MZ - Seiten
ES 125/1 &
ES 150 /1 Betriebsanleitung
Betriebsanleitung
für
MZ-Motorräder
ES 125/1 und ES 150/1
VEB MOTORRADWERK ZSCHOPAU
Die Motorräder
"ES 125/1" und "ES 150/1" sind Erzeugnisse des VEB Motorradwerk Zschopau Deutsche
Demokratische Republik
Diese Betriebsanleitung wurde von einem Autorenkollektiv des VEB Motorradwerk
Zschopau verfasst
Alle Rechte vorbehalten
VEB FACHBUCHVERLAG
LEIPZIG Redaktionsschluss 30. 9.1968 Satz und Druck: VEB Fachbuchdruck Naumburg
Saale) IV/26/14 KG 3/1S6/68
Wir begrüßen
Sie
als glücklichen Besitzer einer neuen ES und danken
gleichzeitig für das Vertrauen das Sie unserem volkseigenen Betrieb durch
Ihren Kauf bewiesen haben. Gestützt auf unsere vierzigjährige Erfahrung
im Motorradbau bemühten wir uns. Ihnen ein leistungsfähiges und zuverlässiges
Fahrzeug in die Hand zu geben. Nun hängt es aber auch von Ihnen ab. ob
Sie durch richtige Behandlung und Pflege in Zukunft nur Freude an Ihrer ES haben
werden. Dazu soll Ihnen die Betriebsanleitung verhelfen. Beachten Sie bitte
alles. was über Kraftstoff und Ö1. das Einfahren. Wartung und Pflege
sowie wirtschaftliche Fahrweise empfohlen wird. bevor man Ihnen an Hand einer
Werkstattrechnung erläutert. was Sie falsch gemacht haben! Mit Absicht
wählten wir einen zwanglosen Plauderton. um Ihnen das Studium schmackhaft
zu machen. und hoffen in Ihrem eigenen Interesse. daß Sie das auch wirklich
tun. Nur wer mit seinem Fahrzeug wirklich vertraut ist. fährt auf die Dauer
pannenfrei und wirtschaftlich.Auch für einen "alten Motorradhasenn lohnt
sich das Durchlesen. Sicher werden Sie an wertvolle Hinweise erinnert. an die
Sie vielleicht schon längst nicht mehr dachten!
Natürlich
steht Ihnen auch ein weitverzweigtes Netz von MZ-Vertragswerkstätten mit
Rat und Hilfe zur Seite. Deren Anschriften flnden Sie zusammen mit den Garantiebedingungen
im Garantie- und Durchprüfungsheft. Auf letzteres möchten wir noch
besonders hinweisen. damit Ihr Anspruch auf Garantieleistung nicht verlorengeht.Wir
hoffen. daß Sie nach unseren Hinweisen handeln und daß dieses kleine
Handbuch für Sie das wird. was es sein soll ein ständiger Begleiter
und Berater auf Ihren Fahrten
Dazu wünschen
wir Ihnen
"Gute Fahrt"
VEB MOTORRADWERK
ZSCHOPAU
1.1. Motor
1.2. Vergaser
1.3. Elektrische
Anlage
1.4. Getriebe
1.5. Kraftübertragung
1.6. Fahrgestell
.
1.7. Maße
und Massen
1.8. Füllmengen
1.9. Bremsverzögerung
2.1. Motor
2.2. Primärantrieb.
Kupplung und Getriebe
2.3. Vergaser
2.4. Luftfilter
und Ansauggeräuschdämpfer
2.5. Elektrische
Anlage
2.6. Rahmen
mit Kippständer
2.7. Vordergabel
mit Schwinge und Federbeinen
2.8. Hinterschwinge
mit Federbeinen
2.9. Räder
und Bremsen
2.lO. Sattel
Sitzbank
2.11. Hinterradantrieb
2.12. Kraftstoffbehälter
mit Kraftstoffhahn
2.13. Sicherheitsschloss
2.14. Bordwerkzeug
2.15. Sonder-Zubehör
3.1. Kraftstoff
3.2. Motorenöl
3.3. Mischungsverhältnis
3.4. Schmiermittel
für Kraftübertragung
3.5 Schmiermittel
für das Fahrgestell
3.6. Stoßdämpferfüllung
4.1. Fahrfertigmachen
4.2. Starten
4.3. Fahrt
frei
4.4. Zurückschalten
am Berg
4.5. Anhalten
6.1. Motor.
Kupplung und Getriebe
6.2. Ölstand
im Getriebe kontrollieren
6.3. Getriebeschmiermittel
wechseln
6.4. Verbrennungsrückstände
beseitigen
6.5. Vergaser
6.6. Luftfilter
und Ansauggeräuschdämpfer
6.7. Kraftstoffhahn
und -filter
6.8. Elektrische
Anlage
6.8.1.
Lichtmaschine
6.8.2.
Unterbrecherkontakte
6.8.3.
Zündzeitpunkt
6.8.4.
Zündkerze
6.8.5.
Regler. Zündspule und Klemmbrett
6.8.6.
Batterie
6.8.7.
Scheinwerfer
6.9. Fahrgestell
6.9.1.
Kettendurchhang
6.9.2.
Kettenschmierung und -verschleiß
6.9.3.
Fluchten der Laufräder
6.9.4.
Federbeine
6.9.5.
Bremsen nachstellen und säubern
6.9.6.
Bremslichtkontakt nachstellen
6 9.7.
Reifenluftdruck
6 9.8.
Reifenmontage
9.1. Motor
springt nicht an
9.2. Rote
Kontrolllampe geht bei höherer Drehzahl nicht aus
9.3. Motor
läuft unrund
9.4. Motor
"nimmt kein Gas an"
9.5. Kraftstoffverbrauch
zu hoch
9.6. Batterie
hält keinen Strom
9.7. Glühlampen
brennen nicht
9.8. Zündkerzengesicht
1. Technische Daten
zum Index
1.1. Motor ES 125/1 ES 150/1
Arbeitsverfahren Zweitakt-Umkehrspülung
Zylinderanzahl 1
Kühlungsart Luft (Fahrtwind)
Hub/Bohrung 58/52 58/56
Hubraum 123 cm³ 143 cm³
Verdichtungsverhältnis 9 : 1 9 : 1
Leistung bei
6000 . . .6300 U/min 7.35 kW (10.0 DIN-PS) 8..466 kW (11.5 DIN-PS)
Max. Drehmoment
bei 5000 . . .5500 U /min 1.25 kpm 1.50 kpm
Schmierung Mischungsschmierung 33 : 1 (Zweitakt-Öl)
Pleuellager käfiggeführtes Nadellager.
Kurbelwellenlager 3 Stck. Kugellager 6303
Schmierung aller Kurbelwellenhauptlager durch Getriebeschmiermittel
Kraftstoff VK 88 ROZ 88
1.2. Vergaser ES 125/1 ES 150/1
Typ BVF 22 N 1-1 BVF 24 N l-l
(Rundschieber. (Rundschieber .
Einstellwerte Startvergaser) Startvergaser)
Durchlaß in mm 22
24
Hauptdüse
90 92
Nadeldüse
67 65
Nadelstellung (2 . . .3 * (3 für die 2. .-4 *) (4 für die Einfahrzeit)
von oben Einfahrzeit)
Startdüse 70 75
Leerlaufdüse 3540
Leerlaufluftschraube 2. . .3 Umdr. offen 2.. .3 Umdr. offen
Luftfilter Trockenluftfilter mit Ansauggeräuschdämpfer
*) Kerzengesicht beachten! (Die untere Platte des Nadelhalters zählt!)
1.3. Elektrische Anlage
Zündung BatteriezündungBatteriezündung
Zündzeitpunkt 3.0 mm vor OT 3.0 mm vor OT
fest eingestellt fest eingestellt
Unterbrecherkontaktabstand 0.4 mm 0.4 mm
ES 125/1ES 1501
Zündkerze "Isolator" M 14/260 "Isolator"
M 14/260
Elektrodenabstand 0.6 mm 0.6 mm
Lichtmaschine Gleichstrom. 6 V. 60 W. kurzzeitig 90 W
Ladekontrollampe (rot) im Tachometer
Regler RSC 60/6
Batterie 6 V. 12 Ah (Bleisammler-Flachbatterie)
Zündspule 6 V. unter der linken Seitenverkleidung
Scheinwerfer feststehend Lichtaustritt 136 mm
Schlußleuchte Lichtaustritt 95 mm
kombiniert mit Bremslicht Kontakt am hinteren Bremsschlüssel
Blinkleuchten beiderseits am Lenkerende
(Schalter am Lenker I.echts)
Blinkgeber im Scheinwerfergehäuse
Signalhorn u nter dem Kraftstoffbehälter
Lichthupe wird durch Druckknopf unter dem Abblendschalter betätigt
Glühlampen 6 V 45140 W Abblendlicht
Bilux . . asymmetrisch
Standlicht 6 V. 2 W. Sockel BA 9 s
Bremslicht 6 V. 18 W. Sockel S 8.5
Schlußleuchte 6 V. .5 w. Sockel S 8
ES 125/1 ES 150/1
Blinker 6 V. 18 W. Sockel S 8.5
Ladekontrolle 6 V. 1.2W
Leerlaufanzeige 6 V. 1.2W
Tach0beleuchtung 6 V. 1.2W
1.4. Getriebe
Kupplung Mehrscheibenkupplung im Olbad
Schaltung Fußschaltung links
Anzahl der Gänge 4
Getriebeabstufung
1. Gang 3.05 : 1
2. Gang 1.805:1
3. Gang 1.285 .1
4. Gang 1 : 1
Leerlaufanzeige elektrische Kontrollampe (grün) im Tacho
1.5. Kraftübertragung
Übersetzung
Motor-Getriebe 2.31 :1 = 16:37 Zähne
Hülsenkette A 9.5 X 9.5 (3/8 X 3/8 Zoll) 48 Glieder
ES 125/1
ES 150/1
Übersetzung
Getriebe-Hinterrad 3.2 : 1 = 15 . 48 Zähne 3.0 : 1 =
16 . 48 Zähne
Rollenkette 12.7 X 6.4 X 8.51 (1/2 X 1/4 Zoll) 120 Rollen
1.6. Fahrgestell
Rahmen geschlossener Preßstahlrahmen. gefalzt
Art der Federung vorn und hinten Langschwinge
vorn Federbeine mit hydraulischer Dämpfung. Federweg hinten 150 mm
Federbeine mit hydraulischer Dämpfung. Federweg 100 mm. Federhärte
verstellbar
Räder
Drahtspeichenräder
Felgen. vrorn/hinten 1.6 X 18 11.85 B X 18
Bereifung. vorn 2.75 - 18
hinten 3.00 - 18
Reifenluftdruck
vorn 1.4 at(Überdruck)
hinten 1.8 at für Solofahrt
hinten 2.0 at für Soziusfahrt
Bremsen Zentralbremsen 150 mnm Dmr.30O mm Backenbreite
Bremlsbetätigung mechanisch durch .Seilzüge. für beide Bremsen)
1.7. Maße und Massen
Radstand 1270mm
Länge 1990 mm
Breite etwa 750 mm
Höhe mit Spiegel etwa 1150 mm
Bauchfreiheit unbelastet etwa 100 mm
(früher Leergewicht) 112 kg
Tragfähigkeit 158 kg
Zulässige Gesamtmasse 270 kg
Höchstgeschwindigkeit etwa l0O km/h etwa 105 km/h
1.8. Füllmengen
Getriebe 0.45 l Getriebeöl GL60 für. SOmmer und Winter
Kraftstoffbehälter 12 1 Kraftstoff-Öl-Mischung 33 : 1
davon Reserve etwa 1.5 Liter
Federbeine
vom je 80 cm³ Stoßdämpferöl "Globo"
hinten je 70 cm³ Stoßdämpferöl "Globo"
Viskosität 4. . .5 GradEngler bei 20 GradC
(8. . .11 c Stokes/50 GradC)
1.9. Bremsverzögerung
7.1 m/s² auf griffiger Betonfahrbahn (Autobahn).
Mit neuwertigen Reifen und bei sachgemäßer Bedienung beider Bremsen
ergeben sich folgende
Bremswege :
30 km/h . . . . . . . 4.9 m
60 km/h . . . . . . . 19.4 m
90 km/h . . . . . . . 44.0 m
Die Reaktionszeit des Fahrers ist dabei nicht berücksichtigt.
Die Fahrgestell-Nr. finden Sie an der vorderen Motoraufhängung links.
die Motor-Nr. daneben am Kurbelgehäuse.
Das Typenschild rechts unter dem Soziussitz (oder Sitzbank) am Sattelträger.
Änderungen in Konstruktion und Ausstattung sind Vorbehalten!!!
2. Beschreibung
zum Index
2.1. Motor
Der Einzylinder-Zweitakt-Motor der ES 125/1 - 150/1
arbeitet nach dem "Umkehrspülungs-System" und wirdvom Fahrtwind gekühlt.
Motor und Vierganggetriebe sind zu einem glattflächigen Block vereint.
Der Einportleichtmetall-Breitrippenzylinder mit einer Laufbuchse aus Sondergrauguß
hat eine bessere Wärmeabfuhr und ermöglicht ein geringeres Kolbeneinbauspiel
als allge-
Bild 4. Motor ES 125/1 von links
mein üblich. Wegen des besseren Wärmeüberganges ist für
den Zylinderdeckel keine "Kopfdichtung" vorgesehen. Der Flachkolben - mit zwei
Ringen - steuert mit Unter- bzw. Oberkante das Ansaugen. Überströmen
und den Auslas. Als Kurbelwellenhauptlager finden drei Kugellager 6303 Verwendung
- alle Lager werden vom Getriebeschmiermittel mit geschmiert. Die Pleuelstange
ist auf dem Hubzapfen durch ein käfiggeführtes Nadellager gelagert.
Da alle Kurbelwellenhauptlager fremdgeschmiert sind. werden nur Pleuellager.
Kolben und Zylinderlaufbahn durch die einfache und betriebssichere Mischungsschmierung
mit Ö1 versorgt. Dem Vergaserkraftstoff "VK 88" ist im Verhältnis
von 33 : 1 legiertes "Zweitakt-Motorenöl" beizumischen.
Bild 5. Schmierung des Kurbelwellenhauptlagers auf der Lima-Seite
Bei Verwendung anderer. unlegierter Motorenöle erlischt unsere Garantieverpflichtung
in bezug auf Kurbelwellenschäden o. ä.
2.2. Primärantrieb Kupplung und Getriebe
Eine endlose Hülsenkette überträgt das Motordrehmoment über
die Mehrscheibenkupplung - mit sechs "Cosid" Reibbelagscheiben und Stahllamellen
- auf das Vierganggetriebe. Durch den links liegenden Fußschalthebel wird
über Schaltwelle. Segmenthebel und Schaltklaue das der Schaltstellung entsprechende
Zahnradpaar in Eingriff gebracht. Bei eingeschalteter Zündung wird durch
Aufleuchten der grünen Kontroll-Lampe im Tacho ersichtlich. dass der Leerlauf
eingeschaltet ist. Primärantrieb und Kupplung laufen im Ölbad und
werden gemeinsam mit dem Getriebe durch Motorenöl geschmiert. Ein Durchbruch
im Getriebegehäuse ermöglicht den Schmiermittelausgleich zwischen
Kupplungsgehäusedeckel und Getrieberaum. Eine Kontrollschraube am Kupplungsdeckel
ermöglicht. die Überprüfung des Schmiermittelstandes in Getriebe
und Primärantrieb. Die Bilder 25 und 26 zeigen die Öleinfüll
und je eine Ölablassschraube für Primärantrieb und Getriebe.
Letztere ist mit einem Magnetfilterstopfen versehen. um eventuell vorhandenen
metallischen Abrieb festzuhalten.
2.3. Vergaser
Nach Lösen einer Schlitzmutter kann die geteilte Abdeckkappe abgezogen
werden. und der Vergaser wird zugänglich. Die ES 125/1 ist mit dem BVF-Vergaser
22 N 1-.. die ES 15011 mit BVF 24 N 1-l ausgerüstet. Beide Vergasertypen
sind mit einer Startvorrichtung versehen. die beim Kaltstart zu betätigen
ist. Mit dem bisherigen "Lufthebel" auf der rechten Lenkerhälfte (zum Öffnen
und Schließen des Luftschiebers im Vergaser) wird jetzt der Startvergaser
betätigt. jedoch in umgekehrter Betätigungsrichtung. Suchen Sie nicht
den Tupfer am Vergaser. er ist beim Startvergaser überflüssig! Die
Stellung des Gasschiebers. und damit die Leistung des Motors. wird durch den
Drehgriff an der rechten Lenkerseite reguliert.
Bild 7. Startvergaserhebel
(1) geschlossen (Fahrt) (2) geöffnet (Kaltstart)
2.4. Luftfilter und Ansauggeräuschdämpfer
Das Luftfilter wird nach Abnehmen der rechten Seitenverkleidung (Werkzeugbehälter)
und Lösen des Drahtklemmringes am Gummikrümmer sowie der Mutter am
Haltebolzen zugängig.
Die Pressstoffabdeckkappe leitet die Ansaugluft aus der "staubarmen" Zone -
seitlich unter dem Fahrersitz zum Filter. Staub und andere Fremdkörper
werden vom Filtereinsatz festgehalten (Bild 30).
Bild 8 Vergaser BVF 22 N 1-1 BVF 24 N1-1. zerlegt
- Gewindering
- Seilzugschraube
- Vergasergehäusekappe
- Druckfeder
- Hohlschieber
- Nadelhalter
- Teillastnadel
- Seilzugstellschraube
- Startschieberkappe
- Druckfeder
- Startkolben
- Dichtscheibe
- Dichtung

- Zylinderschraube
- Schwimmergehäuse
- Startdüse
- Dichtring
- Verschlussschraube
- Leerlaufdüse
- Schwimmer
- Zylinderstift
- Hauptdüse
- Düsenträger
- Nadeldüse
- Schwimmernadelventil
- Dichtring
- Linsensenkschraube
- Leerlaufluftregulierungsschraube
- Druckfeder
- Vergasergehäuse
- Schlauchnippel
- Dichtring
- Einsatzstück
- Klemmring vollst.
2.5 Elektrische Anlange
Regler. Flachbatterie. Zündspule und das Klemmbrett mit den zwei 15-A-Sicherungen
sind unter der linken Seitenverkleidung (Bild 32) untergebracht. Zusätzlich
ist noch eine Halterung (Gummispannband)zur Aufnahme eines Plastikbeutels mit
einem Reserveschlauch angebracht.
Bild 9. Lichtmaschine mit Belüftung
Das Signalhorn ist am Rahmen - unter dem Kraftstoffbehälter - federnd aufgehängt
und wird durch den Druckknopf links am Abblendschalter betätigt. Unter
dem Abblendschalter finden Sie den Druckknopf für die Lichthupe. Mit dieser
können Sie sich bemerkbar machen. wenn beim Überholen eines schwerbeladenen
Diesel-LKW ihr Signalhorn wegen des Motorenlärms vom Fahrer nicht gehört
wird. Ist das nicht eine feine Sache - statt "Hupkonzert" nur ein kurzes "Blinken"
? Wie beim Auto. ist auch der ES-Scheinwerfer feststehend. Er kann nach dem
lockern einer Schraube nach rechts oder links. höher oder tiefer gestellt
werden. Letzteres ist besonders wichtig. Blenden Sie nicht mit zu hoch stehendem
Scheinwerfer andere Verkehrsteilnehmer. denn Ihr Fernlicht hat nicht 35 sondern
45Watt.
Damit wird buchstäblich die Nacht zum Tag!
Bild 10. Scheinwerferverstellung
Auch mit dem 40-W-Abblendlicht bietet MZ mehr Fahrsicherheit - es ist "asymmetrisch".
Wer sich unter dieser Bezeichnung nichts vorstellen kann. dem sei gesagt. daß
zusätzlich zur gesetzlich vorgeschriebenen Fahrbahnausleuchtung von nur
25 m die rechte Straßenseitevoll ausgeleuchtet wird. Fußgängergruppen
oder Radfahrer ohne Licht und ähnliche Überraschungen werden bei Nachtfahrt
dadurch rechtzeitig und einwandfrei erkannt.
Bild 11. Schalterstellungen
Da wir gerade beim Scheinwerfer sind. möchten wirSie mit den verschiedenen
Schalterstellungen des Zünd und Lichtschalters bekannt machen :
Stellung 0. Alles ausgeschaltet.
Schlüssel kann abgezogen werden.
Stellung 1 : Zündung eingeschaltet.
ohne Licht. Fahrt am Tag.
Schlüssel nicht abziehbar.
Stellung 2 : Zündung eingeschaltet.
Stand- und Schlusslicht brennt.
Schlüssel nicht abziehbar.
Stellung 3: Zündung eingeschaltet.
Haupt- und Schlusslicht brennt. Nachtfahrt.
Schlüssel nicht abziehbar.
Stellung 4: Zündung ausgeschaltet.
Stand- und Schlusslicht brennt.
Parken nachts.
Schlüssel kann abgezogen werden.
Stellung 5 : Direktschaltung Lichtmaschine-Unterbrecher. Das Fahrzeug kann bei
entladener
Batterie im zweiten Gang angeschoben werden.
In den Parkstellungen 0 (Tag) und 4 (Nacht) sind Signalhorn. Lichthupe. Bremslicht
und Blinkanlage ohne Strom. Kleine und "erwachsene" Kinder können also
nicht unerwünscht Ihre Batterie strapazieren.
Bestimmt haben Sie sich schon oft einen dritten Arm gewünscht. wenn Sie
gleichzeitig kuppeln. Handbremse ziehen und "Fahrtrichtungsänderung" anzeigen
mussten. Die Blinkanlage der ES 125/1 - 150/1 macht es Ihnen bequemer:
Hebel am Blinkschalter nach oben. es "blinkt" rechts. Hebel nach unten. Es "blinkt"
links. Den Blinkgeber h ö r e n Sie bei eingeschalteter Zündung und
stehendem Motor beim Betätigen des Blinkschalters - s e h e n können
Sie ihn erst nach Abnehmen des Blendenrahmens und Scheinwerfereinsatzes
(Bild 33).
Schluss- und Bremslicht haben einen gemeinsamen Lichtaustritt von 95 mm. Es
ist also tatsächlich ein Licht nicht ein kümmerliches "Glühwürmchen"
!
Bild 12. Blinkanlage mit Schalter (1). Abblendschalter mit den
Druckknöpfen für Signalhorn (2) und Lichthupe (3)
Das Bremslicht erhält durch eine Kontaktfeder am hinteren Bremsschlüssel
Strom. Das Nachstellen wird mit Bild 40 erläutert.
2.6. Rahmen mit Kippstander
Der geschlossene Profilkastenrahmen ist gefalzt - nicht geschweißt. dadurch
entfällt die sonst übliche Spannung im Rahmen. Das Hinterteil des
Rahmens der Sattelträger und der Kippständer mit Abwälzfüßen
sind Gussteile aus einer hochfesten Magnesiumlegierung.
2.7. Vordergabel mit Schwinge und Federbeinen
Die Vordergabel ebenfalls ein Gussstück aus hochfester Magnesiumlegierung
hat ein Kastenprofil. Am unteren Ende ist der Schwingenbolzen für die Langschwinge
gelagert. Die Federbeine mit hydraulischer Dämpfung lassen für das
Vorderrad einen nutzbaren Federweg von etwa 150 mm zu.
Bild 13. Rahmen und Sattelträger
2.8. Hinterschwinge mit Federbeinen
Auch die Hinterradschwinge ist durch zwei Federbeine mit hydraulischer Dämpfung
abgefedert. Federweg des Hinterrades etwa 100 mm. Bei Soziusbelastung sind beide
Federbeine auf "Hart" zu stellen. Das geht folgendermaßen vor sich : Fahrzeug
auf den Kippständer stellen (damit die Druckfedern entlastet sind) und
die Griffmutter zusammen mit der unteren Schutzhülse von links nach rechts
(also von hinten nach vorn) bis zum fühlbaren Einrasten drehen.
Das Zurückstellen auf Solobetrieb erfolgt umgekehrt. also von vorn nach
hinten.
2.9. Räder und Bremsen
Vorder- und Hinterradfelge mit Reifen haben nicht die gleichen Abmessungen
(siehe "Technische Daten").Speichen sind nicht gekröpft.
Bild 15. Federbeinverstellung
(1)weich (2) hart
Die Vollnabenbremsen haben verrippte Alukörper
mit eingegossenen Bremsringen. Damit ist gute "Standfestigkeit" bei Dauerbeanspruchung
gewährleistet. Die Beide Bremsen werden mechanisch (durch Seilzüge)betätigt.
Die Vorderradbremse durch Handbremshebel rechts am Lenker - die Hinterradbremse
durch den ebenfalls rechts liegenden Fußbremshebel.Damit die Bremshebel
im Winter nicht einfrieren können und im Sommer beim Putzen nicht stören.
wurden sie in das Innere des Bremsdeckels verlegt. Beide Räder haben Steckachsen.
2.10. Sattel - Sitzbank
Sattel oder Sitzbank ist heute keine Frage mehr.
sondern Geschmackssache. Deshalb werden beide ES-Typen wahlweise mit Einzelsitzen
oder Sitzbank ausgerüstet.
2.11. Hinterradantrieb
Den Sekundärantrieb übernimmt eine Rollenkette
die schmutzsicher und verschleißarm in Gummi-Kettenschläuchen läuft.
Durch eine Pressstoffabdeckung werden das hintere Kettenrad - mit Dämpfungsgummi
für die Kraftübertragung - sowie der Tachoantrieb vor Schmutz und
Nässe geschützt.
2.12. Kraftstoffbehälter mit Kraftstoffhahn
Der Kraftstoffbehälter in Gummi aufgehängt
und mit großen Kniekissen versehen - hat ein Fassungsvermögen von
etwa 12 Liter. In der Stellung "Reserve" werden etwa 1.5 Liter Kraftstoffmischung
gesichert. Ein Siebfilter über dem Einlauf und ein zweites in der durchsichtigen
Filterglocke halten eventuelle Fremdkörper zurück. Vorsicht! Die 1ger
Überwurfmutter hat in der oberen Hälfte Rechts- und in der unteren
Linksgewinde.
Bild 16. Hinterradantrieb
(1) Schmiernippel für Tachoantrieb
(2) Mutter für Flanschbolzen
(3) Muttern für Kettenspanner
Bild 17. Kraftstoffhahn
(1) Zu
(2) Auf
(3)Reserve
2.13. Sicherheitsschloss
An der Vordergabel unter dem Scheinwerfergehäuse finden Sie die Aufnahme
für das Sicherheitssch1oß. Der Schlüssel wird in das Schloss
gesteckt und nach links gedreht. den Lenker fast bis zum Anschlag links einschlagen
und das Schloss ineinschieben. Schlüssel nach rechts drehen und abziehen.
In umgekehrter Reihenfolge wird wieder aufgeschlossen.
Bild 18 Diebstahlsicherung
Machen Sie bitte von dieser Sicherung ausgiebig Gebrauch. denn mit dem Abziehen
des Zündschlüssels allein ist Ihre ES noch nicht diebstahlsicher abgestellt.
Natürlich gehören nicht beide Schlüssel an den Schlüsselring.
sondern der Reserveschlüssel wird irgendwo am Fahrzeug leicht zugängig.
aber unsichtbar untergebracht. Dieser steht Ihnen dann sofort zur Verfügung.
wenn die Tasche "Durchgangsverkehr" hatte und der Schlüssel verlorenging.
2.14. Bordwerkzeug
Das reichhaltige Bordwerkzeug ermöglicht es Ihnen. kleine Reparaturen
und die nötigen Pflegearbeiten selbst durchzuführen.
Die Werkzeugtasche enthält folgende Teile:
1 Zündkerzenschlüssel (mit Sechskant für Flanschbolzen)
1 Steckschlüssel SW 10 (für Zylinderdeckelmuttern)
1 8-mm Dorn dazu
1 Schraubenzieher 7 mm
1 Schraubenzieher 2.3 mm
1 Einstellehre 0.4 und 0.6 mm
(Unterbrecher und Kerzenelektroden)
1 Maulschlüssel 9 X 10
1 Maulschlüssel 10 X 11
1 Maulschlüssel 12 X 14
1 Maulschlüssel 14 X 17
1 Maulschlüssel 19 X 22
1 Reifenmontierhebel
1 Kettenverschluss
1 Hakenschlüssel für Auspuffmutter
(kombiniert mit Reifenmontierhebel)
1 Kombizange
1 Schlauchflickkästchen (mit Gebrauchsanweisung)
1 Sicherheitsschloss mit zwei Schlüsseln
1 Zündschlüssel
2.15. Sonder-Zuebör
Zum nachträglichen Anbau kann folgendes Sonderzubehör über unsere
MZ-Vertragswerkstätten vom MZ- Ersatzteilvertrieb Gornau bezogen werden
:
1. Beinschutzbleche
Außer vorzüglichem Schmutzschutz für den Fahrer wird durch seitliche
Luftleitbleche bessere Kühlluftzuführung zum Zylinder erzielt. Auch
bei hoher Dauerbeanspruchung behält der Zylinder seine normale Betriebstemperatur.
2. Gepäckträger (Kofferträger)
Ist für die Aufnahme leichten Handgepäcks geeignet - schwere Koffer
beeinträchtigen die Lenkstabilität!
3. Handschaltung
Mit diesem Zusatzgerät können auch Gehbehinderte (Prothesenträger)
ein MZ-Motorrad bedienen. Evtl.muss zusätzlich der Fußbremshebel
nach links verlegt werden.
3. Betriebsmittel
zum Index
3.1. Kraftstoff
Das Verdichtungsverhältnis von 9 : 1 bedingt die Verwendung etwa 88 Oktan.Für
das Ausland wird Kraftstoff mit ähnlicher Oktanzahl empfohlen
3.2. Motorenöl
Durch die einfache und betriebssichere Mischungsschmierung werden Pleuellager.
Kolben und Zylinderlaufbahn mit Öl versorgt. Unsere Erprobungen unter den
härtesten Bedingungen veranlassen uns. die ausschließliche Verwendung
von Zweitakt-Motorenöl Vorzuschreiben. Die diesem legierten Spezialöl
beigemischten Wirkstoffe (Additives) verringern die mechanische Abnutzung und
das Ansetzen von Verbrennungsrückständen. Unseren MZ-Freunden im Ausland
empfehlen wir. ebenfalls ein legiertes Spezial-Zweitaktöl zu verwenden.
Durch die Verwendung anderer Motorenöle verursachte Motorschäden werden
von MZ nicht als Garantiefall anerkannt!
3.3. Mischungsverhältnis
Während und nach der Einfahrzeit bleibt das vorgeschriebene Mischungsverhältnis
von 33 : 1 unverändertund muss genau eingehalten werden. Zu 10 Liter Kraftstoff
gehören also immer 0.3 Liter Zweitakt-Öl. Zu wenig Öl schadet
naturgemäß dem Motor. deshalb ist es zweckmäßig. das Tanken
zu überwachen. Wird die Mischkanne benutzt. so ist zu beachten. dass nicht
ein Teil der verhältnismäßig geringen Ölmenge in der Ölkanne
zurückbleibt. Besonders im Winter kann das sehr viel sein! Bei den automatischen
Mischsäulen geht es darum. dass auch wirklich auf 33 : 1 umgestellt wird
und Ihnen der Tankwart nicht etwa versehentlich reinen Kraftstoff "einschenkt"
.Zu viel Öl bringt keinen Nutzen. Weil es der Motor nicht verarbeiten kann.
setzt sich ein Teil im Schalldämpfer ab. mit dem Rest "vernebeln" Sie die
Straße. Daß andere Verkehrsteilnehmer über diesen "Kondensstreifen"
nicht erfreut sind. ist doch wohl verständlich! Also nicht auf " Auch-Faleute"
hören. Sie ersparen sich verölte Zündkerzen und das Reinigen
des Schalldämpfers!
3.4. Schmiermittel für Kraftübertragung
Gegen die Verwendung von Zusatzölen zum Kraftstoffgemisch. wie ..0benschmieröl"
oder Präparate mit kolloidalem Graphit ist nichts einzuwenden. jedoch erst
nach der Einfahrzeit. Für den Zweitaktmotor ist letzteres zweckmäßiger.
Aber nur für den Motor auf keinen Fall in das Getriebe. Für das Getriebe
mit Primärantrieb sind 0.45 Liter Getriebeöl GL 60 vorgesehen. Legierte
oder graphitierte Motorenöle sind ungeeignet. weil damit die Kupplung rutscht.
Entsprechend der Jahreszeit ist Sommer- oder Winteröl zu verwenden.
3.5. Schmiermittel für das Fahrgestell
Alle Schmiernippel des Fahrgestells werden mit einer Hochdruckschmierpresse
mit Getriebeöl GL 60 abgeschmiert. Die verschiedenen Abschmierfette verharzen
meist nach kurzer oder längerer Zeit und verstopfen die Schmierbohrungen
und -nuten (Schwingenlagerbolzen). Nur der Tachoantrieb (Bild 16) wird mit Heißlagerfett
Ceritol geschmiert. Bitte beachten Sie den Schmierplan (Bilder 44 und 45)!
3.6. Stoßdämpferfüllung
Die Stoßdämpfer der vorderen Federbeine sind mit 80 cm3. die der
hinteren mit 70 cm3 Stoßdämpferflüssigkeit "Globo" gefüllt.
Viskosität 1.65 bis 1.92 Grad bei 50 GradC (8. . .11 c Stokes/50 GradC).
Steht dieses Stoßdämpferöl im Ausland nicht zur Verfügung.
so kann auch ein anderes Erzeugnis verwendet werden. sofern es die gleiche Viskosität
hat. Liegt der Wert niedriger. so wird die "Rücklaufenergie" der Druckfeder
im Federbein nicht voll abgefangen das Fahrzeug "schwimmt". Liegt der Wert höher.
so geht die Druckfeder zu langsam in ihre Endlage zurück. Für die
nächsten Fahrbahnstöße steht dann nur noch der halbe Federweg
zur Verfügung die Federung wird ..hart" und immer härter!
4 . . . und nun zum Fahren
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4.1. Fahrfertigmachen
Bevor Sie sich mit Ihrer neu erworbenen ES beschäftigen. zuerst die "Geburtsurkunde"
den Kraftfahrzeugbrief sorgfältig verwahren. Was er wert ist. merkt man
erst. wenn man ihn nicht mehr hat "ohne" kann man ein Kraftfahrzeug nicht anmelden.
nicht verkaufen. nicht mal verschenken! Die Betriebsanleitung kommt auf alle
Fälle in den Werkzeugbehälter. Sind Sie einmal auf großer Fahrt
und haben vor lauter Aufregung den richtigen Reifenluftdruck vergessen ein Blick
in die Betriebsanleitung genügt! Oder eine kleine Panne am "Elektrizitätswerk".
die fremde Werkstatt will helfen. kennt sich aber nicht aus. Bitte in der Betriebsanleitung
ist der Schaltplan! Und nun zur ES: In der Endkontrolle bei MZ wird Ihr Fahrzeug
auf Herz und Nieren geprüft. Ihr Verkäufer garantiert die Fahrbereitschaft.
Trotzdem ist es ratsam. beide Steckachsen und den Ölstand im Getriebe zu
kontrollieren. Zur Konservierung wurde das ganze Fahrzeug mit einem Wachspräparat
eingesprüht. Dieser Hartwachsfilm wird mit den üblichen Lackpflegemitteln
auf Hochglanz poliert und dabei nach und nach abgetragen. An Motor und Auspuffanlage
löst sich durch Erwärmung der Schutzfilm von selbst auf bzw. verdampft
Wenn Sie Ihren Reifen ein langes Leben wünschen. so überprüfen
Sie bitte regelmäßig den Reifenluftdruck nicht nur vor der ersten
Fahrt. Die entsprechenden
Angaben finden Sie im Abschnitt "Technische Daten".
Da die Schuhspitze kein zuverlässiges Messinstrument ist. kaufen Sie sich
lieber einen Luftdruckprüfer. vielleicht merken Sie dann auch. dass die
Tankstellengeräte verschieden anzeigen. Und nun bekommt Ihre ES die vorgeschriebene
Kraftstoff-Öl-Mischung. Das Rezept dafür wurde schon weiter vorn verraten.
Wenn nun Zulassung und Fahrerlaubnis auch wirklich in der Tasche stecken. kann
es losgehen.
4.2. Starten
Kraftstoffhahn "Auf" (Bild 17). Zum "Kaltstart braucht der Motor ein angereichertes
Gemisch. deshalb : Start-Vergaserhebel auf (2)!
Bild 21. Starthebel : (1) Zu (2) gezogen (Kaltstart)
Auf Stellung ..0" den Schlüssel ins Zündschloss. dann nach links
auf Stellung ..1" und die Zündung ist eingeschaltet. Damit Sie's glauben.
leuchtet im Tacho die rote Ladekontrolle auf. Die grüne Leerlaufanzeige
rechts daneben verrät durch ihr Aufleuchten. dass kein Gang "drin" ist.
Wenn nicht. dann durchschalten. bis die grüne Lampe aufleuchtet.
Den Gasdrehgriff auf Leerlaufstellung (sonst ist der Startvergaser unwirksam).
den Kickstarter kräftig niederdrücken und der Motor muss laufen. Sobald
der Motor angesprungen ist. den Starthebel schließen. Bei niedrigen Außentemperaturen
(Winter) wird er nur halb und erst während der Fahrt wenn der Motor willig
Gas annimmt. vollkommen geschlossen.Ist der Motor schon gelaufen und noch warm.
bleibt der Starthebel geschlossen. Bitte beachten: Bei extrem niedrigen Außentemperaturen
und mehrmaligen. erfolglosen Startversuchen eine Minutenpause einlegen. damit
der Kraftstoffstand im Startschacht (über die Startdüse) wieder auf
Normalhöhe kommt.
4.3. Fahrt frei
Der Motor braucht nicht warmzulaufen. deshalb: Kupplungshebel bis zum Anschlag
ziehen und durch Niederdrücken des Fußschalthebels ersten Gang einschalten.
Den Kupplungshebel langsam freigeben. dabei Drehgriff langsam öffnen. nicht
aufreißen. Genauso wie Ihnen seinerzeit vom Fahrlehrer beigebracht wurde.
müssen beide Bewegungen aufeinander abgestimmt werden : Nicht ruckartig
anfahren. dass Ihre ES einen Satz nach vorn macht. aber auch nicht den Motor
"abwürgen".Na also. es ging doch wunderbar! Nun etwas mehr Gas geben und
bei etwa 20 km/h auf den zweiten Gang
Bild 22. Fußschalthebel
Die Pfeile mit den Zahlen zeigen die Schaltrichtung der einzelnen Gänge
:
(O) Leerlauf. (1) 1. Gang usw.
hochschalten. Das geht noch leichter als das Anfahren: Drehgriff zu. zugleich
auskuppeln. Fußschalthebel bis zum Anschlag hochziehen. Kupplung schnell
freigeben und dabei wieder zügig Gas geben. Bei 40 km/h wird in der gleichen
Weise auf den dritten und bei 60 km/h auf den vierten Gang geschaltet. Wohlgemerkt
das hier Gesagte gilt für die Einfahrzeitwährend der ersten 1500.
. .2000 km.
4.4. Zurückschalten am Berg
Schafft der Motor eine Steigung nicht im vierten Gang. d.h.. die Geschwindigkeit
geht auf etwa 60 km/h zurück. so muss rechtzeitig auf den dritten Gang
heruntergeschaltet werden: Auskuppeln. Drehgriff aber nur halb schließen
(Zwischengas!). Fußschalthebel niederdrücken. einkuppeln und zugleich
wieder Gas geben. Das ist zwar schon Telegrammstil. in Wirklichkeit muss es
aber noch schneller gehen. damit das Fahrzeug nicht allzu viel am Geschwindigkeit
verliert. Geht die Geschwindigkeit noch weiter zurück. so wird bei 40 km/h
auf den zweiten und bei 20 km/h auf den ersten Gang heruntergeschaltet. Benutzen
Sie bitte die Kupplung nur zum Aus- und Einkuppeln. ein öfteres "Schleifenlassen"
verträgt auf die Dauer der beste Kupplungsbelag nicht!
4.5. Anhalten
Abbremsen. dabei den Drehgriff langsam schließen. auskuppeln und herunterschalten
auf Leerlauf. Auf keinen Fall den Motor "abwürgen". auch nicht vorher noch
mal den Motor aufheulen lassen. W ollen Sie parken. dann Zündung ausschalten
und den Kraftstoffhahn schließen. Nicht vergessen. den Zündschlüssel
abzuziehen. bei längerem Aufenthalt mit dem Sicherheitsschloss (Bild 18)
abschließen. Nur damit ist Ihr Fahrzeug diebstahlsicher abgestellt.
5. . .Einfahren und wirtschaftlich fahren
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Wenn Sie sich unter dem Mikroskop ein geschliffenes und hochglanzpoliertes Teil
ansehen. z. B. den Kolbenbolzen. dann wird Ihnen verständlich werden. warum
das richtige Einfahren so wichtig ist. Trotz Feinstbearbeitung sind Laut- und
Lagerflächen noch "rau" und glätten sich erst gegenseitig im Fahrbetrieb.
Dieser Vorgang darf nicht gewaltsam beschleunigt werden. denn die aufeinandergleitenden
neuen Teile müssen sich in aller Ruhe aneinander gewöhnen können.
Das trifft vor allem für Kolben und Zylinder zu deren große Gleitflächen
müssen mit einem gleichmäßigen. nicht unterbrochenen Ölfilm
überzogen sein. Ist irgendwo noch eine kleine Druckstelle und Sie lassen
dem Kolben keine Zeit. im guten mit dem Zylinder auszukommen. dann "frisst"
er. Der metalltrennende Ölfilm wurde durch längere Vollgasfahrt abgerissen.
denn hohe Drehzahlen = hoher Flächen- und Lagerdruck. So hässlich.
wie das Wort "fressen". ist auch der Schaden. den Sie verursacht haben. Wenn
der Motor festgegangen ist. ohne dass Sie rechtzeitig auskuppelten. so müssen
Zylinder und Kolben abgebaut und letzterer mit feiner Schlichtfeile oder Ölstein
nachgearbeitet werden (auf keinen Fall dazu Schmirgelleinen benutzen!). .Ein
guter Fahrer hat stets zwei Finger ("vorsichtige Finger") auf dem Kupplungshebel
liegen. um sofort auskuppeln zu können. Dadurch können ernste Schäden
vermieden werden. Natürlich hinterlässt auch ein leichter "Kolbenklemmer"
sichtbare Spuren. diese Druckstellen arbeiten sich aber bei vorsichtiger Fahrweise
nach einiger Zeit ab.
von der Wichtigkeit des richtigen Einfahrens haben wir Sie nun wohl überzeugt
und fassen alles Wesentliche für die Einfahrzeit (1500...2000 km) zu einem
"Fahrplan" zusammen :
1. Den Motor nicht unnötig im Stand laufen lassen. sondern sofort mit der
zulässigen Belastung anfahren. damit er schnell seine Betriebstemperatur
erhält. Der verbrannte Kraftstoff scheidet nämlich in jedem Motor
Kohlendioxyd und Wasser aus. Diese "bösen Geister" setzen sich beim kalten
Motor (nicht beim warmen!) im Motorinnern ab und verursachen mehr oder weniger
Korrosion (Rostbildung) das ist die Hauptursache für vorzeitigen Versch1eiß!
Deshalb auch im Winter. Antreten. Garagentor sch1ießen. Handschuhe an
und ab geht’s!
2. Es wurde bewusst darauf verzichtet. den Gasschieberweg während der Einfahrzeit
zu begrenzen (zu drosseln). Bitte fahren Sie jedoch innerhalb der ersten 500
km vorwiegend im mittleren Drehzahlbereich. Erst über 500 km Fahrstrecke
dürfen Sie kurzzeitig(fortlaufend sich steigernd bis zum Ende der Einfahrzeit)
Vollgas anbieten. Je mehr Kilometer der Motor hinter sich hat. um so mehr und
länger dürfen Sie ihn belasten.
3. Rechtzeitig schalten. damit der Motor weder im zu kleinen Gang überdreht.
noch im zu großen Gang "bockt". Fahren Sie Steigungen. die der Motor eben
noch im vierten Gang mit Vollgas schafft. lieber mit dem dritten und Halbgas.
Im mittleren Drehzahlbereich fühlt sich der Motor am wohlsten und verbraucht
aus Dankbarkeit wenig Kraftstoff.
4. Vorsicht auf der Autobahn. sie verleitet unbewusst zur Schnellfahrt oder
zum Fahren mit einer Drehgriffstellung. Auf Landstraßen werden Sie durch
Kurven. Ortsdurchfahrten u. ä. gezwungen. in verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen
zu fahren.
Der gute Fahrer schaltet oft!
5. Reinigen Sie den Vergaser und das Filter am Kraftstoffhahn öfter. damit
jede Verminderung des Kraftstoffzulaufes vermieden wird. Die Folge eines zu
mageren Kraftstoff-Luft-Gemisches ist ein überhitzter Motor und eventuell
ein ‘‘Kolbenklemmer".
6. Für die Einfahrzeit muss das Mischungsverhältnis 33:1 unverändert
beibehalten werden. eine besondere Einfahrdüse ist nicht erforderlich.
Nur die Teillast-(Düsen)-Nadel wurde bei beiden ES-Typen für die Einfahrzeit
eine Raste höher gehängt (siehe "Technische Daten").Kolloidales Graphit
oder Molybdändisulfid (MoS2)als Zusatz zur Kraftstoff-Öl-Mischung
ist für die Einfahrzeit nicht zu empfehlen. weil damit der Einlaufvorgang
unkontrollierbar verlängert wird. Zum Sch1uß möchten wir noch
vor übertriebener Schonung und Vorsicht warnen. damit nicht nach 5000 Fahrkilometern
der Kolben "klemmt". weil der Motor noch nie voll beansprucht wurde. Natürlich
können Sie auch während der EinfahrzeitIhre Sozia mitnehmen der höheren
Belastung entsprechend muss aber früher geschaltet werden. Lerne richtig
bremsen. denn "Sicherheit in jedem Fall'
muss das oberste Gebot sein! Benutzen Sie immer bei nasser und schmieriger traße
oder Glatteis mit entsprechender Vorsicht
beide Bremsen. Nur durch den dauernden Gebrauch bleibt die Vorderradbremse voll
wirksam. Die Fahrzeugmasse verlagert sich beim Bremsen auf das Vorderrad. deshalb
hat es bessere Bremswirkung. Werden beide Bremsen gefühlvoll und gleichmäßig
betätigt können Sie diese auch auf nasser Straße voll einsetzen.
Wenn andererseits einmal ein 5tonner quer steht und die Vorderradbremse zieht
nicht oder blockiert. weil sie nie benutzt wurde. dann - ja. was dann passiert.
können Sie sich selbst ausmalen : Vermeiden Sie das Bremsen in Kurven.
das ist mit Schleuder- und Rutschgefahr verbunden. Vor der Kurve Gas weg. bremsen
und im Scheitelpunkt der Kurve wieder zügig Gas geben! Üben Sie -
zuerst mit entsprechender Vorsicht - auf verkehrsarmen Nebenstraßen. bis
das gleichzeitige Betätigen beider Bremsen gewissermaßen zur Reflexbewegung
wird. dann werden Sie im Gefahrenmoment automatisch und vor allem mit der richtigen
Dosierung reagieren. denn blockieren dürfen die Räder nicht. weil
dabei der Reibwert niedriger ist. Außerdem kommen Sie dabei ins Schleudern
und eventuell zum Sturz.Nicht das Motorrad. sondern der Fahrer fährt. deshalb
auch etwas aus unserer Fahrpraxis für Ihr persönliches Wohlergehen.
das heißt. soweit es das Motorradfahrern betrifft :Zweckmäßige
Kleidung. denn mit steifgefrorenen Fingern und Füßen kann nicht mehr
gefühlvoll gebremst und gekuppelt werden. Das körperliche Unbehagen
ver1ängert die Reaktionszeit (Schrecksekunde) bei schwierigen Verkehrssituationen!
Bei einer längeren Fahrt im Hochsommer nicht "kniefrei" und mit offenem
Hemdkragen fahren. Wenn sich ein bösartiges Insekt für die unbeabsichtigte
Landung auf Ihren nackten Körperteilen revanchiert. ist das für Sie
zwar schmerzlich. das Wesentlichste ist aber. dass Ihre Aufmerksamkeit für
den Straßenverkehr abgelenkt wird.Sandalen und ähnliches absatzloses
Schuhwerk mag im Hochsommer bequem sein. zum Motorradfahren ist es jedoch nicht
das richtige. Die Absätze geben den Füßen Halt auf den Fußrasten.
"ohne" können Sie bei einer Notbremsung (wo es oft um Sekundenbruchteile
geht) von Raste und Bremspedal abrutschen. Eine zugfreie. gut sitzende Schutzbrille
ist ebenso wichtig wie ein einwandfrei passender Sturzhelm. Schon das kleinste
Insekt im Auge des Fahrers macht die ES vorübergehend "führerlos".
Bitte rechnen Sie einmal aus. mit welcher Wucht ein Käfer von 1 g Masse
bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 80 km/h bei Ihnen auftrifft!
Tipp für den Sonntagsfahrer! :
Es hebt nicht die gute Laune. wenn Sie vor Antritt einer Fahrt. gut verpackt
im Fahrermantel. Schal und Sturzhelm. zehnmal den Kickstarter niedertreten müssen.
Beugen Sie dem vor. indem Sie bei der Heimfahrt schon 200. ..300 m vor der Garage
den Kraftstoffhahn schließen. damit beim nächsten Start frischer
Kraftstoff in den Vergaser kommt. Die leichtflüchtigen Bestandteile verdunsten
bei längerer Standzeit. und gerade auf diese kommt es beim Starten an.
6. Instandhaltung
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6.1. Motor. Kupplung und Getriebe
Um den Motor werden Sie sich am wenigsten kümmern müssen. Sofern
er immer die vorgeschriebene Kraftstoff-Öl-Mischung erhält. Vergaser
und Zündanlage in Ordnung sind. besteht die Wartung nur im gelegentlichen
Nachziehen der Überwurfmutter des Auspuffrohres. Wenn Sie nach . . . zigtausend
Fahrkilometern der Ansicht sind. durch einen Satz neuer Kolbenringe etwas zu
verbessern. so ist das ein großer Irrtum. Die Zylinderbohrung ist (in
Längsrichtung) oval ausgelaufen. die neuen Kolbenringe sind aber rund.
Das bedeutet. dass sie nur schlechter abdichten können. als die alten.
Die durchschlagenden Verbrennungsgase heizen den Kolben so stark auf. dass Sie
mit Kolbenklemmern rechnen müssen. Die Kupplung muß bei jedem Schaltvorgang
Motor und Getriebe einwandfrei trennen. Beim Anfahren müssen erhebliche
Drehzahlunterschiede ausgeglichen und bei der Fahrt das volle Motordrehmoment
rutschfrei übertragen werden. Naturgemäß entsteht dabei geringfügiger
Verschleiß. der regelmäßig ausgeglichen werden muss. Am Kupplungshebel
muss immer ein Spiel von 3 mm vorhanden sein. Nachgestellt wird mit der "Schnellverstellung"
am Kupplungshandhebel. Kommen Sie mit dieser Feineinstellung nicht mehr aus
(weil die Griffschraube schon weit hineingedreht ist) wird diese wieder herausgedreht.
Am Getriebe finden Sie eine Grobeinstellung. Nach Lösen der Kontermutter
ist die Schlitzschraube je nach Bedarf eine halbe oder dreiviertel Umdrehung
herauszudrehen. Mutter wieder
Bild 23. Spiel am Kupplungshebel
Bild 24. Stellschraube für Kupplungsdruckstift 0 Schmierkopf für
Kupplungsschnecke
gut festziehen! Jetzt wird mit der Schnellverstellung am Lenker nachreguliert.
bis wieder 3 mm Spiel vorhanden ist.
Schalldämpferendstück aufhört. "Entrümpeln" bringt nur Mehrverbrauch.
Minderleistung und Ansteigen der Lautstärke. Lärm ist in diesem Falle
ungenutzte Energie !
Bild 27. Schalldämpfer. zerlegt
6.5. Vergaser
Die Bezeichnungen "Gas geben" oder "Vergaser" sind an sich
irreführend. denn es wird ein Gemisch von Luft und Kraftstoff - ein Kraftstoffnebel
- im Vergaser aufbereitet. Nur wenn beides im richtigen Verhältnis - 15
Teile Luft und 1 Teil Kraftstoff - miteinander vermisch t wird. kann der Motor
die zugesicherte Leistung abgeben. Mehr Kraftstoff ergibt eine "Brennverzögerung".
etwa so. als wenn mit Spätzündung gefahren wird. Das bedeutet schlechte
Leistung und hoher Kraftstoffverbrauch ! Zu wenig verursacht das unter dem Begriff
"Kraftstoffklingeln" bekannte Nebengeräusch : Die Selbstentzündung
beginnt bereits vor OT. Die Zündkerze braucht nicht mehr zu "zünden".
weil der Motor auch bei ausgeschalteter Zündung weiterläuft. Die damit
verbundene Überhitzung verursacht Kolbenklemmer !Wir glauben. Sie nun von
der Dringlichkeit der richtigen Vergasereinstellung und einer gelegentlichen
Säuberung überzeugt zu haben und schildern nun. wie das gemacht wird.
Nach Lösen der Schlitzmutter und Abziehen des Kraftstoffschlauches vom
Nippel werden beide Hälften der Vergaserabdeckkappe seitlich herausgezogen.
Verschlussmutter abdrehen. komplette Schiebergehäuse kappe mit dem Gasschieber
herausziehen. Nun noch die Mutter der Klemmschraube lockern. den Drahtklemmring
vom Gummikrümmer lösen. und der Vergaser kann vom Ansaugstutzen abgezogen
werden.(Vielleicht sind Ihnen die Bezeichnungen der Vergaserteile nicht geläufig.
bei Bild 8 können Sie nachlesen. was damit gemeint ist.) Eintretender Schmutz
setzt sich zuerst in Schwimmergehäuse ab. deshalb dieses zuerst und gründlich
mit Benzin säubern. Als nächstes werden die Leerlauf-. Start- und
Hauptdüse sowie die Leerlaufluft-Stellschraube herausgeschraubt. Die vom
Sitz der Leerlaufkraftstoffdüse ausgehende Leerlaufbohrung (sie mündet
im Mischraum) blasen wir mit Druckluft durch (die Luftpumpe tut's auch!). Den
kalibrierten Bohrungen der Düsen nicht mit einer Nadel oder Draht zu Leibe
gehen - dann sind sie am längsten Düsen gewesen. sondern mit einer
Borste aus Muttis Handfeger durchstoßen.Wenn trotz richtiger Vergasereinstellung
der Kraftstoffverbrauch zu hoch ist. dann die Dichtscheibe am Startkolben überprüfen.
Eventuell dichtet diese - weil beschädigt - bei geschlossenem Starthebel
nicht einwandfrei ab- Oder die Seilzugstellschraube e ist zu weit herausgedreht.
so daß die Dichtscheibe nicht aufliegen kann. Zwischen Seilzughülle
und Stellschraube sind 2 mm Spiel erforderlich. damit die Druckfeder den Startkolben
vollkommen schließt und damit den Durchgang von Kraftstoff-Luft-Gemisch
absperrt.Der Zusammenbau geht in umgekehrter Reihenfolge vor sich. Die gereinigten
Vergaserteile hatten Sie doch auf ein sauberes Putztuch gelegt? Trotzdem werden
alle Dichtflächen und die Dichtringe selbst nochmals abgewischt. Bevor
der Vergaser angebaut wird. säubern wir auch den Gummistutzen der Luftfilteranlage.
Vorn. unter "Technische Daten". sind alle Einstellwerte zusammengestellt. Diese
haben immer Gültigkeit. also während und nach der Einfahrzeit und
Winterbetrieb. Die Hauptdüse bleibt unverändert. Wenn der Motor mit
dieser Einstellung nicht einwandfrei läuft. darf nicht mit größeren
oder kleineren Haupt oder Leerlaufdüsen überbrückt werden. Die
wirkliche Ursache muß gesucht und beseitigt werden.
Bitte bei der Reinigung des Vergasers den Zentralschwimmer mit äußerster
Vorsicht behandeln. Werden die- beiden Schwimmerkörper. (siehe Bild 8)
gegeneinander verdrückt. oder die Lasche zum Anheben der Schwimmernadel
verbogen. dann kann der Kraftstoffstand nicht mehr funktionsgerecht sein. Demzufolge
wird der Motor nicht mehr zufriedenstellend oder überhaupt nicht laufen.
Dann kann nur die nächste MZ-Vertragswerkstatt helfen. Dort stehen MZ-Werkstattinformationen
zum Einstellen der BVF-Startvergaser zur Verfügung und hier die "Arbeitseinteilung"
im Vergaser: Hauptregelbereich der Leerlaufdüse O...1/8 Gasschieberweg
(ist noch bis Vollgas wirksam). Regelbereich des Schieberausschnittes bis 1/4
Gasschieberweg. . Regelbereich der Düsennadel 1/ 4. . .3/ 4 Gasschieberweg.
Hauptregelbereich der Hauptdüse 3/4 bis Vollgas (beeinflußt .aber
den ganzen Bereich).Es gibt nichts unangenehmeres. als in "Reih und Glied" vor
der Verkehrsampel zu stehen und der Motor stirbt bei "Grün". Damit Ihnen
derartiges nicht passiert. beschreiben wir das Leerlaufeinstellen ausführlich
:Die ES gründlich warm fahren (bitte nicht allzu wörtlich nehmen.
das sind immerhin etwa ll0 GradC!) und genau waagerecht aufbocken. Natürlich
muß auch der Vergaser gerade stehen.. Leerlaufluftschraube (2) ganz zu.
21/2 Umdrehungen ~ öffnen. Stellschraube für Gasbowdenzug (1) herausdrehen
bis Motor bei Standgasstellung eben noch weiterläuft. Leerlaufluftschraube
probeweise langsam hinein- und herausdrehen. bis höchste Drehzahl gefunden.
. Stellschraube für Gasbowdenzug hineindrehen. bis Standgas-Drehzahl wieder
normal.
Luftschraube wieder 1/ 4 Umdrehungen hineindrehen (das ist für den
besseren Übergang mit kaltem Motor). Zum Begriff "Standgaseinstellung".
Im Gasdrehgriff
Bild 28.
Vergaser (1) Gasschieberbowdenzug-Stellschraube (2) Leerlaufluftschraube (3)
Klemmschraube
Zwischen
Schieber und Bowdenzugwiderlager - ist eine kleine Druckfeder eingesetzt. Damit
ergeben sich zwei Stellungen : .a) Im entspannten Zustand ist die Feder der
Anschlag für "Standgas". Einreguliert wird mit der Stellschraube für
den Gasbowdenzug. b) Wird der Drehgriff - gegen den Federdruck - noch weiter
geschlossen. schließt der Gasschieber den Vergaserdurchlass vollkommen
ab (sofern nicht durch lange Laufzeit das Schiebergehäuse ausgeschlagen
ist!).Mit diesem "elastischen" Anschlag - und den sich daraus ergebenden zwei
Drehgriffstellungen - brauch t auch der sportliche Fahrer nicht auf die Standgaseinstellung
zu verzichten. Bergab wird der Drehgriff vollkommen zugedreht. Dadurch werden
die Triebwerksteile nicht durch einzelne unregelmäßige Arbeitstakte
belastet. Kette und Zahnräder danken das durch längere Lebensdauer!
Auch zum Abstellen des Motors wird der Drehgriff vollkommen zugedreht und dann
die Zündung ausgeschaltet. Schließt der Gasschieber den Durchlass
vollkommen ab. so bekommt der Motor kein zündfähiges Gemisch mehr
- folglich kann es keine Glühzündung geben! Eine kleine Bremsschraube
(Schlitzschraube) am Drehgriffbund verhindert den selbsttätigen Rücklauf
des Drehgriffes. Das Leerlaufsystem ist gewissermaßen ein kleiner Vergaser
für sich. der über den ganzen Drehzahlbereich zusätzlich Gemisch
liefert. Deshalb kann schon eine zu fette Leerlaufeinstellung die Ursache für
hohen Verbrauch sein. Wenn doch einmal unterwegs die Hauptdüse verschmutzt
ist. so braucht nicht der Vergaser zerlegt zu werden. Die beiden Abdeckkappenhälften
abnehmen. Mutter der Klemmschraube lockern und Verschlußschraube abdrehen.
Nach Verdrehen des Vergasers kann die Hauptdüse herausgeschraubt und ausgeblasen
werden.
6.6.
Luftfilter und Ansauggeräuschdämpfer
Der Motor
verbraucht zur Verbrennung erhebliche Mengen Luft. Da diese leider nicht staubfrei
ist. muß sie in der Filteranlage gereinigt werden Je nach dem
Zustand der befahrenen Straßen ist das Trockenluftfilter nach 1000...2000
km zu reinigen. Der Filterpapiereinsatz darf weder ausgewaschen noch eingeölt.
sondern nur vorsichtig ausgeklopft werden !Nach 10 000 km ist der Papiereinsatz
zu erneuern.
Bild 29. Reinigen der Hauptdüse
Richten Sie
bitte beim Abspritzen den Wasserstrahl nicht auf die Oberkante der rechten Seitenverkleidung
ein nasser Filtereinsatz ist lufttundurchlässig und da mit unbrauchbar!
Der Kraftstoffverbrauch steigt dadurch enorm an.
6.7. Kraftstoffhahn
und -filter
Garantiert sauberes Benzin
gibt' s nur in der Apotheke!
Deshalb hat der Kraftstoffhahn Ihrer ES gleich zwei Filter. Ein Siebfilter
vor dem. Einlauf (siehe Bild 17).das zweite vor dem Auslauf. in der Filterkappe.
Das untere Filter kann leicht. gesäubert werden : Kappe ab-
Bild 30.
Luftfilteranlage. zerlegt. mit rechter Seitenverkleidung
schrauben. Filter abschrauben. in Benzin auswaschen und wieder montieren.Mit
dem Einlauffilter geht das nicht so leicht. der Kraftstoff muß abgelassen
und der Hahn ausgebaut werden. Achtung! Die Überwurfmutter hat in der oberen
Hälfte Rechts in der unteren Linksgewinde! Das Filter abziehen und auswaschen.
Hahn auf Reserve stellen und vom Ablauf her kräftig durchblasen. evtl.
nochmals durchspülen. Beim Zusammenbau auf guten Zustand und Sitz der Dichtungen
achten. Beide Schrauben des Halteringes gefühlvoll anziehen; der Griffhebel
muss sich spielend leicht drehen lassen. andernfalls wird der Kraftstoffdurchfluß
so reduziert. dass der Vergaser nicht einwandfrei arbeiten kann!
6.8. Elektrische Anlage
Während der regelmäßigen Reinigung des Fahrzeugs werden
alle elektrischen Leitungen auf eventuelleScheuerstellen überprüft.
Ist die Isolierung beschädigt. so muss sie mit Isolierband umwickelt werden.
6.8.1. Lichtmaschine
Die Lichtmaschine braucht wenig Pflege. nur der Schmierfilz des Unterbrechernockens
erhält alle 2000 km 2. . .3 Tropfen Hypoid oder B 2-01. Die höchste
Stelle des Nockens muss unbedingt den Filz streifen sonst ist vorzeitiger Verschleiß
des Unterbrecherhammers die Folge.
6.8.2. Unterbrecherkontakte
Die Unterbrecherkontakte
werden alle 2000 km auf Abbrand untersucht. Kleine Brandstellen sind mit der
Kontaktfeile zu beseitigen. Richtiger ist es. Amboss und Hammer auszubauen und
mit einer Schmirgelfeile nachzuarbeiten. Kein Schmirgelpapier oder -leinen benutzen
!Stellen Sie größere Krater fest. dann beide Teile auswechseln. Starkes
"Kontaktfeuer" deutet auf nicht plan aufliegende Kontakte (Kontaktwinkel nachbiegen)
oder auf defekten Kondensator hin. Vielleicht hat dieser auch nur schlechten
Masseschluss. Das starke Kontaktfeuer verursacht abnormalen Abbrand und schwächt
den Zündfunken! Zum Auswechseln des Unterbrechers dürfen die Schlitzschrauben
(1) und (2) nicht gelockert werden. weil damit der Zündzeitpunkt verstellt
wird. .Zuerst die Anschlußschraube (3) (Stromzuführung zum Kondensator)
und dann die Schlitzschraube (4) herausdrehen - der Unterbrecher kann abgenommen
und der Hammer vom Lagerbolzen (5) abgezogen werden.Bei der Montage bekommt
der Lagerbolzen einen Tropfen Ö1. der Hammer muss sich spielend leicht
drehen.

Bild 31.
Kontrolle und Nachstellen des Unterbrecherabstandes
Nach Lockern
der Halteschraube (4) Wird durch Verdrehen der Exenterschraube (6) der vorgeschriebene
Kontaktabstand eingestellt. Das sind für beide ES-Typen 0.4 mm an der höchsten
Stelle des Nockens. Die Fühllehre (Bordwerkzeug) darf bei der Messung nicht
klappern oder klemmen. denn Unterbrecherabstand und Zündzeitpunkt stehen
in unmittelbarem Zusammenhang.
6.8.3. Zündzeitpunkt
Der Zündzeitpunkt ist fest eingestellt bei beiden ES-Typen sind 3 mm
vor OT vorgeschrieben.Genaue Zündeinstellung ist. zusammen mit einwandfreier
Funktion des Vergasers. die Voraussetzung für müheloses Starten und
gute Leistung in allen Drehzahlbereichen. Deshalb überlassen Sie diese
Arbeit einer Vertragswerkstatt. Dort steht die erforderliche Einstellehre (mit
Meßuhr) und Prüflampe zur Verfügung.Nach 10 000 km sind die
Lichtmaschine und der Regler von einer Elektronvertragswerkstatt zu überprüfen:
Verschleiß der Schleifkohlen. evtl. Kollektor säubern. Regler nachstellen
usw.
6.8.4. Zündkerze
Die Zündkerze
ist starken thermischen Beanspruchungen ausgesetzt. Zuerst bei der Verbrennung
über 2000 Grad C. dann die kühlen Frischgase. zugleich den Verbrennungsdruck
von über 30 at und das alles in einer Minute bis zu 5000mal und mehr Wir
unterstützen die Kerze bei ihrer Arbeit. indem wenigstens alle 2000 km
die Verbrennungsrückstände mit der Drahtbürste beseitigt werden.
Nicht ausbrennen. der Kerzen Isolator bekommt Haarrisse und schlägt dann
durch! Durch Nachbiegen der Masseelektrode wird der ursprüngliche Abstand
von 0.6 mm wieder hergestellt und mit der Einstellehre (Bordwerkzeug) kontrolliert.Am
"Zündkerzengesicht" ist mit ziemlicher Sicherheit zu erkennen. ob der Motor
wirklich einwandfrei arbeitet oder nicht. Hat der Kerzenstein innen keine hell
sandfarbige Färbung. so muß schleunigst der überprüft werden!
Kommen Sie mit "Wo liegt der Fehler?" nicht zurecht. dann sofort einen MZ-Dienst
auf suchen.
Sehr wichtig
ist der richtige Kerzenwärmewert:
"Isolator"
M 141260 für normale Beanspruchung. also auch für die Einfahrzeit.
Keinen niedrigeren Wärme wert (auch nicht im Winter). Glühzündungen
bekommen keinem Motor!Nach Möglichkeit "Isolator"Kerzen verwenden. einige
andere Fabrikate liegen trotz gleicher Kennziffer im Wärmewert wesentlich
tiefer. Auf jeden Fall nach 10000 km eine neue Zündkerze die Ausgabe macht
sich durch erhöhte Startfreudigkeit bezahlt.Die Hauptaufgabe des Kerzensteckers
ist die Übertragung des hochgespannten Zündstromes auf die Kerze.
Zusätzlich schirmt der Keramikkörper hochfrequente Strahlungen der
Kerze ab die den Rundfunk und Fernsehempfang empfindlich stören würden.
Das Innere des Steckers wird bei einer Kontrolle der Zündkerze immer sauber
ausgewischt (Feuchtigkeit und Öl). sonst springt dort schon der Zündstrom
über. Die drei Klemmfedern werden so nachgebogen. daß sie am Kerzensockel
anliegen und Masseschluß haben.An den austauschbaren Entstörwiderstand
kommen Sie nach Abdrehen des Steckers vom Zündkabel heran. Mit dem kleinen
Schraubenzieher wird das dort sichtbar gewordene Gewindestück herausgeschraubt.
und der Widerstand fällt heraus. Ist dieser am Glaskörper schon etwas
angerußt oder sind die Metallteile stark oxydiert. so wird er erneuert.
Die Kontaktstellen am Kerzenstecker werden ebenfalls blank gemacht. für
das Innere des Steckers nehmen Sie ein Holzstäbchen.
6.8.5. Regler. ZündspuIe und KIemmbrett
Um Regler
und Zündspule brauchen Sie sich nicht vlel zu kümmern. nur alle 5000
km die Kabelschuhe auf festen Sitz überprüfen.
Bild 32. Regler. Zündspule.
Klemmbrett mit Sicherung. Batterie
An den
Anschlußklemmen des Klemmbrettes sowie an den Kontaktstellen der Sicherungen
kann sich nach längerem Betrieb Oxid bilden. Diese Stellen werden blank
gemacht (auch die Kabelenden) und mit einem Hauch säurefreier Vaseline
überzogen. Vielen Fahrern ist noch nicht bekannt. daß durch diese
(und andere) schlechten Kontaktstellen Leitungsverluste von 50"/0 und mehr entstehen.
6.8.6. Batterie
Wenn Sie den Schlüssel ins Zündschloß stecken und die Ladekontrolle
glimmt nur das Horn gibt nur noch ein heiseres Krächzen von sich. dann
ist die Batterie leer.Leer in zweifacher Hinsicht kein strom keine Säure
die Platten stehen. wenigstens teilweise. trocken.Zw ar kann das Fahrzeug auf
Zündschloßstellung 5 im zweiten Gang angeschoben werden für
die Zukunft ist aber regelmäßige Batteriepflege besser als Optimismus!
Die neue Bleibatterie wird wie folgt behandelt:
Zellen mit Akkumulatorenschwefelsäure
(Dichte = 1.24 in den Tropen 122) bis zur oberen Marke füllen.Nach 2..
.3 Stunden mit 0 A laden.Batterie ist geladen wenn alle Zellen gleichmäßig
gasen die Ladespannung 7 5. . .7 Volt erreicht hat. Während der nächsten
drei aufeinanderfolgenden Stunden unverändert bleibt und die Säuredichte
1.28 beträgt. Der normale Ladestrom außerhalb des Fahrzeugs beträgt
12 Ah. Nachfüllen der Zellen nur mit destilliertem Wasser Säurespiegel
innerhalb der Markierung halten. Das Gehäuse ist vor Kraftstoff und Schlagbeanspruchung
zu schützen. Behandlungsvorschrift genauestens einhalten.In den ersten
Wochen der Betriebszeit ist zweimal an fremder Stromquelle nachzuladenÂ
weil der neue Akku erst nach und nach auf die volle Speicherfähigkeit kommt.
Bei Dauerbetrieb ist das später nicht notwendig. Regelmäßig
nach 2000 km ist der Säurestand zu überprüfen und durch Nachfüllen
von destilliertem Wasser zu ergänzen. Die Batterieanschlüsse und Pol
verbindungen sind immer sauber zu halten und mit säurefreier Vaseline (Polfett)
zu fetten.Alle 5000 km muß die Säuredichte in einer Batterie pflegestation
überprüft und korrigiert wverden.
6.8.7. Scheinwerfer
Zum Auswechseln
der Biluxlampe wird der Polyamid Blendring abgenommen und die beiden Halteösen
des Scheinwerfereinsatzes so weit herausgezogen. bis sie sich außen einhaken.
Dadurch wird der Einsatz frei und kann herausgenommen werden. Glas und Reflektor
sind miteinander verklebt. nicht unnötig trennen!Die Kontaktleiste (1)
wird vorsichtig abgezogen damit die Kontaktzungen nicht verbogen werden. sonst
gibt's dort keinen Durchgang mehr. Wenn der Masseanschluß (2) nicht einwandfrei
anliegt. bleibt es ganz finster!Wird die Haltefeder (3) aus den drei Einschnitten
des Lampensockels herausgehoben. so springt die Bilux lampe heraus. weil darunter
eine Druckfeder liegt. Das Einsetzen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Es
muß dabei beachtet werden. daß die kleinen Blechzungen des Lampensockels
in die dafür vorgesehene Ausspa rung im Reflektor kommen.Achtung! Der Glaskörper
der Biluxlampe darf nur mit einem sauberen Tuch oder mit Seidenpapier ange faßt
werden. Die Finger (auch saubere!) hinterlassen Fettspuren. die durch die Wärme
verdampfen und den hochglanzpolierten Reflektor trüben.Das asymmetrische
Abblendlicht muß besonders sorg fältig eingestellt werden. um nicht
andere Verkehrsteilnehmer zu blenden :
Bild 33. Scheinwerfereinsatz
ausbauen
Die ES
wird in 10 Meter Entfernung vor einer Wand. rechtwinklig zu dieser. aufgestellt.
Mit Spurlatte und 90°Winkel wird entsprechend der Darstellung auf Bild 35
nachgeprüft. Das Fahrzeug ist mit dem Fahrer zu belasten. die hinteren
Federbeine stehen auf --Weich". Bei dieser Belastung muß die Hell-Dunkel
grenze des Lichtfeldes 25 cm unter Scheinwerfermitte
Bild 34.
Auswechseln der Biluxlampe (1) Kontaktleiste (3) Haltefeder(2) Massekontakt
(4) Blinkgeber
("Z"Linie) und der Knickpunkt
zwischen "V u. W" liegen.
Zur Gegenprobe werden die hinteren Federbeine auf "Hart" gestellt und das
Fahrzeug zusätzlich mit dem Soziusfahrer belastet. Dabei darf die Hell-Dunkel
Grenze nicht über dem zulässigen oberen Wert liegen.Nachgestellt wird
nach dem Lockern der auf Bild l0 gezeigten Schraube.
6.9. Fahrgestell
Jedes sich
bewegende Teil muß in irgendeiner Form geschmiert werden. Was nützen
z. B. die besten Feder beine. wenn die Schwingenlagerung schwer geht? Wir bringen
am Ende des Buches einen "Schmierplan" (Bild der 44 und 45)damit ja keine Schmierstelle
vergessen
Bild 35. Scheinwerfereinstellung
für asymmetrisches Abblendlicht
wird. Die
Hinweispfeile erleichtern die Suche nach den einzelnen Schmier'nippeln. Schmieren
Sie lieber etwas öfter und reichlicher als zu wenig. Ausnah'men sind die
beiden Bremsschlüssel.Wischen Sie auch die Schmiernippel vorher gut ab.
denn Schmutz gehört auf keinen Fall in die Lager stellen !Beachten Sie
bitte. daß der Lenker ES 125/1 15011 so geklemmt ist. wie das vom Fahrrad
her bekannt ist.Nach Abnehmen der Hutmutter (Schlüsselweite 36!). muß
der Zwischenring entfernt und mit einem Steck schlüssel (SW 14) die Klemmschraube
etwa 8 Umdrehungen gelöst werden.Durch einen Schlag mit dem Plastikhammer
auf die Klemmschraube wird die Spreizhülse lose der Lenker kann jetzt abgezogen
werden. Nicht mit dem Hammer herausschlagen. sondern nur durch Kippeln lösen!
6.9.1.
Kettendurchhang
Der Kettendurchhang
wird regelmäßig. alle 1000 km überprüft. Zuviel oder zuwenig
Durchhang bringt er höhten Verschleiß. nicht nur der Kette sondern
auch der Lager. Geprüft wird bei belastetem Fahrzeug; der Kettenstrang
(nicht nur der Schlauch) muß sich an jeder Stelle nach oben und unten
je 10 mm leicht bewegen lassen; also bei einem vollen Kettenumlauf überprüfen.
Zum Nachstellen der Kette sind die Steckachse und die Mutter am Flanschbolzen
je eine Umdrehung zu lockern. Durch gleichmäßiges Verdrehen der Stell-
und Kontermuttern an beiden Kettenspannern (Bild 16) wird der richtige Durchhang
hergestellt.Nachdem alles wieder festgezogen ist. den Durchhang nochmals überprüfen
und auf richtiges Spuren der Lauf räder achten. Jedes Vollschwingenfahrzeug
hat die un angenehme Eigenschaft. bei Schiefstand des Hinter rades sofort durch
schlechte Straßenlage zu reagieren!
6.9.2.
Kettenschmierung und -verschleiß
Die Kette ist in bezug auf Schmierung durch die staubdichten Kettenschutzschläuche
ziemlich anspruchslos.
Bild 36. Kette ölen
Alle 1000
km erhält sie aus der Ölkanne 20. . .25 Tropfen Getriebeöl GL
60. Dazu wird der untere Kettenschutzschlauch vorn am etwas abgezogen und durch
den vorher von der Gummizunge verdeckten Ausschnitt geölt. Das Hinterrad
ist dabei langsam weiter zudrehen. Nach etwa 10 000 km ist die Kette unbedingt
auf Verschleiß zu überprüfen. Besonders das Schloß besehen
wir uns gründlich. Die Bolzen dürfen in der Lasche nicht locker sein.
Sitzt die Verschlußfeder lose in den Nuten der Bolzen. dann unbedingt
ein neues Ketten schloß verwenden. Die verschiedenen Kettenfabrikate haben
unterschiedliche Bolzendurchmesser nur ein genau passendes Schloß verwenden!Abnehmen
können Sie die Kette nach Entfernen des Abschluss und Lichtmaschinendeckels
Die Verschlussfeder des Kettenschlosses wird mit der Kombizange nach vorn abgedrückt
(nicht verbiegen!) und ein Ende der Kette vom Schloss abgezogen. Eine alte.
aber saubere Kette wird vorschriftsmäßig angehängt also auch
die Verschlussfeder darauf und die Original kette herausgezogen.

Bild 37. Kette
abnehmen
Zum Überprüfen
wird die Kette gründlich in Waschbenzin gesäubert Sind die einzelnen
Bolzen schon so stark eingelaufen. dass die Kette. wenn wir sie mit beiden Händen
waagerecht (hochkant) vorhalten krumm wie ein ..Türkensäbel" ist.
lohnt das Auflegen nicht mehr. n kurzer Zeit bekommen dann die Kettenräder
..Haifischzähne" Eine neue Kette ist billiger als das. was bei einem eventuellen
Kettenriss zerstört wird ! Meinen Sie. dass die Kette noch einige tausend
Kilometer hält. dann ist sie in erhitztes Kettenfett zu legen. Bitte dabei
die Hinweise des Herstellers auf der Fettdose beachten. Beim Auflegen wird die
gereinigte und gefettete (geölte) Kette wieder an die alte Kette angehängt
und durchgezogen. Auf den richtigen Sitz der Verschluß feder ist besonders
zu achten. Es muss die Feder richtig in die Nuten einrasten und fest sitzen.
2. die offene Seite der Flachfeder entgegen der Drehrichtung liegen. damit sie
beim Fahren nicht abgestreift wird.Sehen Sie lieber zweimal hin. um vollkommen
sicher zu sein!
6.9.3. Fluchten der Laufräder
Jedes Vollschwingenfahrzeug reagiert stark auf Nicht fluchten der Laufräder
Steht das Hinterrad schief. so neigt auch die ES zum "Schwimmen". Außer
schlechter Straßenlage ist erhöhter Reifenverschleiß die Folge
Deshalb nach jedem Herausnehmen des Hinterrades den Rücken krumm machen
und zwischen den Beinen durch am Hinterrad vorbei das Vorderrad an ssieren Wer
es noch genauer machen will. nimmt zu Hause eine Meßlatte : Meßlatte
seitlich an den Hinterradreifen anlegen (so hoch wie möglich. wegen der
besseren Auflage) Am Vorderradreifen muss die Latte ebenfalls an zwei Punkten
anliegen (dabei ist aber. zu beachten. dass dieser schmaler ist).Auf der anderen
Seite die Gegenprobe machen und bei Bedarf an den Kettenspannern nachstellen.
6.9.4. Federbeine
Bei den
Federbeinen muß sich die Wartung auf das Sauberhalten beschränken.
Kolben und Bodenventil werden in Spezialprüfgeräten auf den erforderlichen
Dämpfungswert eingestellt. Unkontrollierbares Nach stellen von Hand bringt
kaum Erfolg. Am Schnittbild ist ersichtlich von wieviel Teilen die einwandfreie
Funktion abhängt. Wenden Sie sich bitte an Ihren MZ-Dienst dieser wird
Ihnen die Anschrift des FederbeinInstandsetzungsbetriebes bzw. dessen Annahmestellen
mitteilen.
6.9.5. Bremsen nachstellen und säubern
Jedes Fahrzeug
ist nur so gut. wie seine Bremsen sind.Nun auf die Bremsen der ES können
Sie sich verlassen! Voraussetzung ist aber. dass Sie die Bremsen auch richtig
einstellen. Die Vorderradbremse erhält so viel Spiel. dass die Bremsbacken
erst anliegen. wenn das Ende des Handhebels am Lenker noch etwa 50 (Bild 21)
absteht. Nachgestellt Wird vom Drehgriff oben am Handhebel durch Verdrehen der
Rändelschraube. Der Hebel selbst wird nach Lockern der Klemm schraube so
verdreht. dass in Verlängerung der aus gestreckten Arme die gestreckte
Hand (ohne nach oben abzuwinkeln!) bequem auf dem Handhebel liegt.(In gleicher
Weise wird natürlich auch der Kupplungs handhebel verstellt.) Nur so kann
eine größere Entfernung ermüdungsfrei bewältigt oder bei
unerwartet auftauchenden Hinder nissen schnell reagiert werden! Der Verschleiß
des Bremsbelages der Hinterradbremse wird durch Herausdrehen der Stellschraube
am hinteren
Bild 38
ES-Federbein geschnitten
Bild 39. Hinterradbremse nachstellen
Bremsdeckel ausgeglichen. Rechtzeitig
nachstellen. damit nicht der Fußbremshebel am Ende des Ausschnittes am
Kerbstift anliegt. Dann ist die Bremse nicht voll wirksam. Auch nicht zu viel
nachstellen. denn die Fußspitze gehört während der Fahrt (in
"Lauerstellung") auf den Bremshebel!Alle 5000 km werden beide Bremsen gründlich
gesäubert. der Abrieb entfernt. die Anschrägung der Brems beläge
an der anlaufenden Seite nachgefeilt und die Drehbolzen sowie die Bremsschlüssel
mit zähflüssigem Fett (Heißlagerfett) geschmiert. Bitte vor
dem Ausbau die Bremsbacken markieren. da mit sie wieder dorthin kommen. wo sie
ursprünglich saßen und sich angepasst haben. .
6.9.6. Bremslichtkontakt nachstellen
Wurde die Einstellung der Hinterradbremse verändert. so muss auch der
Bremslichtkontakt nachgestellt wer den. Die Gummitülle mit Kabelstecker
wird abgezogen und mit dem Maulschlüssel die Kontermutter gelockert. Ein
Bild 40. Bremslichtkontakt nachstellen
Helfer drückt
den Fußbremshebel so weit nieder. bis beim Durchdrehen des Hinterrades
die Bremsbacken eben zu schleifen beginnen. In dieser Stellung wird der Hebel
festgehalten. und Sie verdrehen die Schlitz schraube. bis das Bremslicht aufleuchtet
(Zündung einschalten!). Die Kontermutter gefühlvoll anziehen. da mit
die Isolierbuchse nicht beschädigt wird.
6.9.7. Reifenluftdruck
Wenn Sie Ihren
Reifen ein langes Leben wünschen. dann halten Sie sich bitte genau an unsere
Angaben über den Reifenluftdruck:
Vorn. mit und
ohne Sozius 14 at. hinten. Solofahrt 1.8 at. hinten. mit Sozius 2.0 at. Wir
sagten schon weiter vorn. die Schuhspitze ist kein Messinstrument. Kaufen Sie
sich einen Druckprüfer. damit wirklich nichts schief geht. Der richtige
Reifenluftdruck ist nicht nur für die Lebensdauer wichtig. sondern auch
die gute Straßenlage hängt davon ab. schon 0.2 at mehr oder weniger
machen sich bemerk bar. Geprüft wird vor der Fahrt. denn während der
Fahrt erhöht sich der Druck im erwärmten Reifen. bedingt durch forsche
Fahrweise oder Belastung. Berück sichtigen Sie das bei einer Pause unterwegs.
und lassen Sie keinesfalls Luft ab! Starke Sonnenbestrahlung. Benzin und Öl
lassen die Reifen vorzeitig altern. Bitte beachten: Lässt einmal ohne erkennbaren
Grund der Luftdruck nach. dann zuerst den Ventileinsatz überprüfen:
Ventilkappe abschrauben. Finger anfeuchten und damit das Ventil betupfen. Entstehen
Blasen. So wird mit der Oberseite der Ventilkappe der Ventileinsatz nachgezogen
oder. wenn das nicht hilft. der Ventileinsatz ausgewechselt. Deshalb ins Flickzeug
auch zwei Reserveeinsätze.
6.9.8. Reifenmontage
Ist es aber tatsächlich
ein "Plattfuß". dann ist das nicht so schlimm. Durch die Steckachsen ist
der Radausbau kinderleicht.
Bild 41. Steckachse
und Bremsgegenhalter lösen
Vorderrad:
Mutter der Steckachse
lösen und Achse herausziehen (8mmDorn. Bordwerkzeug!). Achse und Mutter
immer auf die Werkzeugtasche legen. damit es "Steck" Achsen bleiben Mit Straßenschmutz
montiert. geht es das nächste Mal nur mit dem Hammer. Rad fällt
Hinterrad herausnehmen
nach vorn heraus. den Bremsdeckel am Seilzug über die Vorderschwinge
hängen.
Hinterrad :
Stecker des Bremslichtkabels
abziehen. Steckachse und Bremsgegenhalterschraube herausdrehen und zusammen
mit Distanzstück auf Werkzeugtasche ab legen. Bremsdeckel so verdrehen.
dass Seilzug und Stellschraube nach oben zeigen. Hinterrad nach links ziehen.
damit die Mitnehmer vom Dämpfungsgummi frei kommen. Jetzt das Fahrzeug
etwas nach rechts kippen (mit dem Körper gegenhalten!). den Bremsdeckel
herausnehmen und auf Soziusfußraste oder Schwinge ablegen. Ohne das Kotflügelende
abzunehmen. kann jetzt das Hinterrad nach links hinten herausgezogen werden.Der
Einbau geht in umgekehrter Reihenfolge vor sich. Auf das Einführen der
drei Mitnehmerbolzen in die entsprechenden Bohrungen des Dämpfungsgummis
ist besonders zu achten.Gehen Sie dem Reifen mit "Köpfchen" zu Leibe. so
ist das Schlauchauswechseln auch kein ProbIem. Zuerst wird die Ventilmutter
abgedreht und der Ventileinsatz
Bild 43. Reifenmontage
herausgeschraubt. Für die Montage wird das Rad auf den Boden gelegt
(Lappen unterlegen!) und der Reifen rundherum von der Felge abgedrückt.
Bitte aIs Regel merken:Den Reifen am Ventil zuerst raus und zuletzt rein!Mit
den beiden Fußspitzen gegenüber dem Ventil den Reifen in das Tiefbett
drücken. damit die Wulst ins Tiefbett kommt. rechts und links vom Ventil
kann nun mit den Montierhebeln die Reifenwulst über den Felgenrand herausgehoben
werden.Nachdem der Schlauch herausgenommen ist. wird der Reifen innen abgefühlt.
um die Ursache für die Panne festzustellen und zu entfernen.Den Ersatzschlauch
pumpen wir ganz wenig auf. damit er sich im Reifen nicht in Falten legt. Die
Innenseite des Reifens wird mit Talkum bestrichen. und nun be ginnt in umgekehrter
Reihenfolge die Montage. Aber bitte nicht "rohe Kräfte sinnlos walten"
lassen. denn wenn die Reifenwulst richtig im Tiefbett sitzt ohne daß der
Schlauch darunter eingeklemmt ist . dann geht das ohne besondere Kraftanstrengung.Am
halb aufgepumpten Reifen vergewissern Sie sich noch. ob die Kontrolllinie des
Reifens gleichmäßig weit vom Felgenrand absteht. damit dieser einwandfrei
rundläuft (Straßenlage!).
Steht kein Reserveschlauch zur Verfügung. dann be dienen Sie sich des
Flickkästchens im Bordwerkzeug.
Zur schönen Frau gehört das "Make up" genauso liebevoll wie Ihre
Gattin oder Braut im Schönheitssalon behandelt wird. will auch Ihre ES
gepflegt wer den. um Iange schön zu bIeiben! Ist sie einmal staubig geworden.
dann wird der Staub nicht trocken abgewischt. sondern vorher mit Polier mittel
eingesprüht. Zum Putzen werden nur weiche Lappen (ohne Knöpfe o. ä.)
benutzt. Verkrusteter Schmutz wird zuerst mit Wasser aus Kanne oder Schlauch
aufgeweicht. dann nachspülen und nur weiche Bürsten benutzen. Den
Wasserstrahl nicht zu kräftig. auch das schadet dem Lack. Und nicht direkt
auf die Fugen an der Vergaserabdeckung. Bremsnaben usw. spritzen. Auch nicht
auf die Oberkante der rechten Seitenverkleidung. dort ist der Lufteintritt zum
Trockenluftfilter (Papiereinsatz!). Benutzen Sie aber Eimer und Schwamm. dann
muss der Schwamm immer wieder gründlich gespült werden. damit der
Lack nicht durch Staubkörnchen zerkratzt wird. Nach dem Waschen wird sofort
geputzt. damit keine Wasserflecken entstehen. Diese bekommen Sie schwer wieder
weg. Die restlos trockenen Lackteile werden mit einem möglichst silikonarmen
Poliermittel (Auto Schnellwäsche) eingesprüht und nachpoliert. Ist
der Motor stark verschmutzt. so wird er mit Waschbenzin gereinigt. Aber Vorsicht.
nichts auf den Lack kommen lassen. das gibt blinde Stellen. Denken Sie auch
beim Tanken daran! Sollte das Ihr Tankwart noch nicht wissen. so bringen Sie
ihm das bitte bei! Fahrer und Soziussitz dürfen nicht mit Benzin gereinigt
werden. Dadurch würde die Konservierungsschicht zerstört. Die Sitze
färben dann ab und bekommen an den Kanten Risse. Nehmen Sie dieselbe Seifenlösung
wie Mutti für ihre "Nahtlosen". damit geht's sogar noch besser. Auch den
"Fliegenfriedhof" am Scheinwerferglas können Sie damit beseitigen. Steht
die ES nun wieder in strahlender Schönheit vor Ihnen. dann geben Sie sich
damit noch nicht zufrieden Probieren Sie. ob das Licht auf allen Schalterstellungen
brennt. Vielleicht haben Sie beim Putzen ein lockeres Kabel abgerissen. Auch
der Motor wird einmal ange treten. ihm kann ein Wasserstrahl in die "falsche
Kehle" geraten sein! Eventuell in die Bremstrommel eingedrungenes Wasser wird
durch leichtes Bremsen während einer kurzen Probefahrt beseitigt. bevor
die Bremsringe Rost ansetzen.
8.
"Einmotten"
zum
Index
Müssen oder wollen Sie Ihr Fahrzeug längere Zeit außer Betrieb
setzen. so machen Sie bitte folgendes :
1. Das Fahrzeug gründlich säubern. Unterseite und die Kotflügel
innen vom Tankwart mit der Sprühpistole behandeln lassen. Luftfilter und
Ansauggeräuschdämpfer nicht vergessen. ebenfalls gründlich säu
bern. 2 Alles abschmieren (Schmierplan. Bilder 44 und 45).3 Zur Innenkonservierung
in das Kerzenloch 0.21 Korrosionsschutzöl KMO 2 T oder. wenn nicht vorhanden.
sogenanntes Spülöl einfüllen. Zweckmäßig ist es. zuerst
0.1 1 einzufüllen. Dann eine unbrauchbare Kerze einschrauben und mehrmals
(ohne Zündung) langsam durchtreten. damit das Schutzöl an alle Lagerstellen
kommt anschließend wird der Ölrest nachgefüllt. der Kolben soll
dabei im unteren Totpunkt stehen.Natürlich darf ein derartig konservierter
Motor nicht probeweise inganggesetzt. nur ab und zu einmal langsam durchgetreten
werden. Erst wenn der Winterschlaf beendet und die Fahrsaison wieder beginnt.
die Zündkerze herausschrauben und mehrmals kräftig durchtreten. Das
Schutzöl wird dabei zum Auslassfenster und Kerzenloch herausgedrückt.
Dann in der üblichen Weise starten. jedoch etwas mehr Gas geben als üblich.
damit wegen des Ölüberschusses die Zündkerze nicht verölt.4.
Batterie ausbauen und beim Elektrodienst in Pflege geben.5. Das ganze Fahrzeug
gründlich mit "Nebelwäsche" einsprühen.6. Aufgebockt in einem
trockenen Raum unterbringen.Die Räder dürfen nicht den Boden berühren.
Reifenluftdruck auf etwa 1/2 at ermäßigen. Mit Plane oder Faltgarage
abdecken.
9. Wo liegt
der Fehler ?
was wir
Ihnen schildern. soll nur eine Art "Erste Hilfe" sein. wenn im Umkreis von 10
km keine Werkstatt zu finden ist. Machen Sie erst eine Zigarettenpause und denken
Sie scharf nach. Es soll schon vorgekommen sein. dass der halbe Motor zerlegt
wurde. in Wirklichkeit war das Tanken vergessen worden!
9.1. Motor springt
nicht an (Zündung ist eingeschaltet)
Startvergaserhebel gezogen.
der kalte Motor springt aber nicht an:
a) Kraftstoffhahn
geschlossen bzw. nicht auf "Reserve" geschaltet.
b) Filter am Kraftstoffhahn
verschmutzt.
c) Kraftstoffzuleitung verstopft.
d) Luftloch im Verschlussdeckel
des Kraftstoffbehälters verstopft.
e) Startdüse verstopft
oder Drehgriff nicht geschlossen.
f) Kerzenstecker ab oder Widerstand
im Entstörstecker defekt.
Die Zündung ist eingeschaltet. aber die rote Kontrolllampe leuchtet
nicht auf :
a)Batterie
leer (auf Schalterstellung 5 im 2 Gang an schieben).
b)Batteriekabel
abgerissen.
c)Sicherung
durchgebrannt.
d) Zündschloss defekt oder Zündschlüssel zu kurz
Rote Kontrolllampe leuchtet auf. der Vergaser ist sauber. der- Motor tut
es aber trotzdem nicht :
a)
Kerze verölt ("Bummelfahrten oder zu
fette Mischung).
b)
Kerze nass (Schwimmernadel undicht)
Zu a) : Kerze mit Metallkörper
an eine blanke Stelle!). die Zündung einschalten und durchtreten. An den
Elektroden muss ein kräftiger Funke überspringen Wenn nicht. dann
Reservekerze rein. die gehört in den Wenn nicht. dann Reservekerze rein.
die gehört in den Werkzeugbehälter!
Zu b) : Kraftstoffhahn schließen.
Drehgriff voll auf und dabei Motor mehrmals durchtreten. Gesäuberte Zündkerze
wieder einschrauben und antreten Der Kraftstoffhahn wird erst dann geöffnet.
wenn der Motor wieder rundläuft.
9.2. Rote Kontrolllampe geht bei
höherer Drehzahl nicht aus
a)
Regler oder Lichtmaschine defekt. b) Scheuerstelle im Leitungsnetz (Isolierband).
c) Kohlebürsten hängen (abwischen evtl. Spiralfeder längen).
9.3.
Motor läuft unrund
a)
Startvergaserhebel bei warmem Motor noch gezogen. b) Luftfilter stark verschmutzt.
c) Schwimmernadel undicht (ausgeschlagen oder Fremdkörper) Schwimmer verbogen.
d) Haupt und Nadeldüse locker. e) Schwimmer ist leck und läuft volI.
f) Kondensator schlägt durch (Kontaktfeuer).
9.4.
Motor "nimmt kein Gas an"
a)
Hauptdüse verschmutzt. b) Vergaser hängt schief oder ist locker. c)
Luftfilter fehlt. d) Düsennadelhalter gebrochen. Düsennadel sitzt
vor der Hauptdüse. e) Kerze schlägt am Isolator durch.
9.5.
Kraftstoffverbrauch zu hoch
Bevor Sie jemanden mit Ihrem "hohen
Verbrauch" den Nerv töten. machen Sie erst eine Fahrt zum Vergasereinstelldienst.
dort kann ein einwandfreier Wert er mittelt werden. Vielleicht haben Sie auch
gerade mal einen etwas von der Norm abweichenden Kraftstoff getankt. und mit
der nächsten Tankfüllung geht es schon wieder normal!Denken Sie auch
beim Fahren an die Verbrauchskurve auf Bild 3: Zwischen 60 und 70 klm/h kommen
Sie mit 2.5 l aus. bei dauerndem Vollgas laufen aber 4.5 bis 5 1 durch! Auch
das ist normal. denn : schnell fahren kostet Kraftstoff und damit Geld! Das
ist nicht nur bei MZ so. sondern bei allen anderen auch.Ist nun Ihre ES besonders
durstig. obgleich das Fahr zeug mechanisch in Ordnung ist. so überprüfen
Sie bitte folgendes:
a)
Hauptdüse oder Nadeldüse locker. b) Trockenluftfilter überaltert
oder nass. c) Schwimmernadelsitz eingeschlagen (über 20 000 km). d) Dichtung
am Startkolben defekt.Können Sie nichts feststellen. dann fahren Sie zum
Vergasereinstelldienst. Das richtige Vergasereinstellen ist. nebenbei bemerkt.
eine kleine Wissenschaft für sich!
9.6.
Batterie hält keinen Strom
a)
Elektrolytdichte stimmt nicht.
b)Elektrolytstand
zu niedrig.
c)Platten
beschädigt.
d)Anschlusskabel
locker oder oxydiert.
e)Reglereinstellung
stimmt nicht.
f)
Lichtmaschine ladet zu wenig.
9.7.
Glühlampen brennen nicht
a)
Lampe oder Sockel oxydiert.
b)
Kontaktfeder oxydiert oder liegt nicht an.
c)
Zuleitung abgefallen oder locker.
9.8
Zündkerzengesicht
Was
für uns Menschen das Fieberthermometer bedeutet. ist bei Ihrem Motor das
sogenannte "Kerzengesicht". p Sie können daran bis zu einem gewissen Grad
erkennen. ob sich der Motor wohlfühlt. Für Normalfahrt schreiben wir
die IsolatorKerze M 14/260 vor. wer jedoch seiner ES das Letzte abverlangt.
kann eine RM 141250 S oder M 14/280 verwenden. Der Kerzenstein an der Mittelelektrode
muss hellsandfarben bis weiß aussehen. dann ist alles in Ordnung. Ist
die Kerze bei unveränderter Fahrweise innen verrußt oder gar verölt.
so können folgende Fehler vorliegen:
a)
Ungeeignetes oder zuviel Motorenöl in der Mischung.
b)Vergasereinstellung
zu fett (mechanischer Fehler?).
c)
stark verschmutztes Luftfilter.
d)
Elektrodenabstand der Kerze zu klein (Brennverzögerung!).
e)
Dichtring auf Kurbelwelle lässt Getriebeöl durch.
Ist
die richtige Kerze aber gar graublau gebrannt und zeigt Schmelzperlen. dann
ist das noch schlimmer. Wenn der Motor nach dem Ausschalten noch einige Zeit
als "Selbstzünder" läuft. wird das Pleuellager stark beansprucht und
der Motor wird heiß. Es muss schleunigst Abhilfe geschaffen werden :a)
Vergaser verschmutzt oder Einstellung zu arm. b) Kraftstofffilter oder Zuleitung
verschmutzt. c) Luftfilter fehlt. d) Ansaugstutzen defekt (falsche Luft). e)
zu wenig oder ungeeignetes Ö1 in der Mischung. f) Zündkerze locker
oder Dichtring vergessen.
Bitte
versuchen Sie nicht. durch eine Kerze mit niedrigerem oder höherem Wärmewert
das falsche Kerzengesicht zu korrigieren. Nur durch Beseitigung des wirklichen
Fehlers können einwandfreie Betriebsverhältnisse geschaffen werden
10.
Ersatzteilbeschaffung
Brauchen
Sie für Ihre ES einmal ein Ersatzteil. so wen den Sie sich bitte an den
nächsten MZ-Dienst oder an eine MZ-Spezialverkaufsstelle. Wir können
Sie nicht direkt beliefern!
Für
unsere Auslandskunden ist bei Ersatzteilbeschaffung und Garantiereklamationen
nur der Importeur de s betreffenden Landes zuständig.
Unsere
MZ-Dienste sind verpflichtet. Sie in allen technischen Fragen zu beraten. Wenn
Sie einmal den VEB Motorradwerk Zschopau anschreiben. weil Sie der Ansicht sind.
dass Sie vom MZ-Dienst nicht zu friedenstellend aufgeklärt oder bedient
wurden. dann ist das Schreiben nur an die Abteilung "Kundendienst" zu richten
Bei technischen Anfragen bitte die Fahrgestell und Motornummer nicht vergessen.
Handelt es sich dabei um Leistung und Verbrauch. so müssen wir auch etwas
über die Vergasereinstellung. das Fahr verhalten und das Kerzengesicht
wissen damit Ihnen unsere "Kundendiener" auch wirklich helfen können!
Bild 44.
Bild 45
Schmierplan

Watungsplan
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