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Service Gebrauchtkauf MZ ETZ 125/150
Artikel aus "Motorrad", Heft 17/1992
Service Gebrauchtkauf MZ ETZ 125/150
MYTHOS MZ
Zweirad-Ikonen müssen nicht immer aus Milwaukee oder Mandello del Lario
kommen. Die kleine große Freiheit stammt aus Zschopau. Und die eingeschworene
MZ-Fangemeinde weiß, was sie an der Sachsen-Harley hat.
Von Klaus Herder
Der Besser-Wessi hat das Bild genau vor Augen: Die Mauer fällt, die DM
ist zum Greifen nah, Massen von motorradfahrenden Ossis schmeißen ihren
"Einheitstyp Zschopau" in die Ecke und schwingen sich beseelt lächelnd
auf fernöstliche Produkte.
Da hat sich der Besser-Wessi aber ganz gewaltig getäuscht. Die ostdeutschen
Motorradfahrer fahren doch tatsächlich weiterhin MZ. Ganz freiwillig, häufig
als Zweitmaschine und meist sehr zufrieden. Doch MZ ist nicht gleich MZ. Wer
alle Zeitakter aus Zschopau in einen großen Topf wirft, verkennt, dass
es auch im Programm der sächsischen Zweiradschmiede echte Sahneschnitten
gibt - die "kleine" MZ ETZ 125/150 ist ein solcher Leckerbissen.
Das Mitte 1984 vorgestellte Modell ist gegenüber dem aus den siebziger
Jahren stammenden Vorgängertyp TS 125/150 eine echte Neuentwicklung. Erinnerte
die TS-Reihe noch sehr an DKW-Muster, so wurde mit den ETZ-Modellen auch in
der DDR die Motorrad-Neuzeit eingeläutet. Scheibenbremse, Zwölf-Volt-Elektrik
und Fünfganggetriebe waren endlich auch für die kleine MZ verfügbar.
Der Rahmen aus geschweißten Rechteckprofilen entsprach prinzipiell dem
der ETZ 250. Das Hinterrad verlor im Durchmesseer, gewann dafür in der
Breite und erlaubte nunmehr die Montage eines 3.25-16-Reifens. Sehr viel interessanter
als die Rahmen-Bedingungen waren aber die Änderungen am Motor. Die MZ-Techniker
hatten bei der Entwicklung nicht nur auf die bekannten Tugenden wie "Einfachheit
und Robustheit" geachtet, sondern erstmals auch in Richtung "Drehfreudigkeit
und Komfort" gearbeitet.
Der kleine MZ-Motor bot gegenüber der Viertelliter-Schwester das weitaus
modernere Konzept: Die Kupplung mußte nicht mit Kurbelwellendrehzahl rotieren,
sondern saß getrennt auf der von einer Duplexkette angetribenen Getriebkette.
Größere Hubzapfen und kleinere Hubscheibendurchmesser erhöhen
die Standfestigkeit und Drehfreudigkeit, und den früheren Kolben-Kipp-Geräuschen
begegnete man mit um fünf Millimetern längeren Kolben. Kurz gesagt:
Die kleine MZ drehte leichter und höher als ihre Schwester und hörte
sich dabei noch besser an.
Die 10,2 PS leistende 125er unterschied sich nur in der geringeren Bohrung von
der 150er. Bis Juli 1992 wurde die 125er 15817 Mal gebaut, spielte aber nur
als Exportversion für Frankreich und England eine größere Rolle.
In der DDR und der Bundesrepublik wurde fast ausnahmslos die 150er verkauft.
Gebaut wurden genau 27814 Stück. Die unterschiedliche Form der Überströmkanäle
sorgte für 12,2 PS oder in der "leistungsgesteigerten Version"
14,3 PS. Um die Vielfalt komplett zu machen, gab es eine versicherungsgerechte
Zehn-PS-Exportversion der 150er, deren Drosselung über einen verengten
Ansaugstutzen erfolgte.
In der DDR wurde die ETZ zum Verkaufshit. Die Führerscheinbestimmungen
- Sechszehnjährige durften bereits 150er fahren - und mangelnder Wettbewerb
sorgten für anhaltenden Erfolg. In der Bundesrepublik sah das etwas anders
aus: In der ohnehin nicht sehr beliebten Zehn-PS-Klasse mußte sich die
MZ mit Vespa-Rollern und Honda CM 185 herumschlagen. Nur die Tatsache, dass
Ex-MZ-Importeur Gericke die Maschine für zuletzt 1680 Mark verramschte,
sorgte für einen recht bescheidenen Erfolg im Westen. Die Brüder und
Schwestern im Osten mußten fast immer mehr als das Doppelte bezahlen.
Dafür hatten sie dann die Auswahl zwischen "Standart" und "Deluxe"
und durften je nach Verfügbarkeit fleißig kombinieren: Trommelbremse
vorn oder Drehzahlmesser, H4-Licht oder elektronische Zündung, "Deluxe"
leistungsgesteigert oder "Standart" mit Scheibenbremse - die möglichen
Variationen gingen gegen unendlich.
Allen gemeinsam sind die typischen Schwachstellen. In den zahlreichen Leserzuschriften
wird immer wieder betont, dass die MZ ihre Piloten nie richtig im Stich gelassen
hat, aber zum Ärgern und Schrauben gibt es doch so manches: Die Gabeldichtringe
sind bereits nach kurzer durchlässig, verbesserte Ausführungen schaffen
etwas Linderung. Nicht ganz dicht sind auch die meisten anderen mit Flüssigkeiten
in Verbindung kommenden Baugruppen: Vergaser, Abtriebs- und Kickstarterwelle
und sogar Bremszylinder und Bremssattel lecken häufig.
Die fettgefüllten Kettenschläuche lassen ebenfalls gern Schmiermittel
entweichen. Kerzenstecker und der unter dem rechten Seitendeckel sitzende Sicherungskasten
sind extrem nässeempfindlich und zu Wackelkontakten immer gern bereit.
Der Gummi-Mitnehmer des Hinterrads löst sich häufig frühzeitig
auf, und genauso gern bricht auch die Schalthebelfeder. Dass die Dämpfung
der Instrumente nach spätestens 10 000 Kilometern hinüber ist, gilt
als normal. Motorhaltebleche und Auspuffhalterungen reißen vibrationsbedingt
ein.
Kritisch wird es, wenn das Schwimmernadelventil hängt und das Gemisch abmagert.
Kolbenklemmer sind fast immer die Folge. Das Kickstarter-Segment hat nach rund
20 000 Kilometern Zahnausfall, und der Primärtrieb ist spätestens
nach der gleichen Kilometerleistung so weit gelängt, dass für zirca
200 Mark Austausch fällig ist. Teurer wird es, wenn die miserablen Kurbelwellenlager
gewechselt werden müssen. Wer Pech hat, darf bereits nach wenigen tausend
Kilometern für (West-) Ersatz sorgen. Zwischen 300 und 600 Mark kostet
die Komplettüberholung. Die Qulitätsschwankungen bei MZ waren extrem
groß. Lediglich bei Lackierung und Rostschutz wurde konsequent gleichschlechte
Arbeit geleistet.
Der unbedarfte Leser bricht nach dieser Aufzählung zusammen. Doch es folgt
das große "Aber": An der MZ gibt es viel zu basteln, aber zum
einen treten die Schäden nie geballt auf, und zum anderen kann jeder auch
nur mit minimalen technischen Verständniss versehene Motorradfahrer sämtliche
Schäden mit Bordmitteln einfach und meist sehr preiswert beseitigen. Der
einfache Aufbau der MZ stellt auch weniger geübte Bastler vor keine Schwierigkeiten.
Das Standartwerk "Wie helfe ich mir selbst" (Neuber, Müller;
Technik Verlag Berlin, rund 30 Mark) erklärt alles, aber auch wirklich
alles. Fast alle Leser berichten von den mehr oder weniger umfangreichen Schrauber-Aktionen,
aber das Urteil "robust und insgesamt zuverlässig" findet sich
ebenfalls in allen Zuschriften.
Wenn gerade mal nicht repariert werden muss, baut der MZ-Fahrer am liebsten
um oder verbessert die Maschine. Da werden reihenweise die Gabelfedern der ETZ
250 verbaut. Eine straffere Federung ist die Folge. Wer es hinten etwas omfortabler
mag, montiert die Federelemente der ES-Baureihe. Seitengepäckträger
und Seitenständer sind Standartzubehör. Die "MZ-Kanzel"
(Verkleidung) ist nicht sehr paßgenau und muss nachgearbeitet werden,
bietet aber guten Wind- und Wetterschutz. Die Pneumant-Koffer werden unterschiedlich
beurteilt: mal dicht und stabil, mal undicht und wackelig. Die Umrüstung
von 16er auf 15er Ritzel und auf den Niederquerschnittsreifen der ETZ 251 wird
gern vorgenommen, ist ohne Eintragung aber nicht ganz legal. Mit den Pneumant-Reifen
sind fast alle Leser zufrieden. Zwischen 6000 und 15 000 Kilometern hält
der hintere Reifen. Vorn hält er ewig und wird nur aus Altersschwäche
(porös) gewechselt. Das Haftvermögen der DDR-Pneus ist dank weicher
Gummimischung gegenüber früheren Zeiten um Welten besser und lässt
lediglich bei nasser Strasse noch etwas zu wünschen übrig. Michelin
und Conti verschleißen deutlich früher und bieten nur im Regen Vorteile.
Extrem bastelwütige MZ-Eigner rüsten die kontaktlose Zündung
auf Unterbrecherkontakte zurück ("Kann man im Pannenfall besser reparieren"),
verbauen Kegelrollenlager im Lenkkopf und polieren die Ein- und Auslasskanäle.
Zwingend notwendig sind solche Maßnahmen nicht, denn gerade die Elektronikzündung
erweißt sich als sehr standfest, die Maschine ist auch im Originalzustand
sehr handlich und fahrstabil, und gerade die Durchzugskraft und das Leistungsvermögen
des kleinen Motors werden immer wieder gelobt.
Fast einhellig wird die 12,2 PS-Version der ETZ 150 gegenüber der stärkeren
Ausführung als bessere Wahl bezeichnet. Das nutzbare Drehzahlband ist deutlich
größer und der Verbrauch geringer. Die Unterschiede in der Beschleunigung
und Höchstgeschwindigkeit sind minimal.
Die Gebrauchtpreise für die ETZ 125/150 schwanken gewaltig. Das reicht
dann von 100 Mark für angegammelte Exemplare der ersten Baujahre bis deutlich
über 1000 Mark für liebevoll gepflegte und verbesserte Maschinen.
Doch auch das ist immer noch ziemlich wenig, und so sind viele ETZ-Besitzer
fürs erste nicht bereit, das liebevolle Stück zu verkaufen.
Preiwerter als mit der MZ kann man nicht Motorrad fahren, und auch wenn längst
eine japanische Machine in der Garage steht, bleiben viele der MZ treu. Sie
ist das ideale Anfänger-, Zweit- und Wintermotorrad. So ganz nebenbei hat
die kleine MZ dafür gesorgt, dass viele Besitzer eine zutiefst persönliche
Beziehung zu ihr haben. Einer Harley oder Guzzi steht sie damit in keinster
Weise nach - "Mythos MZ" eben.
Lesererfahrungen:
Meine 150er
kaufte ich gebraucht für 350 Mark. Mit weiteren Kosten von 350 Mark für
Neuteile und TÜV war sie dann fahrfertig. Defekte Teile waren das Kickstartersegment,
die Gabeldichtringe, eine verzogene Schwinge und der Hinterradmitnehmer. Der
Kettenschlauch rutschte immer wieder aus dem Motorblock. Ich ersetzte ihn durch
das Teil der 250er, das über den Motorblock geschoben wird und straff zwischen
Motor und Kettenkasten sitzt. Bei 18 000 Kilometern wurden die Kurbelwellendichtringe
gewechselt. Mit dem Topcaseträger für die 150er hatte ich kein Glück.
Er brach infolge zu schwachen Materials und schlechter Konstruktion bereits
bei leerem Koffer ab. Ersatzteile hole ich direkt aus Zschopau, das kommt billiger,
als wenn ich die Teile beim Händler kaufe. Die MZ ist vollgasfest und braucht
wenig Pflege, aber diese sollte man ihr ruhig gönnen. Mit etwas technischen
Verstand kann man alles selbst reparieren. Ich werde MZ auch in nächster
Zeit treu bleiben.
Denis Krahmer, Auerbach
Seit zwei
Jahren fahre ich die sogenannte "leistunggesteigerte Vesion", die
über 14 PS aufbringt. Dabei habe ich 26 000 Kilometer zurückgelegt.
Die MAschine ist sehr handlich. Bei Höchstgeschwindigkeit machen ihr Strassenunebenheiten
aber zu schaffen. Die vordere Originalbereifung habe ich noch nie gewechselt,
hinten verwende ich nach den Erfahrungen mit einem Michelin aufgrund der längeren
Lebensdauer wieder Pneumant. Meine ETZ besitzt vorn und hinten Trommelbremsen,
die sehr teigig wirken. Ab 6000/min neigt der Motor zum Kolbenklemmer. Die Ursache
ist wahrscheinlich das schlechte Öl von Minol. Nach 20 000 Kilometern brach
die Schaltfeder. Die Gabeldichtringe wurden bereits zum zweiten Mal gewechselt.
Ersatzteile sind schnell und preiswert zu bekommen. Die MZ ist recht robust
und bei schonender Fahrweise durchaus ein "treues Arbeitspferd".
Markus Schlenz, Potsdam
Mit meiner
ETZ 150, Baujahr 1989, habe ich letztes Jahr in Großbritannien 10 000
Kilometer ohne Probleme zurückgelegt. Ein einziges Mal mußte ich
einen nassen Kerzenstecker wechseln, ein typisches MZ-Leiden. Der Motor ist
nicht der Schönste und Leistungsfähigste, aber sehr robust. Nach 30
000 Kilometern sollte man ihn generalüberholen. Ein Problem sind Undichtigkeiten.
Auch die Bremsflüssigkeit sucht ihren Weg nach draußen. Negativ ist
die Lackierung. Durch meine Lederkombi poliere ich nach und nach Tank und Seitendeckel
blank. So spart man sich das Verchromen. Insgesamt bin ich stolz auf meine MZ.
Und wenn sie zehnmal bloß 150 cm³ und 12,5 PS hat. Nach der großen
Tour durch Großbritannien bleibe ich ihr treu!
Frank Raupach, Dresden
Ich bin
totaler, wenn auch (überheblich) belächelter Fan dieses Motorrads.
Die MZ ist sehr handlich und wendig, sparsam und billig. An meine MZ ETZ 150,
Baujahr 1990, habe ich einiges angebaut, was dem Langstrecken- (jawohl) Komfort
zugute kommt: H3-Nebel- und Fernscheinwerfer, zwei Seitengepäckträger
mit 32-Liter-Pneumant-Seitenkoffern, Topcase, Handprotektoren, MZ-Kanzel, Seitenständer,
Batterie 12 V/) Ah, Steckdose, Warnblinkanlage und Vibrationsvernichter in den
Lenkerenden (bringen echt was!). Die Kanzel bietet sehr guten Wind- und Wetterschutz.
Die Warnblinkanlage lässt sich ganz einfach realisieren: Man überbrückt
die Anschlüsse der Blinkerkontrolle in der Lampe mit einem Schalter. Bei
eingeschaltetem Blinker leutet dann die andere Seite mit. Schäden am mechanischen
Blinkgeber konnte ich auch nach sehr langer Benutzung nicht feststellen. Ich
fahre meine ETZ seit zirka 30 000 Kilometern und war bereits in acht europäischen
Ländern. Ich bin noch nie so liegengeblieben, dass ich nicht weiterfahren
hätte können. Ich bin von der einfachen Technik und den niedrigen
Kosten überzeugt. Bei meinem Zivi-Gehalt ist sie genau das richtige Fun-Mobil.
Auch wenn mich einige bereits für blöd und geisteskrank eingestuft
haben, werde ich vorläufig nicht von MZ weichen.
Hendik Merkel, Jena-Lobeda
Ich fahre
seit fast drei Jahren eine 150er ETZ. Die Pneumant-Reifen lassen sich leicht
montieren und sind kostengünstig, die Conti-Reifen sind vom Fahrverhalten
her die Besten. Gegen undichte Vergaser hilft der Einbau einer zweiten Dichtung.
Das Gummiantriebssegment reißt schnell ein und die Gabeldichtringe gehen
häufig kaputt. Bei zu "sportlicher" Fahrweise kann die Motoraufhängung
reißen. Das schwammige Kurvenverhalten lässt sich durch den Einbau
von Bronze- oder Messingbuchsen mit Schmiernippeln ausmerzen. Die Koffer von
Pneumant sind undicht und man verliert häufig unbemerkt die Schlösser.
Die Macken der MZ sind simpel und nach einiger Zeit ist alles selbst machbar.
Mein Chopper-Prototyp ist in Halle und Umgebung bekannt, und sie ist mein ganzer
Stolz. Ich kann eine MZ ETZ 125/150 jedem 1 A-Anfänger empfehlen. Es ist
ein ehrliches, gutes, übersichtliches und preiswertes Motorrad.
Matthias Vogt, Halle
Ich fahre
die ETZ seit 1988 und 30 000 Kilometern. Bei dieser Laufleistung ist auch spätestens
der erste Schliff fällig. Die viel zu weichen Gabelfedern habe ich gegen
Exemplare der ETZ 250 ausgetauscht. Die stärkere Ausführung hat keine
Vorteile gegenüber der 14-PS-Variante. Der Verbrauch ist höher und
das Drehzahlband eingeschränkt. Absoluter Schwachpunkt ist das völlig
unzureichend abgedichtete Getriebe. Ein kaputtgerüttelter Geber der elektronischen
Zündung ließ den Motor bei 15 000 Kilometern verstummen, ein defekter
Kerzenstecker folgte bei 20 000 Kilometern. Die vordere Auspuffhalterung und
die Krümmerschraube sind wie kleine Kinder - sie bedürfen ständiger
Kontrolle. Das Ersetzen des Bremslichtkontakts der älteren Ausführungen
in der Bremstrommel durch einen der neueren Bauart (im rechten Seitendeckel)
ist sehr zu empfehlen. Ein selbstgefertigter Alu-Winkel ermöglicht ermöglicht
die Befestigung an der Batterieaufnahme. Mit der kleinen MZ kommt man in dir
Stadt flott voran. Der Alltags-zur-Arbeit-Fahrer müßte mit der ETZ
zufrieden sein.
Andreas Scharnberg, Erfurt
Ich kaufte
mir 1987 eine neue ETZ 150 Standart mit 12,5 PS, Trommelbremse, Drehzahlmesser
und Mischungsschmierung. Auf den bisher gefahrenen 50 000 Kilometern erwies
sie sich als ansruchslos, robust und zuverlässig, nachdem die Kinderkrankheiten
ausgemerzt waren. Echte Schwachpunkte sind die Originallager des Motors, die
schwammigen Mitnehmer der Plastikkupplungslamellen und Vergaser und Getriebe,
welche ständig feucht von Gemisch und Öl sind. Eine zu kurze Distanzbuchse
sorgte für einen Radlagerdefekt und der undichte Originalkerzenstecker
für Zündausetzer bei Regenfahrten. Die Sekundärketten hielten
trotz beispielhafter Kapselung nur 15 000 Kilometer. Auf längeren Urlaubsfahrten
kommt die breite Sitzbank dem Gesäß meiner Freundin und der relativ
drehmomentstarke Motor meinem Schaltfuß zugute. Der relativ hohe Benzinverbrauch
von 4,3 Litern ist bedingt durch meine digitale Gashand (auf oder zu). Als Motorrad
dieser Leistungsklasse würde ich mir die ETZ jederzeit wieder kaufen, da
die Neu- und Ersatzteilpreise recht unjapanisch sind.
Olaf Pomper, Meerane
Vielen Dank an Silvio Vogel
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