an der Kupplung und am Schwunglichtmagnetzünder auch ohne Ausbau
des Motors aus dem Fahrgestell vorzunehmen.
Der aus dem Fahrgestell ausgebaute und gereinigte Motor wird mit seiner Grundfläche auf eine ebene Unterlage (Werkbank) gestellt. |
2.21 Tretkurbeln und Vergaser abnehmennächster Punkt ; IndexNach Herausschrauben der Klemmschrauben der Tretkurbeln lassen sich diese leicht von der Kerbverzahnung abziehen, notfalls mit dem Gummihammer etwas nachhelfen. Nach Abnahme des Luftfilters wird der Vergaser nach Lösen der beiden Befestigungsmuttern abgenommen. Dichtungen und Isolierflansch vorsichtig herunternehmen. |
2.22 Getriebeöl ablassennächster Punkt ; IndexZum Ablassen des Getriebeöls werden die beiden Ablaßschrauben unter dem Getriebegehäuse und dem Kupplungsdeckel herausgeschraubt. |
2.23 Ausbau der Elektriknächster Punkt ; IndexDer Lichtmaschinendeckel wurde bereits beim Ausbau des Motors aus dem Fahrgestell abgenommen, so daß die Schwungscheibe des Lichtmagnetzünders jetzt zugängig ist. Zum Lösen der Befestigungsmutter muß die Schwungscheibe durch eine Haltevorrichtung festgehalten werden. Danach wird die Schwungscheibe mittels Abziehvorrichtung abgezogen. Nun werden die 3 Befestigungsschrauben der Grund- |
Bild 4. Abziehen der Schwungscheibe
platte herausgeschraubt, nachdem man sich vorher überzeugt hat, ob die Grundeinstellung markiert ist; wenn nicht, zeichnet man sich diese etwas an, um bei der Montage einen Anhalt zu haben. Die Grundplatte kann nun leicht aus der Zentrierung herausgenommen werden, wobei gleichzeitig der in einer Gummimuffe liegende Stromabnehmer aus dem Schlitz des Gehäuses herausgezogen wird. Die Grundplatte mit den Spulen wird zweckmäßig in die offene Schwungscheibe hineingeschoben, um sie vor Beschädigungen zu schützen und das Magnetfeld zu erhalten. Den Zylinderstift zur Arretierung des Kupplungshebels durch Neigung des Gehäuses herausfallen lassen, damit er bei der weiteren Demontage nicht verlorengeht. |
Bild 5. Rechte Motorseite, Lichtmaschinendeckel abgenommen
2.24 Kupplungsseite und Kupplung demontierennächster Punkt ; IndexZur Demontage der Kupplung legt man den Motor auf eine kleine offene Holzkiste mit der Kupplungsseite nach oben. Nach Herausschrauben der 3 Befestigungsschrauben wird der Kupplungsdeckel abgenommen. (Beachten, daß die 3 Befestigungsschrauben mit Metall-Asbestringen zur Abdichtung versehen sind.) Gehäuseabdichtung herunternehmen. Um die Kupplung auseinandernehmen zu können, werden zunächst die Haltestifte der Druckfedern einzeln herausgenommen, was durch Herunterdrücken der Federn durch Druck auf die Stütznippel mittels Montagewerkzeug oder notfalls auch mit einem schmalen Schraubenzieher leicht möglich ist. Federteller und die Kupplungslamellen herausnehmen. Kupplungsdruckstange aus der Welle herausziehen. Danach wird die Mitnehmerscheibe ausgebaut, dazu Sicherungsblech der Befestigungsmutter aufbiegen. Die Mitnehmerscheibe mittels Haltevorrichtung festhalten, die Vorrichtung muß dabei auf der Fläche aufliegen, um Beschädigungen der Mitnehmerbolzen zu vermeiden. Befestigungsmutter lösen und abschrauben. Die Mitnehmerscheibe mit 2 kleinen Schraubenziehern, die |
Bild 6. Demontage der Mitnehmerscheibe
man durch die Kupplungstrommel gegenüberliegend einführt,
herunterdrücken. |
2.25 Zylinder demontierennächster Punkt ; IndexDie 4 Befestigungsmuttern des Zylinderkopfes mit Steckschlüssel lösen und abnehmen. Federringe und Unterlegscheiben herunternehmen. Der Zylinderkopf wird jetzt heruntergezogen und danach der Zylinder. (Vorteilhaft läßt man den Zylinder noch im Gehäuse sitzen, um Beschädigungen am Kolben bei der weiteren Demontage zu vermeiden.) |
2.26 Gehäuse auseinandernehmen, Kurbelwelle, Getriebeteile und Pedalantrieb ausbauennächster Punkt ; IndexBefestigungsmutter des Abtriebkettenrades durch Rechtsdrehen lösen, Rad mittels Vorrichtung dabei festhalten. Kettenrad mit Abziehvorrichtung abziehen. Rückzugfeder des Kupplungshebels auf der Bodenseite aushängen. Die beiden Dichtkappen der Kurbelwelle und der Getriebeabtriebswelle abschrauben. Beilegescheibe der Kurbelwelle und eventuell vorhandene Ausgleichsscheiben herausnehmen. Jetzt sind sämtliche Gehäuse-Befestigungsschrauben zu lösen und herauszuschrauben. Der Bremskörper mit Bremshebel verbleibt zunächst in der rechten Gehäusehälfte und wird später demontiert. Sofern der Zylinder noch im Gehäuse belassen |
Bild 7. Ausbau der Pedalwelle
wurde (wie oben vorgeschlagen), so ist derselbe jetzt abzunehmen. Danach werden beide Gehäusehälften auseinandergezogen, wozu das Gehäuse auf die Grundfläche aufgestellt wird. Durch leichte Schläge mit dem Gummihammer auf die linke Planfläche der Tretlagerwelle lassen sich beide Gehäusehälften trennen. Kurbelwelle und Getriebewelle sowie das Freilaufkettenrad in der linken Gehäusehälfte festhalten. Nach Abnahme der rechten Gehäusehälfte lassen sich nun die Kurbelwelle und die Getriebeteile leicht herausnehmen. (Beachten, daß zwischen dem Freilaufkettenrad und der linken Gehäusehälfte eine Anlaufscheibe liegt.) Kolben vom Pleuel abnehmen, nachdem zuvor die Drahtsprengringe herausgenommen und der im Kolben schwimmend gelagerte Kolbenbolzen herausgedrückt wurde. |
2.27 Reinigung und Prüfung der Einzelteilenächster Punkt ; IndexAlle Teile werden jetzt sorgfältig gereinigt und auf Verschleiß, Anrisse oder sonstige Schäden hin geprüft. Besonders sorgfältig sind Kolben und Zylinder zu reinigen, die Ölkohle aus den Kanälen ist zu entfernen. Kolbenringe prüfen, dieselben müssen spielfrei in den Nuten sitzen, auch ist die Ölkohle in den Kolbenringnuten zu entfernen. Ist ein merklicher Verschleiß im Zylinder und am Kolben festzustellen, dann den Zylinder in einer Zylinderschleiferei ausschleifen und einen neuen Kolben einpassen lassen. Pleuellager prüfen. Die Pleuelstange darf sich seitlich auf den Kurbelzapfen verschieben aber nicht stark verecken lassen. Getrieberäder, Schaltklauen und die Freilaufteile auf Verschleiß prüfen. Kugellager prüfen. Ist eine Erneuerung der Kugellager notwendig, dann die Kugellagersitze im Gehäuse mit einer Lötflamme von außen anwärmen und danach die Lager herausdrücken. Niemals die Lager aus dem kalten Gehäuse herausschlagen. Besonders zu prüfen sind die Radialdichtringe auf Verschleiß und Spannung, da die Leistung eines 2-Takt-Motors im wesentlichen von der Dichtheit des Gehäuses abhängt. Kupplungsteile auf Verschleiß prüfen, Bremskörper, Schalt- und Kupplungswelle zwecks Prüfung und eventueller Erneuerung der Gummidichtringe ausbauen. |
2.3 Montage des Motorsnächster Punkt ; IndexReihenfolge der Montage:
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2.31 Kugellager in Gehäuse einbringennächster Punkt ; IndexSämtliche Kugellager des Motors haben Festsitz im Gehäuse und einen Edelhaftsitz auf den Wellen, so daß also die Lager in die Gehäusehälften montiert werden müssen. In den Lagerbohrungen der linken Gehäusehälfte sitzen Sprengringe, die die seitliche Begrenzung der Kugellager vornehmen und von denen aus der Gesamtaufbau des Motors und des Getriebes erfolgt. Es ist also auf guten Sitz dieser Ringe, die zuerst montiert werden, besonders zu achten. Zur Montage der Kugellager muß man beide Gehäusehälften, die komplette Kurbelwelle und die Getriebeabtriebswelle mit montiertem Kettenrad für den Pedalantrieb und dem Zahnrad für den I. Gang bereitliegen haben. Außerdem sind jetzt zur Einstellung des erforderlichen seitlichen Spiels der Kurbelwelle und Getriebeabtriebswelle von je 0,2...0,3 mm 2 Hilfsscheiben dieser Dicke für die genannten beiden Wellen notwendig. Nun die linke Gehäusehälfte auf einer Kochplatte auf etwa 80° C erwärmen und die beiden einzubringenden Kugellager in die Bohrungen einsetzen, bis sie auf den Sprengringen aufliegen. Jetzt sofort die rechte Gehäusehälfte in der gleichen Art erwärmen und inzwischen die Kurbelwelle und die Getriebeabtriebswelle in die Lager der linken Gehäusehälfte einführen und die beiden Hilfsscheiben von 0,2...0,3 mm auf beide nach oben stehende Zapfen auflegen. Die inzwischen erwärmte rechte Gehäusehälfte auf die linke Hälfte auflegen, mit 2...3 Schrauben heften und die bereitliegenden Kugellager bis zum Anschlag einbringen. Nach einigen Minuten haben sich die Gehäusehälften wieder abgekühlt, so daß die Kugellager den erforderlichen Festsitz erhalten haben und an |
Bild 8. Getriebeabtriebswelle mit Kettenrad für Pedalantrieb und dem Zahnrad für den I.Gang
der richtigen Stelle sitzen. Die Gehäusehälften werden wieder auseinandergezogen, die Hilfsscheiben entfernt und die Kurbel- und Getriebeabtriebswelle nochmals herausgenommen. |
2.32 Kurbelwelle, Getriebe und Pedalantrieb montierennächster Punkt ; IndexAn alle sich bewegenden Teile und an die Lager gibt man bei der Montage einige Tropfen Motorenöl. Zuerst Schaltwelle montieren, Dichtung muß gut sitzen und die Welle muß sich leicht bewegen lassen. Rückzugfeder der Schaltwelle einhängen. Dann Kupplungswelle einführen und auch hierbei auf guten Sitz des Dichtungsringes achten. Jetzt wird der Radialdichtring der linken Kurbelseite in das Gehäuse eingedrückt, nachdem man zuvor die Ölleitscheibe eingelegt hat. In die linke Gehäusehälfte jetzt die Kurbelwelle und die Getriebehauptwelle einführen. Das Schaltrad vom I. Gang in das Ge- |
Bild 9. Montage der Getriebeabtriebswelle
häuse auf die Buchse auflegen, und den Schalthebel
und die Schaltklaue an die richtige Stelle einschwenken und die Getriebeabtriebswelle
durch die Schaltklaue und das Zahnrad vom I. Gang in die Buchse einführen. |
Bild 10. Linke Gehäusehälfte mit eingebauten Getriebeteilen
In die rechte Gehäusehälfte wird der Bremskörper eingebaut. Die Befestigungsmutter nur so weit anziehen, daß der Dichtring zwar gut abdichtet, die Welle sich aber noch leicht drehen läßt. In dieser Stellung Mutter durch Umbiegen des Sicherungsbleches sichern. Dann auf die Pedalwelle den Rollenkäfig mit Schleppfeder, die Federenden nach der rechten Seite, aufschieben und die 3 Rollen für den Bremskörper einlegen. Rollen zur besseren Montage leicht fetten. Pedalwelle mit Rollenkäfig und Schleppfeder waagerecht in Bremskörper einführen und gleichzeitig die Federenden etwas zusammendrücken und in die dazu vorgesehene Gehäusebohrung einführen. Jetzt die 3 anderen Rollen, ebenfalls etwas gefettet, einlegen und darauf achten, daß die Rollen soweit wie möglich in der Mitte der Kurve (an der schwächsten Stelle) liegen. |
2.33 Motorengehäuse zusammenbauennächster Punkt ; IndexDichtfläche einer Gehäuseseite leicht mit Dichtmasse (Curil) bestreichen. Beide Gehäusehälften werden jetzt auf der Grundfläche gegeneinander aufgestellt, dann wird die Pedalwelle in die Bohrung des Führungsdornes eingeführt und die Gehäusehälften lassen sich nun mühelos zusammendrücken. Jetzt werden die Gehäusehälften zusammengeschraubt, Schrauben gleichmäßig und fest anziehen. Rückzugfeder des Kupplungshebels auf der Bodenseite einhängen. Die Distanz zwischen den Kugellagern und den Gehäuseplanflächen für die Dichtkappen ist durch Ausgleichsscheiben auszugleichen, wobei zu beachten ist, daß die Beilegescheibe der Kurbelwelle oben liegt. Die beiden Dichtkappen mit den Radialdichtringen unter Verwendung neuer Dichtungen anschrauben. Prüfen, ob sich die eingebauten Wellen leicht drehen und das vorgeschriebene seitliche Spiel vorhanden ist. Abtriebskettenrad auf Getriebewelle befestigen. Auf guten Sitz der Scheibenfeder achten. Zur Sicherung der Mutter dient eine federnde Scheibe. |
2.34 Kolben und Zylinder montierennächster Punkt ; IndexBevor der Kolben montiert wird, ist die Auswinkelung zu prüfen. Dazu den Kolbenbolzen in die Pleuelbuchse einführen und 2 unbedingt gleiche, geschliffene Parallelstücke von rechteckigem Querschnitt auf das Gehäuse links und rechts vom Pleuelauge auflegen und durch Drehen an der Kurbelwelle den Kolbenbolzen leicht an die Parallelstücke anlegen. Liegt der Kolbenbolzen nicht gleichmäßig an, dann Pleuel entsprechend nachrichten. Jetzt wird der Kolben montiert. Pfeil auf dem Kolbenboden nach vorn. Kolbenbolzen, der schwimmend im Kolben gelagert ist, von Hand eindrücken und mit neuen Drahtsprengringen sichern. Stoßspiel der Kolbenringe prüfen, dieses soll 0,15 mm betragen. Kolbenringe aufziehen |
Bild 11. Stoßspiel der Kolbenringe prüfen
und prüfen, daß sich die Ringe im Kolben ganz zusammendrücken lassen und gut an den Sicherungsstiften sitzen. Kolben und Ringe mit Motorenöl einölen und Zylinder aufsetzen. Neue Zylinderfußdichtung verwenden. Zylinderkopf aufsetzen und die Befestigungsmuttern gleichmäßig über Kreuz anziehen. |
2.35 Zusammenbau der Kupplungsseitenächster Punkt ; IndexAnlaufscheibe und Laufbuchse auf Kupplungswelle aufbringen
und Kupplungszahnrad aufschieben. Mitnehmerscheibe auf Keilprofil befestigen.
Zum Anziehen der Befestigungsmutter Mitnehmerscheibe mit Haltevorrichtung
festhalten. Sicherungsblech an Mutter anlegen. Kupplungsscheiben einlegen,
abwechselnd äußere-innere Lamelle, mit äußerer Lamelle
beginnen. Kupplungsdruckstange in Kupplungswelle einführen. Federteller
auflegen, Federkappen einlegen und Druckfedern mit Stütznippel montieren.
Haltestifte nach Herunterdrücken der Federn einschieben. |
2.36 Einbau der Elektriknächster Punkt ; IndexDie gesamte Elektrik und die Montage ist unter Abschnitt 3 genau beschrieben. Es sei hier nur erwähnt, daß zum Anziehen der Befestigungsmutter der Schwungscheibe die bereits bei der Demontage beschriebene Haltevorrichtung wieder zu verwenden ist. Die Sicherung der Mutter erfolgt durch eine federnde Scheibe. Zylinderstift zur Arretierung des Kupplungshebels einsetzen, dabei Kupplungshebel etwas bewegen. |
2.37 Getriebeöl auffüllennächster Punkt ; IndexDie Ölablaßschrauben des Getriebes und des Kupplungsgehäuses einschrauben und anziehen. Dann 0,5 Liter Motorenöl gemäß Schmiervorschrift an der dafür vorgesehenen Öleinfüllschraube einfüllen. |
2.38 Vergaser und Tretkurbeln anbauennächster Punkt ; IndexDer Vergaser ist unter Abschnitt 4 genau
beschrieben. Es ist zweckmäßig, denselben vor dem Anbau zu
demontieren und gründlich zu reinigen. Ebenso ist der Luftfilter
auszuwaschen und neu einzuölen. Dann befestigt man zuerst den Vergaser
am Gehäuse unter Zwischenschaltung des Isolierflansches mit je einer
Dichtung. Darauf wird der Luftfilter aufgeschoben und die Klemmschraube
angezogen. 3 Elektriknächster Punkt ; IndexZur elektrischen Anlage des Fahrzeuges gehören der
Scheinwerfer mit Zündlichtschalter, Abblendschalter und Rückleuchte. Der Schwunglichtmagnetzünder (Bild 12) vereinigt sich in den Magnetzünder, der den zur Entzündung des Gas-Luftgemisches erforderlichen Zündfunken liefert, sowie einen Wechselstromerzeuger, welcher den für die Beleuchtung benötigten Strom abgibt. Beide arbeiten unabhängig voneinander. |
Bild 12. Schwunglichtmagnetzünder
Der Schwunglichtmagnetzünder besteht aus 2 Hauptteilen (Bild 13), der Schwungscheibe und der Grundplatte. In die Schwungscheibe, direkt auf der Kurbelwelle sitzend, sind 6 Magnete aus oxydkeramischem Werkstoff mit den dazugehörigen Polschuhen nach einem neuen Verfahren einvulkanisiert. Auf die eingenietete Nabe ist die Nockenkurve geschliffen. |
Bild 13. Schwungscheibe und Grundplatte des Schwunglichtmagnetzünders
Die Grundplatte, mittels 3 Schrauben am Motorgehäuse befestigt (Bild 14), trägt die Zündspule 1 mit Primär- und Sekundärwicklung, den Kondensator 2, Unterbrecher 3, den Filzwischer für die Nockenschmierung 4 sowie die beiden parallelgeschalteten Lichtspulen 5 und 6, welche an den Anschlußbolzen 51 angeschlossen sind. Die Klemme 2 ist mit mit dem Primärstromkreis der Zündspule verbunden. Die Hochspannungsausführung der Zündspule ist mit einem Schnappstecker versehen, der in den Stromabnehmer 7 eingesteckt wird. |
Bild 14. Grundplatte des Schwunglichtmagnetzünders
3.1 Wirkungsweisenächster Punkt ; IndexDurch Drehung der Schwungscheibe wird in der Primärwicklung
der Zündspule ein Strom erzeugt, der im Zündzeitpunkt durch
das Öffnen des Unterbrecherhebels unterbrochen wird. Dadurch wird
in der Sekundärwicklung ein Hochspannungsstromstoß erzeugt,
der über den Stromabnehmer und das Zündkabel der Zündkerze
zugeleitet wird, dort zwischen den Elektroden als Funke überspringt
und das Gemisch entzündet. Der eingebaute Kondensator löscht
den sich zwischen den Unterbrecherkontakten bildenden Öffnungsfunken.
Mittels des Zündlichtschalters wird in Stellung rechts der Primärstrom
kurzgeschlossen und damit der Magnetzünder ausgeschaltet. Bleibt
der Motor in Schaltstellung rechts nicht stehen (z. B. bei Glühzündungen),
so darf auf keinen Fall das Zündkabel von der Kerze abgenommen werden,
da dies zur sofortigen Zerstörung der Zündspule führen
kann, sondern der Motor ist durch erhöhte Brennstoffzufuhr (Vollgasgeben)
zum Stehen zu bringen (der Zündlichtschalter ist dabei auf Schaltstellung
rechts stehenzulassen, Benzinhahn ist zu schließen).
Mitte Fahrt bei Tag: Zündung eingeschaltet; Licht aus. links Fahrt bei Nacht: Zündung eingeschaltet; Licht eingeschaltet. Das Abblenden des Hauptlichtes erfolgt durch den Abblendschalter am Lenker. |
3.2 Einbau des Schwunglichtmagnetzündersnächster Punkt ; IndexDen ersten Einbau nimmt der Motorenhersteller vor. Ihm
stehen besondere Einbauvorschriften zur Verfügung. Wird jedoch aus
irgendeinem Grund (Instandsetzung oder Überholung) die Grundplatte
vom Motorgehäuse abgenommen, so muß man beim Wiederaufsetzen
darauf achten, daß der Unterbrecherhebel und Schmierfilz nicht beschädigt
werden. Die Befestigungsschrauben der Grundplatte werden zunächst
nur leicht angezogen, und es ist zu berücksichtigen, daß die
Grundplatte in der Zentrierung sitzt.
Die durch Einbauvorschrift festgelegten Maße müssen beim Ersteinbau genauestens eingehalten werden, wenn die Gewähr für einwandfreie Arbeitsweise bestehen soll. |
3.3 Wartung3.31 Der Unterbrechernächster Punkt ; IndexUm ein einwandfreies Arbeiten des Magnetzünders zu
gewährleisten, ist der Zustand des Unterbrechers (Bild 15)
von Wichtigkeit. Alle 2000 km ist der Abstand zwischen den Unterbrecherkontakten
zu prüfen. Er soll - wenn das Anlaufklötzchen des Unterbrecherhebels
(1) auf dem höchsten Punkt des Nockens steht - 0,4 mm betragen (mittels
Fühllehre feststellen). An dem Unterbrecherkontakt bilden sich im
Laufe des Betriebes Abbrandstellen und kleine Erhöhungen und Vertiefungen.
Diese Erscheinungen stören den Betrieb in der Regel nicht. Sollten
jedoch Zündstörungen durch stärker verschmorten Kontakt
auftreten, so muß man diesen ausbauen und mit einem Ölstein
abziehen (keine Feile und kein Schmirgelpapier verwenden). Kontakt nach
dem Abziehen sorgfältig in Benzin reinigen, damit keine Fett- und
Ölreste an ihm haften. Aus diesem Grunde dürfen die Kontakte
auch nicht mit verschmutzten Fingern berührt werden. |
3.32 Einstellen des Zündpunktesnächster Punkt ; IndexDie Schwungscheibe muß zum Einstellen des Zündpunktes mit dem Abzieher abgenommen werden. Hierzu wird die Mutter gelöst und abgenommen, der Abzieher in das Innengewinde der Schwungscheibennabe eingeschraubt und die Schwungscheibe durch Einschrauben der Abzugsschraube abgezogen (Haltevorrichtung für Schwungscheibe verwenden). |
Bild 15. Unterbrecher
Die Befestigungsschrauben der Grundplatte werden gelöst.
Der Kontaktabstand am Unterbrecher muß auf 0,4 mm, wie oben beschrieben,
eingestellt sein. |
3.33 Prüfen der Zündanlagenächster Punkt ; IndexZündkabel von der Kerze bzw. Kerzenstecker vom Zündkabel abnehmen. Das Drahtende ~ 4...5 mm von der Motormasse entfernt halten und den Motor durchdrehen. Springt ein Funke über, dann Kerze nachsehen, evtl. reinigen oder auswechseln. Springt kein Funke über, Unterbrecher nachsehen (Kontaktabstand prüfen, Kontakte mit Benzin reinigen). Springt jetzt ein Funke an der Kerze über, der Motor aber nicht an, so ist der Fehler am Motor zu suchen. |
3.4 Lichtanlagenächster Punkt ; IndexStörungen an der Lichtanlage (kein Licht, schlechtes
Licht, Durchbrennen der Lampen) können, falls nicht ein Kabel beschädigt
oder abgerissen ist, nur auftreten, wenn falsche Glühlampen eingesetzt
worden sind. Beim Erneuern der Glühlampen unbedingt darauf achten,
daß sie die richtigen Werte (Spannung, Leistung) haben. |
3.5 Schaltschemanächster Punkt ; Index(Bild 16, siehe Seite 38) |
Bild 16. Schaltschema
4 VergaserIndexDer Vergaser vorn Typ NKJ (Bild 17 und
18) ist ein Nadeldüsen-Kolbenvergaser mit seitlich
angeordneter Hauptdüse ohne besondere Leerlaufanordnung. Um eine
gewisse Lageunempfindlichkeit im Betrieb zu erreichen, ist dieser Vergaser
mit einem zum Schwimmergehäuse zentral angeordneten Nadeldüsensystem
in Verbindung mit einem Ring-Schwimmer versehen. |
Bild 17. Querschnitt des Vergasers
Bild 18. Längsschnitt des Vergaser
während die Nadeldüse (5) mit der dazugehörigen
Düsennadel (11) die Kraftstoffzufuhr im Teillastbereich von 1/4 bis
3/4 Kolbenschieberöffnung reguliert. Die mit fünf Einkerbungen
versehene Düsennadel (11) ist mittels eines Nadelhalters (9) am Kolbenschieber
(8) befestigt und bewegt sich bei Betätigung des Kolbenschiebers
(8) durch den Bowdenzug (12) mit diesem in axialer Richtung. Der Kolbenschieber
(8) ist mit einer Feder (19) versehen.
durch den Gasdrehgriff ist Vollgas zu geben, gut tupfen, Gasdrehgriff bis auf 1/2 oder 1/4 schließen, Maschine anlassen, nach Warmlauf die Starteinrichtung des Luftfilters öffnen.
Das Schwimmergehäuse wird durch eine Bohrung (15) belüftet,
die unterhalb der Gasschieberanschlagschraube (7) angebracht ist. Die
Belüftungsbohrung ist derart gelegt worden, daß sie höher
als die Antrittsöffnung der Nadeldüse liegt, so daß beim
Tupfen der Kraftstoff vorerst aus der Nadeldüse austritt, wodurch
ein zum Starten geeignetes angereichertes Gemisch hergestellt wird. Um
eine einwandfreie Funktion des Vergasers zu gewährleisten, ist besonders
darauf zu achten, daß die Belüftungsbohrung nicht verschmutzt. |
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