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Betriebsanleitung für das Simson Zweirad SR 1
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Nachdem Sie nun im Besitze eines Simson-Mopeds sind, wird Ihnen daran liegen, dieses leistungsfähige Fahrzeug auch sachgemäß zu behandeln. Auf den folgenden Seiten ist alles Wissenswerte über das Fahren, die Pflege und die Behebung von Störungen zusammengestellt. Wir sind überzeugt, daß Sie diese Ausführungen nicht nur lesen, sondern die gegebenen Richtlinien auch befolgen, um stets über ein zuverlässiges Moped zu verfügen. Wir wünschen Ihnen nach dem Studium der nächsten Seiten eine glückliche Fahrt! VEB FAHRZEUG- UND GERÄTEWERK
Inhaltsverzeichnis
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1 Technische Datenzum nächsten Punkt ; Index
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2 Bedienungsanleitung2.1 Bedienungsorganezum nächsten Punkt ; Index |
Bild 1
2.2 Schieben bzw. radfahren bei stehendem Motorzum nächsten Punkt ; IndexSchaltdrehgriff (1, Bild 3) am Lenker links bleibt in Leerlaufstellung; Marke am Griffstück zeigt auf 0. Kupplungshebel (2, Bild 3) wird nicht angezogen. Das Fahrzeug kann in diesem Zustand wie ein Fahrrad gefahren werden. Der Luftdruck in den Reifen verändert sich und ist regelmäßig
nachzuprüfen. Die Lebensdauer von Decke und Schlauch und auch die
Fahrbequemlichkeit und Straßenlage, also die Sicherheit des Fahrers,
sind davon abhängig. Der richtige Reifenluftdruck beträgt:
2.3 Tankenzum nächsten Punkt ; IndexÖffnen des Kraftstoffbehälters durch Linksdrehung des Tankverschlusses (7, Bild 3). Wenn weiteres Drehen nicht mehr möglich ist, Tankverschluß nach oben abnehmen. Der Motor kann mit jedem handelsüblichen Kraftstoff betrieben werden, der sauber und wasserfrei sein muß. Niemals darf reiner Kraftstoff allein zugefüllt werden, sondern immer mit Öl gemischt im Verhältnis 25 : 1. Das gleiche Mischungsverhältnis gilt auch für das Einfahren. Auf 4 Liter Benzin 160 ccm Öl, auf 3 l also 120 ccm; auf 2 l demnach 80 ccm und auf 1 l 40 ccm. Vor dem Einfüllen in den Kraftstoffbehälter in einer peinlich sauberen Mischkanne gut mischen und durch ein Tuch filtern. Der Kraftstoffhahn am tiefsten Punkt des Kraftstoffbehälters soll,
außer im Betrieb, stets geschlossen gehalten werden. |
Bild 2. Kraftstoffhahn
| Hahn offen - Griff in Schlauchrichtung (Bild 2a) Hahn zu - Griff nach rückwärts oben (Bild 2b) Hahn auf Reserve - Griff nach vorwärts unten (Bild 2c) 2.4 Inbetriebnahme des Mopedszum nächsten Punkt ; Index
2.4.1 Anfahrenzum nächsten Punkt ; Index
Im Winter muß Starterklappe etwas länger geschlossen bleiben als bei normaler Temperatur. Ist der Motor bereist gelaufen, also noch warm, so darf beim Starten der Tupfer nicht betätigt und die Starterklappe nicht geschlossen werden. |
Bild 3. Draufsicht auf Scheinwerfer, Lenker mit Bedienungsorganen und Kraftstoffbehälter
2.4.2 Schaltenzum nächsten Punkt ; Index
2.4.3 Zurückschaltenzum nächsten Punkt ; IndexMerkt man, daß die Fahrgeschwindigkeit, z. B. an einer Steigung, stark absinkt (unter 15 km/h) oder muß man in dichtem Verkehr langsam fahren, so schaltet man auf den 1. Gang zurück.
2.4.4 Geschwindigkeit verringernzum nächsten Punkt ; Index
Auch bei plötzlichen Hindernissen, bei denen man mit beiden Bremsen scharf bremsen muß, sollen die Räder nicht zum Blockieren kommen, weil die Bremswirkung eines blockierten Rades schlecht ist und zum Schleudern des Mopeds Anlaß gibt. 2.4.5 Anhaltenzum nächsten Punkt ; Index
2.4.6 Wiederanfahrenzum nächsten Punkt ; Index
2.4.7 Motor abstellenzum nächsten Punkt ; Index
2.4.8 Bergabfahrenzum nächsten Punkt ; IndexAuf längeren, sehr steilen Gefällen wirkt der ohne Gas mitlaufende motor als Bremse. Der Kraftstoffhahn darf dabei nicht abgestellt werden! Ist die Strecke übersichtlich und nicht zu steil, kann man das Getriebe auf Leerlauf schalten und fast geräuschlos bergab rollen. Die kräftigen Bremsen bringen das Moped auch aus hoher Geschwindigkeit zuverlässig schnell zum Stehen. Den Motor lassen Sie am besten im Leerlauf weiterlaufen. Damit das Wiedereinschalten des Ganges am Ende des Gefälles keine Schwierigkeiten macht, geben Sie beim Schalten gas, so daß sich die Drehzahlen von Motor und Getriebe einander anpassen können. Lassen Sie sich aber nicht dazu verleiten, das Gas voll aufzudrehen und bergab schneller fahren, als Sie dieselbe Steigung hinauffahren würden; denn Sie verringern dadurch die Lebensdauer des Motors. 2.5 Einfahrenzum nächsten Punkt ; IndexEtwa 500 km brauchen die neuen Teile des Motors zum Einlaufen. Fahren Sie in dieser ersten Zeit nicht mit Vollgas. Schalten Sie an Steigungen auf den kleineren Gang, wenn Sie merken, daß der Motor nicht mehr munter zieht. Sie brauchen keineswegs ängstlich zu sein, sondern können sofort bis zu einer Geschwindigkeit von 12 km/h im 1. Gang und 30 km/h im 2. Gang fahren. 2.6 Benzinsparendes Fahrenzum nächsten Punkt ; IndexWenn die gewünschte Fahrgeschwindigkeit erreicht ist, Gasdrehgriff nicht in seiner Stellung stehen lassen, sondern vorsichtig und so lange zurückdrehen, bis der Motor das Fahrzeug gerade noch auf der erreichten Geschwindigkeit hält. Der Motor muß dabei noch gleichmäßig laufen. Dadurch Schonung des Motors und sparsamer Kraftstoffverbrauch. 2.7 Beleuchtungzum nächsten Punkt ; IndexDer Zündlichtschalter am Scheinwerfer (5, bild 3) hat 3 Schaltstellungen:
Der Abblendschalter ist am Lenker links angebracht und wird mit dem Daumen bedient. Die mit dem Rückstrahler kombinierte Schlußleuchte am Hinterradschutzblech wird gleichzeitig (entsprechend StVZO) mit dem Schalter der Beleuchtung betätigt. Bei Erneuerung der Glühlampen darauf achten, daß nur die vorgeschriebenen Glühlampen verwendet werden. 2.8 Sicherung gegen unbefugtes Benutzenzum nächsten Punkt ; IndexAm Gepäckträger befindet sich in einer besonderen Aufnahme
ein Sicherungsschloß. Es werden 2 Schlüssel mitgeliefert. Zur
Sicherung des Fahrzeugs wird das Schloß mittels Schlüssel entriegelt,
aus der Aufnahme gezogen und in die Sicherungsaufnahme am Rahmen eingeführt
und verriegelt. Das Schloß verhindert durch sein Eintreten zwischen
die Speichen des Hinterrads unbefugtes Benutzen. |
Bild 4. Der Sattel
2.9 Schwingsattel (Bild 4)zum nächsten Punkt ; IndexAngenehmes Fahren wird durch Abfederung des Vorder- und des Hinterrads erreicht und außerdem durch den Schwingsattel mit verstellbarem Gummielement. Er ist je nach Fahrergewicht und Größe einstellbar. Für leichte Fahrer kann das Gummielement nach vorn verstellt werden. Die Arretierung wird durch das Lösen der Feststellschraube (1, Bild 4) beseitigt. Entsprechend der Größe des Fahrers ist der Sattel in der Höhe verstellbar (2, Bild 4). Es ist zu beachten, daß die Klemmschrauben gut festgezogen werden, um eine Veränderung der Sattelstellung während der Fahrt zu verhindern. 2.10 KippständerDieser ermöglicht das freie Abstellen des Mopeds. Im Fahrbetrieb wird der Ständer in hochgeklappter Stellung durch eine Feder festgehalten. Beim Belasten des Fahrzeugs Kippständer stets hochklappen, nicht auf Kippständer antreten! 2.11 Lenkerverstellungzum nächsten Punkt ; IndexDer Lenker kann nach Lösen der Sechskantschraube und Überwurfmutter in gewissen Grenzen wie beim Fahrradlenker in der Höhe verstellt werden (8 und 10, Bild 3). Von Oberkante Überwurfmutter bis Oberkante Lenker soll eine Entfernung von 140 mm nicht überschritten werden. 3 Pflegeanleitungzum nächsten Punkt ; IndexWenn Sie sich an das vorher über das Fahren Gesagte halten, so haben Sie dem Motor schon viel Gutes getan; denn eine sachgemäße Behandlung erhöht seine Betriebsbereitschaft und seine Lebensdauer. Außerdem müssen Sie aber noch auf die regelmäßige Pflege Ihres Mopeds bedacht sein. Bei einiger handwerklichen Gewandtheit können Sie die meisten Pflegearbeiten selbst durchführen (siehe Pflegeschema). Andernfalls, und in den besonders bezeichneten Fällen ist es notwendig, die Hilfe einer Vertragswerkstatt in Anspruch zu nehmen (siehe Sonderdruck Kundendienstbeilage 'Wer hilft mir?'). Um das Aussehen ihres Mopeds zu erhalten, beachten Sie folgende Hinweise:
3.1 Pflegeschemazum nächsten Punkt ; Index
3.2 Schmierplanzum nächsten Punkt ; IndexDas Abschmieren der Preßschmierstellen muß mit Öl (Tankstelle,
Werkstatt) erfolgen. |
Bild 5. Schmierplan
3.3 Seilzüge und Tachoantriebswelle ölenzum nächsten Punkt ; IndexDie Seilzüge zum Vergaser, zur Kupplung, zum Schalthebel und zur Bremse sowie die Tachoantriebswelle müssen von Zeit zu Zeit geölt werden, damit sich die Seile und die Biegsame Welle leicht in ihren Hüllen bewegen. Dünnflüssiges Öl, z.B. mit Benzin verdünntes Motorenöl, läßt man mittels einer Spritzkanne in den Spalt zwischen Seil bzw. Tachowelle und Hülle einfließen, bis es am unteren Hüllenende austritt. Zu diesem Zweck müssen die Seile an den Handgriffen ausgehängt, bzw. die Tachowelle vom Tacho gelöst werden. Es ist bei der Montage auf richtige Einstellung der Seilzüge zu achten. (Siehe unter 3.5, 3.6 und 3.8). 3.4 Kraftstoffilter im Kraftstoffhahn reinigenzum nächsten Punkt ; IndexVerunreinigungen und Wassertropfen, die im Kraftstoff enthalten sind, setzen sich im Filter des Kraftstoffhahns (Bild 6) ab. Reinigen des öfteren erforderlich. Arbeitsvorgang: 3.5 Kupplungsspiel prüfen und nachstellenzum nächsten Punkt ; IndexDie Kupplung muß vollständig ein- und auskuppeln, darf also
nicht rutschen, weil dadurch die Kupplungslamellen verbrennen können.
Bei richtiger Einstellung muß der Handkupplungshebel in eingekuppeltem
Zustand etwa 1 cm toten Gang (Spiel) am Hebelende aufweisen, bzw. der,
von vorn gesehen, aus dem Motorgehäuse rechts herausgeführte
Bowdenzug muß ein Spiel von 2 bis 4 mm aufweisen. Bei zu großem
Spiel löst die Kupplung nicht voll aus, wenn das Spiel fehlt, neigt
sie zum Rutschen (Bilder 7 und 8). |
Bild 6.
Bild 7.
Bild 8.
| Arbeitsvorgang: Ist es nicht mehr möglich, durch die Stellschraube allein richtige Kupplungsfunktion zu erhalten, dann öffnet man den runden Deckel an der linken Seite des Gehäuses (Bild 8). Die innere Kupplungsstellschraube mit Gegenmutter wird zugänglich. Gegenmutter lösen und innere Stellschraube verstellen; linksdrehen ergibt Vergrößerung, rechtsdrehen Verkleinerung des Kupplungsspiels. 3.6 Ölstand im Getriebe nachprüfen und wechseln (Bild 8)zum nächsten Punkt ; IndexDen runden Deckel an der linken Seite des Motorgehäuses abnehmen. Bei richtigem Ölstand soll bei auf den Rädern stehendem Moped das Getriebeöl bis zur Unterkante der Öffnung stehen. Nachfüllung erfolgt durch die Einfüllöffnung (1, Bild 8) an der Gehäuseoberseite. Beim Ölwechsel die zwei Ölablaßschrauben an der Gehäuseunterseite (2 und 3, Bild 8) entfernen, so daß die Ölfüllung abfließt. Nach dem Wiedereinschrauben beider Ablaßschrauben ist durch die obere Einfüllöffnung etwa 1/2 Liter Spülöl einzufüllen. Dann sol der Motor im Leerlauf im Stand etwa 2 Minuten laufen. Danach sind beide Ablaßschrauben wieder zu lösen und das mit dem Getriebeölresten vermischte Spülöl abzulassen. Nach dem Wiedereinschrauben der Ablaßschrauben ist Motoren-Sommeröl einzufüllen, bis der Ölstand die Unterkante der Öffnung für den runden Verschlußdeckel im Kupplungsdeckel erreicht. Danach Verschlußdeckel schließen, und Ablaßschrauben gut festziehen. 3.7 Bremsen prüfen und nachstellenzum nächsten Punkt ; IndexVorderradbremse: Die Notwendigkeit einer Bremsnachstellung ist äußerlich an dem immer größer werdenden Spiel (toter Gang) am Handbremshebel zu erkennen. Normal sollen am Handbremshebelende 1 bis 2 cm Spiel vorhanden sein. Die Nachstellung muß also stets so erfolgen, daß die Bremsbacken nach Erreichen dieses Maßes fühlbar angreifen. Arbeitsgang (Bild 9): |
Bild 9. Rechte Lenkerseite mit Gasdrehgriff und Handbremshebel.
| Stellschraube festhalten. Hinterradbremse: Eine Nachstellung des Bremsgestänges an der Hinterradnabe ist erforderlich, wenn der Bremshebel zu weit nach vorn gezogen werden muß, ehe die Bremsbacken fühlbar angreifen. Dies kann eintreten, wenn die Kette nachgespannt wurde oder der Bremsbelag abgenutzt ist. Arbeitsvorgang (Bild 11): 3.8 Schaltung prüfen und einstellenzum nächsten Punkt ; IndexDamit der Kupplungshebel am Schaltdrehgriff richtig einrastet und dabei die Gänge ordnungsgemäß geschaltet werden, muß der Seilzug vom Schaltdrehgriff zum Getriebe vorschriftsmäßig eingestellt sein. Arbeitsvorgang (Bild 7): 3.9 Kettenspannung prüfen, Kette reinigen und ölenzum nächsten Punkt ; IndexDie Lebensdauer der Kette wird durch Einwirkung von Staub und Schmutz beeinträchtigt. Durchhang in der Mitte etwa 10 bis 12 mm. Arbeitsvorgang (Bild 11): Darauf achten, daß das Rad in der Mitte der Gabel steht. Das Ölen der Kette erfolgt mit der Ölkanne (Getriebeöl). Das Hinterrad wird gedreht und man läßt Öl auf die Kette tropfen. Zum gründlichen Reinigen und Ölen Kettenschutz abnehmen (Bilder 11 und 12). Kettenschloß lösen und Kette abnehmen. Kette etwa 1 Stunde in Benzin- oder Petroleumbad einlegen, abbürsten, spülen und abreiben. Kettenglieder einzeln im Bad abknicken, um Schmutz aus den Gelenken herauszubringen. In erwärmtes, dickflüssiges Motorenöl oder besser Spezialkettenfett tauchen, abtropfen lassen und leicht abreiben. Einbau in umgekehrter Reihenfolge. |
Bild 10 und 10a. Vorderradlagerung und -bremse.
3.10 Nachstellen der Lenkungs- und Radlagerzum nächsten Punkt ; IndexDie Lenkungs- und Radlager sind mit nachstellbaren Kugellagern ausgestattet. Sie sind sorgfältig abgedichtet, so daß weder Schmiermittel verloren gehen kann, noch Schmutz oder Nässe von außen eindringen können. Eine lange Lebensdauer ist dadurch gewährleistet. Nur bei einer Generalüberholung des Fahrzeugs werden Räder und Lenkung ausgebaut und zerlegt. Alle Teile werden in Benzin saubergewaschen und mit neuem Heißlagerfett, gegebenenfalls auch mit neuen Dichtungen, wieder montiert. Die Naben sind richtig eingestellt, wenn bei ausgebautem Rad ein eben
noch fühlbares seitliches Spiel der Achse |
Bild 11. Hinterradlagerung und -bremse.
Bild 12. Befestigung des Kettenschutzes.
| wahrzunehmen ist. Bei eingebautem Rad und fest angezogenen Achsmuttern muß dieses Seitenspiel verschwunden sein, die Felge muß aber seitlich immer noch eben fühlbares Spiel haben. Verschwindet dies Spiel beim Anziehen der Achsmuttern vollständig, so ist zu prüfen, ob die Gabelenden noch plan und parallel sind. 3.10.1 Nachstellen der Lenkungslagerzum nächsten Punkt ; IndexSollte sich nach längerem Betrieb ein zu großes Spiel am Lenkungslager bemerkbar machen, so ist Nachstellung erforderlich. Arbeitsvorgang (Bild 3): Es ist darauf zu achten, daß die Gabel sich noch leicht dreht, wobei zu berücksichtigen ist, daß sich beim Anziehen der Gegenmutter das Lagerspiel wieder etwas verringert. Überwurfmutter wieder festziehen. Leichten Gang der Lenkung prüfen. Evtl. nach nochmaliger Lösung der Gegenmutter nachregulieren. 3.10.2 Vorderradausbau und Einstellung des Lagerszum nächsten Punkt ; IndexArbeitsvorgang (Bilder 10 und 10a): Zum Einstellen des eben merkbaren Spiels der Lagerung der Nabe wird das
Tachoantriebsgehäuse abgenommen, flache Sicherungsmutter gelöst,
Es ist zu berücksichtigen, daß sich das Lagerspiel etwas verringert, wenn die Sicherungs- und Achsmuttern wieder fest angezogen werden. Also vor Wiederzusammenbau erst prüfen. 3.10.3 Hinterradausbau und Einstellen des Lagerszum nächsten Punkt ; IndexArbeitsvorgang (Bild 11): 3.10.4 Das Spuren der Räderzum nächsten Punkt ; IndexDas Spuren der Räder kann mit Hilfe einer geraden Latte oder Schnur erfolgen. Zuerst ist das Vorderrad genau gerade zu stellen, dann wird an eine Seite der laufdecke die Latte oder Schnur angelegt, welche natürlich bis über den Hinterradreifen reichen muß. Das Hinterrad ist so einzurichten, daß beide Reifenkanten genau so an der Latte oder Richtschnur anliegen, wie die des Vorderrads. Am besten von 2 Mann auszuführen. 3.11 Auspuffanlage reinigenzum nächsten Punkt ; IndexLeistung und Verbrauch eines Zweitaktmotors hängen in hohem Maße
vom Staudruck in der Auspuffanlage ab. Wenn die Motorleistung nachläßt,
ist eine Reinigung der Auspuffanlage unbedingt erforderlich. |
Bild 13. Der Schalldämpfer.
| Arbeitsvorgang: Reinigung des Auspuffschlitzes: Reinigung des Auspuffrohrs: Reinigung des Schalldämpfereinsatzes (Bild 13): 3.12 Elektrodenabstand der Zündkerze prüfenzum nächsten Punkt ; IndexAls Folge hoher Beanspruchung zeigt die Kerze nach einer gewissen Betriebszeit Alterserscheinungen, die sich als Elektrodenabbrand, Verbrennungsrückstände am Isolator usw. bemerkbar machen. Das Betriebsverhalten des Motors, vor allem sein Anspringen wird dann ungünstig beeinflußt. Die Kerze muß von Zeit zu Zeit überprüft, gereinigt und der Elektrodenabstand nachgestellt werden. Arbeitsvorgang (Bild 14): |
Bild 14. Prüfen der Zündkerze.
| Zum Überprüfen schraubt man die Kerze nach scharfer Fahrt aus dem noch warmen Motor heraus und betrachtet das Kerzeninnere (Kerzengesicht). Die richtige Kerze zeigt bei richtig eingestelltem Vergaser einen bräunlichen Isolatorkörper, dunkelgraues Kerzengehäuse und trockenen schwarzen Rußbelag auf der Stirnfläche des Kerzengehäuses. Ist die Kerze zu kalt geblieben (Wärmewert zu hoch), so ist das Kerzeninnere verrußt und verölt. Dies ist jedoch auch bei richtig gewählter Kerze möglich, wenn zu kleiner Elektrodenabstand, zu fett eingestellter Leerlauf oder andere Ursachen für hohe Rückstandsbildung sorgen. Eine überhitzte Kerze zeigt einen weißgebrannten Isolierkörper und weißgebrannte Elektrodenspitzen, manchmal auch kleine Schmelzperlen (Wärmewert zu niedrig). Dieses Kerzengesicht kann bei richtigem Wärmewert auch als Folge falscher Luft oder zu armen Gemisches auftreten. Eine behelfsmäßige Kontrolle der Kerze auf Funktion kann in der in Bild 14 dargestellten Weise erfolgen. Bei herausgeschraubter Kerze wird das Zündkabel aufgesteckt, der Kerzenkörper an den Motor angelegt und mit dem Pedal der Motor durchgedreht (Moped auf Kippständer gestellt). Zwischen den Elektroden muß ein kräftiger Zündfunke überspringen. Springt kein Funke über, so ist der Kontaktabstand am Unterbrecher zu prüfen. (Siehe 3.15). Bleibt der Motor bei nach links geschaltetem Zündlichtschalter nicht stehen, so hat er Glühzündungen. Dann darf auf keinen Fall das Zündkabel von der Kerze abgenommen werden, da dies zur sofortigen Zerstörung der Zündspule führen kann, sondern der Motor ist durch erhöhte Brennstoffzufuhr (Vollgas geben) zum Stehen zu bringen (Zündlichtschalter dabei auf Schaltstellung links stehen lassen). 3.13 Luftfilter reinigenzum nächsten Punkt ; IndexEin sauberes Luftfilter wirkt sich nicht nur günstig auf die Leistungsfähigkeit und den geringen Kraftstoffverbrauch aus, sondern es erhöht auch die Lebensdauer des Motors. Arbeitsvorgang (Bild 15): In sand- und staubreicher Gegend ist das Luftfilter häufiger zu reinigen. Ohne Luftfilter darf der Motor nie in Betrieb genommen werden. 3.14 Vergaserzum nächsten Punkt ; IndexDie Stellung des Drosselschiebers im Vergaser wird durch den Gasdrehgriff an der rechten Lenkerseite reguliert. Durch Drehen von vorn nach hinten wird mehr Gas gegeben. Am Drehgriff ist eine geschlitzte Stellschraube angebracht; mit ihr kann die Leichtgängigkeit des Drehgriffes den Wünschen des Fahrers angepaßt werden. Rechtsdrehen ergibt schwereren, Linksdrehen leichteren Gang des Griffes. 3.14.1 Nachstellen des Gasbowdenzugszum nächsten Punkt ; IndexDie Notwendigkeit einer Nachstellung des Gasbowdenzugs ist äußerlich an den immer größer werdenden Spiel am Gasdrehgriff zu erkennen. Das Spiel soll etwa 2 mm an der Bowdenzughülle betragen. Die Nachstellung erfolgt an der Stellschraube am Bowdenzug. Arbeitsvorgang (Bild 9): |
Bild 15. Vergaser und Luftfilter.
3.14.2 Einstellen der Leerlaufdrehzahl (Bild 15)zum nächsten Punkt ; IndexMit der Gasschieberanschlagschraube (3), die durch eine Feder (4) gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist, kann der Leerlauf eingestellt werden. Beim Hineinschrauben der Anschlagschraube erhöht sich, beim Herausschrauben verringert sich die Leerlaufdrehzahl. 3.14.3 Vergasereinstellungzum nächsten Punkt ; IndexDie Vergasereinstellung wurde durch ausgedehnte Versuche festgelegt, und es ist zu empfehlen, keine Veränderungen an dieser Einstellung vorzunehmen. Sollte infolge besonderer klimatischer oder betrieblicher Bedingungen
eine Veränderung der Einstellung erforderlich sein, so kann diese
für den Teillastbereich durch Höher- oder Tieferhängen
der Düsennadel im Nadelhalter sowie für die Spitzenleistung
durch Änderung der Hauptdüse vorgenommen werden. Ein Höherhängen
der Düsennadel im Nadelhalter bedeutet ein fetteres Gemisch und höheren
Kraftstoffverbrauch. Tieferhängen dagegen ein mageres Gemisch, also
geringeren Kraftstoffverbrauch, aber auch eine größere Erhitzung
des Motors. |
Bild 16. Vergaser, zerlegt.
3.14.4 Reinigen des Vergasers (Bild 16)zum nächsten Punkt ; IndexUm den Vergaser stets einsatzbereit zu halten, ist es zu empfehlen, diesen von Zeit zu Zeit gründlich zu reinigen. Die Reinigung der Hauptdüse kann erfolgen, ohne daß der Vergaser demontiert wird. Zu diesem Zweck wird die Düsenhalteschraube (1) mit dem Sechskantschlüssel von 11 mm Schlüsselweite herausgeschraubt. Düsen dürfen nur durch Ausblasen oder mit einer Bürstenborste und niemals mit festen Gegenständen (Nadeln, Draht usw.) gesäubert werden. Soll der gesamte Vergaser gereinigt werden, wird zunächst der Schiebergehäusedeckel (2) gelöst und mit diesem der Kolbenschieber (3) mit Düsennadel (4) aus dem Vergasergehäuse gezogen. Danach werden die Befestigungsmuttern am Flansch gelöst, und der Vergaser kann vom Motor abgenommen werden. Zur Reinigung des Schwimmergehäuses (5) wird zunächst die Verschlußschraube (6) entfernt. Danach wird die Befestigungsschraube (7) herausgeschraubt und das Schwimmergehäuse kann vom Vergaser abgenommen werden. Um den richtigen Anbau des Schwimmergehäuses zu gewährleisten, ist im Schwimmergehäuse ein Arretierstift (8) eingesetzt, der in eine Aussparung in der Mischkammer eingreift. Außerdem ist bei der Montage des Schwimmergehäuses darauf zu achten, daß der Schwimmer mit seinem Hebel in der Schwimmeraufhängung eingehängt ist. Bei auftretenden Schwierigkeiten steht der Kundendienst des VEB Berliner Vergaser-Fabrik jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Wir empfehlen, diese Reinigung in unseren Vertragswerkstätten (siehe Kundendienstbeilage) durchführen zu lassen. 3.15 Abstand der Unterbrecherkontakte und Zündeinstellung prüfenWir schlagen Ihnen vor, diese Arbeiten in einer Vertragswerkstatt ausführen zu lassen.Sollten Sie jedoch diese Arbeiten selbst ausführen, finden Sie in der gesondert herausgegebenen Reparaturanleitung genaue Hinweise über die Durchführung dieser Arbeiten. 4 Motorstörungen und ihre Behebung4.1 Der Motor springt nicht anzum nächsten Punkt ; Index
4.2 Der Motor arbeitet unregelmäßig oder bleibt des öfteren stehenzum nächsten Punkt ; Index
4.3 Der Motor arbeitet im 4-Takt (läßt Zündungen aus)zum nächsten Punkt ; Index
4.4 Der Motor zieht nicht oder läßt in der Leistung nachzum nächsten Punkt ; Index
4.5 Zu hoher Kraftstoffverbrauchzum nächsten Punkt ; Index
4.6 Der Motor knallt oder patscht in den Vergaserzum nächsten Punkt ; Index
4.7 Der Motor wird zu heißzum nächsten Punkt ; Index
4.8 Der Motor übertourt sich (dreht durch)zum nächsten Punkt ; Index
4.9 Geräuschezum nächsten Punkt ; Index
5 WerkzeugeIndexIm Werkzeugkasten sind die für die Unterhaltung und Pflege erforderlichen
Werkzeuge untergebracht. |
Bild 17.
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