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Betriebsanleitung und Ersatzteiliste Vergaser TYP NKJ 102 und 122



 


Gerätebeschreibung für Vergaser Typ NKJ 102 und 122

Die Vergaser vom Typ NKJ sind Nadeldüsen-Kolbenvergaser mit seitlich angeordneter Hauptdüse zur Verwendung hauptsächlich für Mopeds sowie an Klein- und Kleinstmotoren. Ziel der Entwicklung war es, einen anspruchlosen Kleinstvergaser zu schaffen, der allen praktischen Anforderungen genügt. Aus diesem Grund wurde, um Komplikationen zu vermeiden, auf eine besondere Leerlaufanordnung verzichtet. Um eine gewisse Lageunempfindlichkeit im Betrieb zu erreichen, ist dieser Vergaser mit einem zum Schwimmergehäuse zentral angeordneten Nadeldüsensystemin Verbindng mit einem Ringschwimmer versehen.

Der Vergaser ist stets mit einem geeigneten Luftfilter mit Starteinrichtung zu verwenden.

Der Vergaser wird durch einen Flansch am Ansaugrohr des Motors befestigt. Zwischen diesem und dem dem Vergaserflansch ist eine ca. 1 mm starke Dichtung zu legen.

Der Kraftstoff wird dem Vergaser aus dem Tank über eine kraftstoffesten Schlauch und den Schlauchnippel (1) zugeführt. Durch den Schwimmer (2) in Verbindung mit der Schwimmernadel (3) wird der Kraftstoff im Vergaser auf einem konstanten Niveau gehalten.

Das Schwimmergehäuse (16) wird an der Mischkammer durch die zentrale Befestigungsschraube (17) befestigt. Vom Schwimmergehäuse wird der Kraftstoff durch die Hauptdüse (4) und die Nadeldüse (5) dem Luftstrom im Ansaugkanal zugeführt.

Die Hauptdüse ist in die Düsenhalteschraube (18) eingesetzt und seitlich im Schwimmergehäuse angeordnet. Nach Herausschrauben der Düsenhalteschrauben aus dem Schwimmergehäuse ist die Hauptdüse (4) gut zugänglich.

Die Hauptdüse (4) begrenzt die Kraftstoffzufuhr bei Vollast, d. h. sie wirkt von 3/4 geöffnetem Kolbenschieber bis Vollast, während die Nadeldüse (5) mit der dazugehörigen Teillastnadel (11) die Kraftstoffzufuhr im Teillastbereich von 1/4 bis 3/4 Kolbenschieberöffnung reguliert.

Die mit fünf Einkerbungen versehenen Teillastnadel (11) ist mittels eines Nadelhalters (9) am Kolbenschieber (8) befestigt und bewegt sich bei Betätigung des Kolbenschiebers (8) durch den Bowdenzug (12) mit diesem in axialer Richtung. Der Kolbenschieber (8) ist mit einer Feder (19) versehen.

Beim Einbau des Bowdenzuges ist darauf zu achten, daß ca. 2 mm Spiel zwischen Bowdenzug und Kappe vorhanden sind, um beim Einschlagen des Lenkers die Drehzahl des Motors nicht zu verändern.

Zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl ist der Vergaser mit einer Gasschieberanschlagsschraube (7) ausgerüstet wurden, welche mit einer Feder (13) gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert wird. Der Schraubenkopf ist zwecks besserer Griffigkeit mit Rändelung versehen.

Beim Hinneinschrauben des Gasschieberanschlagschraube erhöht sich, beim Herausschrauben verringert sich die Leerlaufdrehzal.

Eine Bowdenzugstellschraube wurde für diesen Vergaser nicht vorgesehen, da dieser meist in Verbindung mit Wickelgasgriffen Verwendung findet, bei denen schon eine Einstellmöglichkeit des Bowdenzugens besteht.

Um ein besseres Anspringen des Motors zu gewährleisten, gestattet ein Tupfer (14) das Überfluten des Vergasers. Hierbei ist folgendermaßen zu verfahren:

Die am Luftfilter angebrachte Starteinrichtung ist zu schließen, durch den Wickelgasgriff ist Vollgas zugeben,

gut tupfen,

Gasdrehgriff bis aus 1/2 oder 1/4 schließen,

Maschine anlasen,

nach Warmlaufen die Starteinrichtung des Luftfilters wieder öffnen.

Das Schwimmergehäuse wird durch zwei Flächen am Tupfer belüftet. Beim Tupfen kann das Krafstoffniveau bis zur Oberkante der Tupferführung steigen, so daß der Krafstoff zuerstaus der Nadeldüse austritt, wodurch ein zum Starten geeignetes angeriechertes Gemisch hergestellt wird.

Die Größe der Hauptdüse (4), Nadeldüse (5) und des Kolbenschieberausschnittes (18) sowie die Stellung der Teillastnadel (11) wurde vom Vergaserwerk in Verbindung mit den Fahrzeug- und Motorenwerken auf Grund ausgedehnter Versuche festgelegt, und es ist daher zu empfehlen, keine Veränderungen an diesen Einstellungen vorzunehmen.

Sollte zufolge besonderer klimatischer oder betrieblicher Bedingungen eine Veränderung der Einstellung erforderlich sein, so kann diese für den Teillastbereich durch Höher- oder Tiferhängen der Teilastnadel im Nadelhalter sowie für Spitzenleistung dürch Änderung der Hauptdüse vorgenommen werden. Ein Höherhängen der Teillastnadel im Nadelhalter bedeutet ein fetteres, Tieferhängen dagegen ein magereres Gemisch. Normal befindet sie die Teillastnadel in der Nadelstellung 3. Unter Nadelstellung 3 versteht man ein Einhängen der Teillastnadel in die dritte Kerbe vom oberen Ende der Teillastnadel aus gesehen.

Um den Vergaser stets einsatzbereit zu halten, ist zu empfehlen, diesen von Zeit zu Zeit gründlich zu reinigen. Die Reinigung der Hauptdüse kann erfolgen, ohne das der Vergaser demontiert wird. Zu diesem Zwecke wird die Düsenhalteschraube (18) mit einem Mutterschlüssel herausgeschraubt.

Düsen dürfen nur durch Ausblasen und niemals mit festen Gegenständen (Nadeln, Draht usw.) gesäubert werden.

Soll der gesamte Vergaser gereinigt werden, wird zunächst der Schiebergehäusedeckel (21) gelöst und mit diesem der Kolbenschieber (8) mit der Teillastnadel (11) aus dem Vergasergehäuse gezogen. Danach werden die Befestigungsmuttern am Flansch gelöst, und der Vergaser kann vom Motor abgenommen werden.

Zur Reinigung des Schwimmergehäuses wird zunächst die Verschlußschraube (10) entfernt. Danach wird die Befestigungsschraube (17) herausgeschraubt und das Schwimmergehäuse kann vom Vergaser agenommen werden.

Um den richtigen Anbau des Schwimmergehäuse zu gewährleisten,

ist im Schwimmergehäuse ein Arretierstift (20) eingesetzt, der in eine Aussparung in der Mischkammer eingreift. Außerdem ist bei der Montage des Schwimmergehäuses darauf zu achten, daß der Schwimmer mit seiner Achse in den Schlitz der Mischkammer eingehängt ist.

Um Verstopfungen der feinen Düsenbohrungen und ein Überlaufen des Vergasers zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein einwandfreies Filter bzw. einen Filterhahn mit feinmaschigem Sieb zu verwenden.

Bei auftretenden Fragen steht der Kundendienst des VEB Berliner Vergaser-Fabrik jederzeit mit Auskunft zur Verfügung.

Ersatzteilliste für Vergaser Typ NKJ 102 und 122

Bei Bestellung Typ und Gerät-Nr. angeben.

Abb.
Nr.
Bennung
Bestell - Nr.
NKJ 102-1 NKJ 122-1, -3, -4 NKJ 122-2
1 Schiebergehäusedeckel 2217 2217 2217
2 Druckfeder 2216 2216 2216
3 Nadelhalter 2215 2215 2215
4 Teillastnadel 2214 2214 2214
5 Kolbenschieber (-) 2213 (-) 2213 (-) 2213
6 Schwimmernadelventil 2275 2275 2275
8 Dichtring 0112 0112 0112
9 Vergasergehäuse 2295 2295 2295
10 Schwimmer, vollst. 2278 2278 2278
11 Tupfer 2280 2280 2280
12 Druckfeder 0074 0074 0074
13 Sicherungsscheibe 2,3DIN6799* 2,3DIN6799* 2,3DIN6799*
14 Druckfeder 0012 0012 0012
15 Leerlaufbegrenzungsschraube 2242 2242 2242
16 Dichtring 2244 2244 2244
17 Nadeldüse (-)2243 (-)2243 (-)2243
18 Schwimmergehäuse 2277 2277 2282
19 Dichtring 0033 0033 0033
20 Hohlschraube 2247 2247 2247
21 Dichtring 0098 0098 0098
22 Verschlußschraube 2248 2248 2248
23 Düsenhalteschraube 2245 2245 2245
24 Hauptdüse (-) 1091 (-) 1091 (-) 1091
25 Dichtring 0100 0100 0100
- Nippel 2049 2049 2049
         

(-) Veränderliche Größen; bei Bestellung Größe angeben.
(*) Die mit Stern versehenen Positionen sind Normteile und daher handelsüblich durch die DHZ zu beziehen.

Reparaturen, Einstellungen und technische Beratungen führen ferner die Vergastereinstelldienste der Kraftfahrzeugtechnischen Anstalt in folgenden Orten durch:

 
Tel-Nr.
Dresden A 27, Bergstraße 41
41 355
Leipzig O 5, Bautzmannstraße 2
62 896
Karl-Marx-Stadt, Augustusburger Straße 234
50580
Plauen, Tiergarten 27 J
1 058
Bautzen, Kurt-Pschalek-Straße
2 122
Halle, Hegelstraße 74
29 369
Magdeburg, Bakestraße 16
30 226/27
Gotha, Bebelstraße 1
2 103
Suhl, Gothaer Straße 155
3 119
Potsdam, Behlertstraße 12
3 989
Cottbus, Drebkauer Straße 148
1 960
Frankfurt/Oder, August-Bebel-Straße 54
2 885
Schwerin, Stalinstraße 290/92
2 024
Gera, Helene-Fleischer-Straße 8  
Rostock, Schweriner Straße 65  

 

Ersatzteilbeschaffung

Sämtliche Ersatzteile für die Vergaser können nur über die Vertragswerkstätten der Fahrzeugwerke von Motorrädern oder die Einzelhandelsfachgeschäfte bezogen werden.

Es ist zwecklos Bestellungen an den VEB Berliner Vergaser-Fabrik zu richten, da dieser gesetzlich verpflichtet ist, seine gesamte Ersatzteilproduktion an die Deutsche Handelszentrale, Maschinen- und Fahrzeugbau, zu liefern. Die DHZ nimmt die Verteilung der Ersatzteile an die Vertragswerkstätten und an die Fachgeschäfte vor.

Garantiereparaturen werden durch den VEB BVF und den Vertragsdienst der Kraftfahrzeugtechnischen Anstalt (KTA) durchgeführt.

Achtung!

Vor Einbau der von BVF gelieferten Aggregate sämtliche Verschraubungen nachziehen.

IV-20-8 157 90 000 1425-Bf. 739/56


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