EMW R35 / 3
Bedienungsanleitung
Diese Bedienungsanleitung stammt aus einem GST-Buch und ist eine Kurzfassung
der Originalen welche dem Kraftrad beilag.
DAS IFA KRAFTRAD
EMW R 35-3
Da sorgfälltige Pflege störungsfreien Betrieb sichert und die Lebensdauer des Kraftradeswesentlich erhöht, wir dringend empfohlen, vor der Inbetriebnahme sich mit den folgenden Ausführungen vertraut zu machen.
1.Anordnung der Bedienungshebel
Die Mehrzahl der Bedienungshebel ist in handlicher Form auf dem Lenker angebracht.
Auf der rechten Lenkerhälfte befindet sich der Gasdrehgriff und der Vorderradbremshebel.
Auf der linken Lenkerhälfte ist der Kupplungshebel, der Zündhebel,
der Knopf zur Hornbetätigung und der Abblendschalter angeordnet.
Linkes Lenkerende
1 = Kupplungshebel
2 = Zündungshebel
3 = Abblendschalter
4 = Knopf zum Horn .
Der Fußschalthebel befindet sich links am Getriebe vor der Fußraste.
Auf der rechten Seite ist am Getriebegehäuse ein Kontroll-Handschalthebel
angebracht. .Der Fußhebel zur Bedienung der Hinterradbremse befindet sich
zusammen mit dem Fußanwerfhebel. auf der rechten Seite des Kraftrades.
Der Geschwindigkeitsmesser ist im Scheinwerfer eingebaut, oberhalb davon sitzt
der Schlüssel zur Schaltung von Licht und Zündung. In der Mitte des
Lenkers ist eine Flügelmutter zur Einstellung des Steuerungsdämpfers
angeordnet.
2. Betätigung der Bedienungshebel
Index
a) Der Gasdrehgriff wirkt über einen Seilzug auf den Gasschieber des Vergasers;
er öffnet durch Drehung nach rückwärts und schließt durch
Drehung nach vorwärts. Beim Leerlauf bleibt der Drehgriff geschlossen.
Seine leichte Drehbarkeit ist mit einer Bremsschraube regulierbar.
Rechtes Lenkerende
1 = Handbremshebel
2 = Bremsschraube zum Drehgriff
3 = Gasdrehgriff
b) Zündungshebel. Der Zündungshebel auf dem linken Lenkerende betätigt
über einen Seilzug den Verstellhebel des Unterbrechers und verändert
dadurch den Zeitpunkt des Abhebens der Unterbrecherkontakte, und damit den Zündzeitpunkt.
Durch Bewegen nach vorn wird Frühzündung und durch Drehen nach hinten
Spätzündung eingestellt. Zum Antreten des Motors ist der Zündungshebel
auf Spätzündung zu stellen, um Rückschläge zu vermeiden.
Nach dem Warmlaufen des Motors ist die Zündung nach der Drehzahl des Motors
zu regeln. Bei voller Fahrt auf ebener Straße ist volle Frühzündung
einzustellen. Etwaiges Klopfen des Motors, besonders bei Bergfahrten, wird durch
Zurückgehen mit der Zündung beseitigt.
c) Getriebeschalthebel. Das Schalten des Fußschaltgetriebes erfordert
für den Anfänger einige Übung, die er jedoch schon in kurzer
Zeit erlangt.Rechts am Getriebegehäuse befindet sich ein Kontroll-Handschal
thebel, welcher bei der Betätigung des Fußschalthebels seine Stellung
ändert und dadurch den eingeschalteten Gang anzeigt.
Vor dem Antreten des Motors ist darauf zu achten, daß der Handschalthebel
senkrecht auf der Leerlaufmarkierung (O) steht. Beim Anfahren ist auszukuppeln
und der 1. Gang durch Niedertreten und Wiederfreilassen des Fußhebels
einzuschalten. Es wird langsam eingekuppelt und Gas gegeben. Der 2., 3. und
4. Gang wird durch Anheben des Fußhebels eingeschaltet. Zwischen den einzelnen
Gängen muß der Fußschalthebel jedesmal in Ruhestellung zurückgelassen
werden. Das Abwärtsschalten vom 4. auf den 3. und weiter auf den 2. und
1. Gang erfolgt durch Niedertreten und Zurücklassen des Fußschalthebel
s von Gang zu Gang. Beim Schalten vom 1. Gang auf Leerlauf ist der Hebel mit
der Fußspitze nur leicht anzuheben, bis die Arretierung fühlbar ist
(1/2 Schaltweg). Vom 2. Gang auf Leerlauf dagegen ist leicht niederzutreten.(Auf
Leerlauf aus dem 1. oder 2. Gang schaltet man am besten mit dem Handschalthebel.)
Die Anordnung der Gänge bedingt, daß man vom 3. und 4. Gang nicht
direkt in den Leerlauf schalten kann, sondern bis auf den 2. oder 1. Gang der
Reihe nach zurückschalten muß. Grundsätzlich ist beim Aufwärtsschalten
das Gas ganz wegzunehmen, während beim Abwärtsschalten Zwischengas
gegeben werden muß, wodurch ein leichtes Schalten gewährleistet wird.
Bei stehendem Motor soll möglichst nicht geschaltet werden. Den 1. Gang
benutze man zum Anfahren und bei dichtem Stadtverkehr Kurz nach dem Anfahren
schalte man auf den 2. Gang, den man in Straßen mit weniger dichtem Verkehr
benutzt. Durch Gasregelung kann man mit dem 1. Gang bis auf Fußgängergeschwindigkeit
herabgehen.
Auf übersichtlichen Straßen und auf freier Landstraße fahre
man mit dem 4. Gang.
Hierbei ist zu beachten, daß die Geschwindigkeit des Rades im 4. Gang
nicht unter 40 bis 50 km Std. sinkt, da sonst die Kupplung stark beansprucht
wird und ein ruckweiser Gang des Antriebes die Folge sein kann. Selbst langes
Fahren mit dem 3. oder 2. Gang schadet weder dem Motor, noch dem Getriebe. Man
schalte deshalb immer rechtzeitig im Stadtverkehr und bei kleineren Geschwindigkeiten
auf den nächst niedrigeren Gang.
d) Bremsen. Beide Bremsen sind sehr wirksam in jedem Gelände. Es empfiehlt
sich, möglichst beide Bremsen gleichzeitig anzuwenden, um eine gleichmäßige
Abnutzung zu gewährleisten. Bei längeren Talfahrten ist es empfehlenswert,
abwechselnd Hand- und Fußbremse allein zu benutzen, um nicht beide gleichzeitig
zu erhitzen.
e) Schaltschlüssel und Abblendschalter. Durch Einstecken und Hineindrücken
des Schlüssels oben an Scheinwerfer wird die Zündung und das Horn
eingeschaltet, was durch das Aufleuchten der roten Prüflampe angezeigt
wird. Durch Drehung des Schlüssels im Uhrzeigersinn wird die Standlichtlampe,
durch Drehung im Gegensinn die Zweifadenlampe eingeschaltet. Bei eingeschalteter
Zweifadenlampe kann durch Betätigung des Abblendschalters das Fern- und
Abblendlicht eingeschaltet werden.
f) Einstellen des Steuerungsdämpfers. Durch Lockern bzw. Anziehen der in
der Mitte des Lenkers befindlichen Flügelmutter kann die Beweglichkeit
des Lenkers je nach der Straßenbeschaffenheit leichter bzw. schwerer eingestellt
werden.
3. Vorbereitung zur Fahrt und Fahrbetrieb
Index
Nachdem man den Kraftstoffbehälter mit Kraftstoff versehen, den Ö1behälter
im Motor mit gutem Markenöl bis zur oberen Marke des Tauchstabes, das Getriebe
und Kardangehäuse bis an die unteren Gewindegänge der Einfüllöffnungen
aufgefü11t und sich überzeugt hat, daß alle Muttern und Schrauben
festsitzen, ist das Rad fahrbereit. Man öffne den unten am Tank befindlichen
Kraftstoffhahn und drücke den oben am Scheinwerfer befindlichen Schaltschlüssel
ganz ein; das Aufleuchten des roten Prüflichtes zeigt nun an, daß
die Zündung eingeschaltet ist Bei längerem Stillstand darf das rote
Licht auf keinen Fall brennen weil sich. sonst die Batterie entlädt. Zum
Antreten des kalten Motors ist es erforderlich, ihm ein reicheres Gasgemisch
zuzuführen. Deshalb wird zunächst der im Deckel des Schwimmergehäuses
befindliche Tupfer so lange betätigt, bis der Vergaser überläuft.
Dabei muß der Gasdrehgriff etwa ein Viertel aufgedreht und der Zündungshebel
auf volle Spätzündung gestellt sein. Nun überzeuge man sich,
daß der Kontrollschalthebel in Leerlaufstellung steht, und trete dann
kurz und möglichst kräftig den Fußanwerfhebel mehrere Male nach
unten durch. Den kalten Motor soll man nach dem Anlassen mit mittlerer Drehzahl
warmlaufen lassen. um erst abzufahren, wenn er gut angewärmt ist. Er hat
dann bei geschlossenem Gasdrehgriff einen ruhigen Leerlauf. Zum Antreten des
warmen Motors braucht man den Tupfer meistens nicht betätigen, weil sonst
ein zu reiches Gemisch entsteht und ein schlechtes Anspringen die Folge ist.
Der Gasdrehgriff wird auch wieder ein Viertel aufgedreht und der Zündungshebel
fast ganz auf Spätzündung gestellt. Nach dem Platznehmen im Sattel
ziehe man den am linken Handgriff befindlichen Kupplungshebel an, wodurch die
Kupplung ausgerückt wird. Dann schaltet man, ohne den Kupplungshebel loszulassen,
den 1. Gang ein und gibt mit dem Drehgriff etwas mehr Gas. Sollte sich der Gang
nicht leicht einschalten lassen, ist es nur nötig, das Rad ein wenig nach
vorwärts oder rückwärts zu schieben oder aber ganz kurz halb
einzukuppeln, um die Klauen in Eingriff zu bringen. Nunmehr lasse man den Kupplungshebel
langsam und gleichmäßig unter gleichzeitigem Gas geben zurückgehen,
worauf die Kupplung allmählich eingreift und das Rad sich stoßfrei
mit mäßiger Geschwindigkeit in Bewegung setzt. Wenn das Rad eine
etwas höhere Geschwindigkeit erreicht hat, schalte man bei ausgekuppeltem
Motor und zurückgenommenem Gas jeweils auf den nächst höheren
Gang um. Im 4. Gang - bei Geschwindigkeit über 60 km/Std. - ist immer mit
voller Frühzündung zu fahren. Beim Befahren von Steigungen gebe man
erst dem Motor durch Zurücknahme der Zündung günstige Arbeitsbedingungen.
Dann kann man, wenn die Steigung gering ist, die Maschine inm direkten Gang
belassen. andernfalls schalte man auf den nächst niedrigeren Gang zurück
und gehe bis auf den ersten, wenn die Steigung sehr stark ist. Zur Schonung
der Triebwerksteile vermeide man es, einen Berg ohne Gangwechsel zwingen zu
wollen, und über Schlaglöcher und Wasserrasten fahre man nur mit mäßiger
Geschwindigkeit, um das Rad zu schonen. Beim Bergabfahren schalte man bei starkem
Gefälle jeweils den Gang ein, mit welchem man die Steigung aufwärts
befahren würde, zusätzlich können dann noch die beiden Bremsen
betätigt werden. .Durch Regelung von Gas und Zündung wird die Geschwindigkeit
des Fahrzeuges bestimmt. Zum Anhalten des Rades stelle man das Gas ab und ziehe
den Kupplungshebel, wodurch das Rad langsam zum Stehen kommt und der Motor im
Leerlauf weiter arbeitet. Liegt Gefahr vor, so nehme man das Gas weg und bremse
mit beiden Bremsen gleichzeitig ohne auszukuppeln, da der Motor als Bremse wirkt;
ist das Rad schon fast zum Stillstand gebracht, kann man noch schnell auskuppeln,
um den Motor nicht abzudrosseln. Man vermeide jedoch, derart heftig zu bremsen,
daß die Räder dabei blockiert sind, d. h. ins Schleifen kommen. Stillsetzen
des Motors erfolgt durch Ausschalten der Zündung mittels des Schaltschlüssels
im Scheinwerfer. Bei längerem Anhalten (z. B. an Verkehrsknotenpunkten)
ist auf Leerlauf herunterzuschalten und nicht der Motor bei angezogenem Kupplungshebel
laufen zu lassen.
4. Schmiermittel und Kraftstoffe
Index
Als Schmiermittel für den Motor, das Getriebe und Kardangehäuse sind
nur Markenöle zu verwenden. Nach unseren Erfahrungen empfehlen wir:
für den Motor:
Markenöl von 10°-12° E für das Getriebe: Markenöl von
100-12° E bei 50° C,
im Sommer für den Achsantrieb: Markenöl von 14° E bei 50°
C.
für den Motor: Markenöl von 60-8° E bei 50° C } im Winter
Als Kraftstoff eignen sich am besten Markenbenzine, da die Motoren hierauf eingestellt sind. Während der Einfahrzeit kann dem Kraftstoff ein gutes Obenschmiermittel (nach der auf jeder Kanne befindlichen Mischungstabelle) beigemischt werden.
5. Einfahren neuer Maschinen
Index
Wichtig! Maschine mit Spätzündung antreten. Besonders bei kalter Witterung
Maschine am Stand mit mittlerer Drehzahl warmlaufen lassen!
Erst abfahren, wenn Motor gut angewärmt ist.
Maschine richtig einfahren. Auf kurze Strecken Gas geben, dann wieder Gas wegnehmen,
also Maschine rollen lassen. Dadurch wird der Kolben abwechselnd erhitzt und
gekühlt, wodurch harte Stellen abgeschliffen werden und sich Kolben und
Zylinder gut einlaufen. Um eine gewisse Garantie für richtiges Einfahren
zu haben, werden die Vergaser der neu gelieferten Maschinen mit einer p1ombierten
Drosseleinrichtung versehen, die eine Hubbegrenzung des Gasschiebers vorsieht.
Die Kürzung (nach 1000 km) bzw. Entfernung dieses Stiftes (nach 2000 km)
darf nur nach vorgeschriebener Kilometer-Einfahrzeit von einer Vertragswerkstatt
vorgenommen werden. Eine Verletzung der P1ombe bzw. eigenmächtige Veränderung
des Drosselstiftes verwirkt jeden Gewährleistungsanspruch. Einfahrgeschwindigkeiten
Von 0 bis 1000 km: Von 1000 bis 2000 km:1. Gang 1O km/Std. 15 km/Std.
2 Gang 2O km/Std. 3O km/Std.
3. Gang 35 km/Std. 45 km/Std.
4. Gang SO km/Std. 6O km/Std.
Diese Geschwindigkeiten dürfen nicht überschritten werden!
Diese Höchstgeschwindigkeiten nur jeweils auf Strecken von 200 bis 500
Meter fahren, dann wieder rollen lassen usw. Zwischen 2000 km und 3000 km die
Höchstgeschwindigkeit vorerst auf kürzere Strecken beschränken,
also erst nach 3000 km Maschine auf längere Strecken voll beanspruchen.
Zündungshebel immer entsprechend der jeweiligen Motordrehzahl stellen,
d h. bei niederer Drehzahl nur halbe Frühzündung geben. Volle Frühzündung
nur bei hohen Drehzahlen und geringen Belastungen, also in der Ebene bzw. in
niedrigeren Gängen geben. Ein klirrendes oder klapperndes Geräusch
in den Zylindern (Kraftstoffklopfen) ist meist die .Folge von zuviel Frühzündung.
Bei eingefahrener Maschine
1. Gang 2. Gang 3.Gang
20 40 70 km/Std. nicht überschreiten.
1. Allgemeines
Index
Alle Muttern und Bolzen sind im Anfang in kurzen Zwischenräumen auf festen
Sitz zu prüfen. Besonders wichtig ist dies bei den Radachsbefestigungen,
der Lenkung, beim Motor- und Getriebegehäuse, dem Zylinderkopf, Vergaserflansch,
Gepäckträger und den Schutzblechen. Die Zylinderkopfschrauben müssen
besonders während der ersten 400 km ein- bis zweimal nachgezogen werden,
und zwar soll dies wechselweise und allmählich geschehen, bis jede Mutter
vollkommen festsitzt. Hierdurch wird vermieden, daß der Zylinderkopf einseitig
angezogen wird, was für .das Dichthalten sehr nachteilig ist. .
Das Abnehmen des Zylinderkopfes soll so selten wie möglich vorgenommen
werden!
2. Schmierung
Index
Es müssen alle vorhandenen Schmierstellen regelmäßig abgeschmiert
w erden.Während der Einfahrzeit wird häufiger Ölwechsel für
den Motor dringend empfohlen. Alle 500 km ist das Öl aus dem Motorgehäuse
vollständig abzulassen, der Motor mit Spülöl, keinesfalls aber
nmit Petroleum oder Kraftstoff, durchzuspülen und frisches Öl bis
zur oberen Marke am Tauchstab einzufüllen (etwa 13/4 bis 2 Liter). Der
Ölstand im Motor muß regelmäßig beim Tanken, spätestens
alle 300 km geprüft und nötigenfalls bis zur vorgeschriebenen Höhe
ergänzt werden. Nach der Einfahrzeit ist das Öl alle 2O00 km abzulassen
und zu erneuern.
Die Ölablaßschraube befindet sich an der linken Seite vorne am Motorgehäuse.
Zur Prüfung des Ölstandes im Kurbelgehäuse, dessen unterteil
gleichzeitig den Ökbehälter bildet, befindet sich auf der Kardanseite
des Gehäuses ein mit Sechskantkopf versehener Tauchstab. Beim Einfüllen
soll das Öl bis an die obere Marke des Tauchstabes reichen und es ist darauf
zu achten, daß keinesfalls mehr Öl eingefüllt wird und ferner,
daß der Ölstand nicht unter die untere Marke des Stabes sinkt. Das
Öl der Stoßdämpfer in Vorderradgabel und Hinterradfederung ist
nach den ersten 2000 Fahrtkilometern zu erneuern. Weiterer Ölwechsel empfiehlt
sich alle 10 000 km. Jede Gabelhälfte faßt 150 ccm und jede Hinterradfeder
etwa 75 ccm dünnflüssiges Öl (möglichst Marken-Motorenöl
von 8° bis 10° E bei 50° C).Das Öl im Getriebe und im Kardangehäuse
ist nach der Einfahrzeit vollkommen abzulassen und durch frisches zu ersetzen.
Alle 1000 km muß der Ölstand geprüft und bis an die unteren
Gewindegänge der Einfüllöffnung Öl nachgefüllt werden.
Außer der Ölerneuerung nach der Einfahrzeit ist das Öl etwa
alle 15 OOO km vollkommen abzulassen und durch frisches zu ersetzen.
Das Hinterachsgehäuse faßt etwa 1/8 Liter und das Getriebe etwa 3/8
Liter Öl. Die Schmiernippel an der Vorder- und Hinterradnabe, an den Achshaltern
der Hinterradfederung, am Kardankreuzgelenk und am Kupplungsdrucklager müssen
alle 1000 km mit einem Markenfett geschmiert werden. Dies geschieht am besten
anläßlich des Tankens, da an jeder Tankstelle Abschmiermöglichkeit
geboten ist. Der Schmiernippel 7 am Kupplungsdrucklager 10 wird nach Abnahme
des Deckels 18, der durch zwei Halbrundschrauben gehalten wird, zugänglich.
Beim Abschmieren Vorsicht, nicht zu viel Fett einpressen, da sonst die Kupplung
verölt und durchrutscht. Die Seilzüge für die Vorderradbremse
und Kupplung sollen etwa alle 300 bis 500 km mit Öl geschmiert werden.
Ebenso oft sollen die Bremsgelenke an der Fußbremse und der kleine Bremshebel
an der Vorderrad
bremse geölt werden. Dazu kann dasselbe Öl wie zur Motorschmierung
verwendet werden. Von Zeit zu Zeit sind auch der Schmierstelle an den Drehpunkten
der beiden Sättel einige Tropfen Öl zuzuführen.Über die
zu verwendeten Schmiermittel siehe Abschnitt „Schmiermittel und Kraftstoffe“.Nach
etwa 20 000 km oder bei einer Gesamtüberholung des Motors ist auch das
Heißlagerfett in den Kugellagern der Lichtmaschine am besten bei einer
IKA-Fachwerkstatt erneuern zu lassen.Es ist besonders zu empfehlen, das Rad
und den Motor wenigstens einmal im Jahr‘e von einer. Vertragswerkstatt überprüfen
bzw. überholen zu lassen. Bei der Gelegenheit sollen dann auch die Drucklager
des Steuerkopfes der Vorderradgabel mit frischem Fett versehen werden.
3. Reinigung
Index
Im allgemeinen erfordert das Ifa-EMW-Rad keine weitere Behandlung als das übliche
Putzen. Die Maschinenanlage reinigt man am besten mit Waschbenzin (Kraftstoff
soll hierzu nicht verwendet werden) und einem Pinsel und den Rahmen durch Waschen
mit Wasser, Trockenreiben mit einem weichen Fensterleder und Abpolieren mit
einem weichen, wollenen Tuch. Beim Abspritzen der Maschine vermeide man, den
scharfen Wasserstrahl direkt auf Motor, Getriebe und Kardan zu richten, damit
das Eindringen voll Wasser vermieden wird. Besonders zu beachten ist dies bei
Vergaser, Unterbrecher, Batterie, Horn und Zündspule. Alle blanken Teile
sind trocken und leicht geölt zu halten und, wenn das Rad außer Gebrauch
ist, mit säurefreier Vaseline einzufetten.
4. Überwachung
der Bremsen und Kupplung
Index
Eine regelmäßige Überwachung der Bremsen ist erstes Gebot der
Fahrsicherheit. Vor allem ist es notwendig, die Bremsen von Zeit zu Zeit nachzustellen,
um die Abnützung des Bremsbelages auszugleichen. Dies geschieht bei der
Vorderradbremse durch Herausschrauben um einige Umdrehungen der Flügelschraube,
in welcher die Bowdenzughülle endigt. Die Nachstellung der Hinterradbremse
erfolgt in einfachster Weise durch Anziehen der an der Bremszugstange sitzenden
Mutter. Zum Erneuern des Bremsbelages ist es notwendig, das betreffende Rad
auszubauen, worauf die Bremsbacken freiliegen und abgenommen werden können.
Beim Nachstellen der Bremsen ist es zweckmäßig, auch das Kupplungsseil
zu prüfen und, wenn notwendig, nachzustellen. Das Nachstellen erfolgt durch
Herausschrauben der Stellschraube 21 nachdem zuerst die Gegenmutter 15 gelöst
worden ist; nach dem Einregeln muß die Gegenmutter 15 wieder fest angezogen
werden.

Bei der Nachstellung der Bremsen und der Kupplung ist streng darauf zu achten,
daß zwischen dem Angriffspunkt und der Ruhelage der Hebel ein toter Gang
vorhanden ist, da sonst Leistungsverlust und auch übermäßige
Abnützung der Beläge eintritt.
5. Behandlung des Vergasers
Index
Richtige Behandlung des Vergasers ist für einwandfreies Arbeiten des Motors
unerläßlich.
a) Reinigung:
Besonders im Anfang ist der Vergaser mit Düsen, das Schwimmergehäuse
und die Schwimmernadel des öfteren zu reinigen, damit ausreichender Kraftstoffzufluß
und richtige Gemischbildung gesichert ist. Zur Reinigung des Vergasers muß
nachdem der Kraftstoffhahn geschlossen ist die Anschlußschraube 1 am Schwimmergehäuse
2 abgeschraubt werden, um den Kraftstoffverbindungsschlauch vom Schwimmergehäuse
abnehmen zu können. Dann kann nach Lösen der Muttern 3 das Schwimmergehäuse
2 mit dem Düsenstock 4 von den Schrauben 5 nach unten abgezogen werden.
Mittels des dem Werkzeug beigegebenen Schlüssels können nun die Düsen
6 herausgeschraubt und gereinigt werden. Beim Wiedereinschrauben derselben ist
auf richtige Reihenfolge zu achten. Die Düsennummern sind auf deren Vierkant
sowie auf dem Schwimmergehäuseanschluß eingeschlagen.
Die Reinigung der Bohrung in den Düsen darf bei Verstopfung nur durch Ausblasen
(Vorsicht bei gefärbten, verbleiten Kraftstoffen) oder mittels eines Roßhaares,
Borste o. dgl. vorgenommen werden; niemals darf ein spitzes Werkzeug (Nadel
usw.) dazu benützt werden, da hierdurch die Düsengrößen
verändert werden. Zur Reinigung des Schwimmergehäuses 2 muß
weiterhin nach Lösen der Schlitzschrauben 7 der Deckel 8 abgenommen werden.
Nun wird die Klemmfeder der Schwimmernadel betätigt und es kann der Schwimmer
nach oben und die Schwimmernadel nach unten aus dem Schwimmergehäuse 2
genommen werden, wodurch dieses zur Reinigung zugängig ist.
Auch die Kraftstoffleitung vom Kraftstoffhahn zum Schwimmergehäuse muß
geprüft und gereinigt werden. Es empfiehlt sich, nach je 1000 km auch das
Unterteil des Filters am Benzinhahn abzunehmen und Sieb und Behälter zu
reinigen. Der am Ansaugstutzen des Vergasers befestigte Naßluftfilter
10 ist ebenfalls von Zeit zu Zeit nach Lösen der Klemmschraube 11 abzunehmen
und in Benzin auszuwaschen, zu trocknen und dann in dickes Motorenöl einzutauchen.
Das überflüssige Öl muß hernach ausgeschleudert werden,
um ein Verölen der Zündkerze zu vermeiden.
b) Einstellung :
Es werden folgende Düsen verwendet :
Leerlaufdüse . . . . . . . . . . . . 35
Übergangsdüse . . . . . . . . 70
Hauptdüse . . . . . . . . . . . . 60
Eine Änderung der Düsen dürfte nicht notwendig sein, da der Vergaser
in der Fabrik für die handelsüblichen Kraftstoffe eingestellt wird
und ein Vergaser mit fest abgestimmten Luft-und Kraftstoffquerschnitten sich
nicht verstellt.
c) Einregelung des Leerlaufes :
Eine Prüfung und Einregelung des Leerlaufes darf nur bei betriebswarmem
Motor vorgenommen werden. Es empfiehlt sich deshalb erst 1 bis 2 km langsam
zu fahren. Sollte dann der Leerlauf des Motors nicht zufriedenstellend sein,
so ist eine Einstellung desselben folgendermaßen vorzunehmen: Nach Lockerung
des Gasseilzuges ist die Motordrehzahl mittels der Gasschieberanschlagschraube
12 bei geschlossenem Gasschieber und auf volle Spätzündung gestelltem
Zündumgshebel einzuregeln, hernach die Gemischzusammenstellung mittels
der Luftregelschraube 13 (Abb. Seite 75) so festzulegen, daß der Motor
einen gleichmäßigen und langsamen Gang zeigt, und hierauf der tote
Gang im Seilzug wieder zu entfernen, womit die Leerlaufregelung beendet ist.
6. Wartung der elektrischen
Ausrüstung
Index
a) Lichtmaschine :Regelmäßig nach etwa 5000 km sind die Bürsten
und der Kollektor der Lichtmaschine nachzusehen. Die Bürsten sind darauf
zu untersuchen, ob sie verschmutzt sind und sich nicht in ihren Führungen
im Bürstenhalter klemmen. Nach Abnahme des Schutzdeckels 1 hebt man auf
beiden Seiten die Feder 2 an, die die Kohlebürste 3 auf den Kollektor 4
drückt, und versucht die Bürste 3 in ihrer Führung 5 hin und
her zu bewegen. Ist eine Bürste verschmutzt und klemmt sich, so muß
sie herausgenommen und mit einem sauberen Tuch und Benzin gereinigt werden.
Die Führung 5 ist gleichzeitig gut auszublasen. Unter keinen Umständen
darf die blanke Schleiffläche der Kohlebürsten mit Schmirgelpapier
oder einer Feile bearbeitet werden. Ist eine Bürste so weit abgenutzt,
daß ihre Kupferlitze in der Aussparung der Führung 5 anstößt,
so ist sie auszuwechseln. Bei geringer Verschmutzung ist der Kollektor mit einem
sauberen Lappen zu reinigen. Vor Beginn jeder Arbeit an der Lichtmaschine ist
unter allen Umständen der Batterieanschluß zu lösen. Der Reglerschalter
der Lichtmaschine wird in der Fabrik genau eingestellt; an dieser Einstellung
darf unter. keinen Umständen etwas geändert werden.
Es ist unbedingt ratsam, bei der jährlichen Überholung des ganzen
Rades die Lichtmaschine zur gründlichen Prüfung von einer Fachwerkstatt
auseinandernehmen zu lassen.
b) Unterbrecher:
Der Unterbrecher sitzt in einem an der Stirnseite des Motors angebrachten Gehäuse
und wird durch einfaches Abziehen des Verschlußdeckels nach vorne zugänglich.
Regelmäßig nach 5OOO km ist der Abstand der Unterbrecherkontakte
1 und 2 zu prüfen. Während der Unterbrechung d. h. während das
Druckstück des Unterbrecherhebels auf die Erhöhung des Unterbrechernockens
aufläuft; sollen die Kontakte 1 und 2 O,4 bis O,6 mm voneinander entfernt
sein. Gegebenenfalls ist der Abstand durch Nachstellen des Kontaktes 1 neu einzustellen.
Hierzu ist die Schraube 3 zu lockern und die außermittige Verstellschraube
4 zu verdrehen, bis der Kontaktabstand richtig ist. Hierauf muß die Schraube
3 wieder fest angezogen werden, da ein Lösen derselben Zündungsstörungen
nach sich ziehen würde.
Alle 10 000 bis 15 000 km sind die Kontakte mit einem sauberen Läpp chen
zu reinigen und zu prüfen, ob sie nicht verbrannt sind. Bei der Gelegenheit
soll man dann auch den Schmierfilz 5 an der Unterbrechernockenwelle mit einigen
Tropfen guten Öles tränken.
Sind die Kontakte verbrannt oder schon stark abgenützt, so sind sie von
einer IKA-Fachwerkstatt erneuern zu lassen. Schmirgelpapier oder Schmirgelleinen
darf zur Reinigung nicht verwendet werden.Auch ist darauf zu achten, daß
an die Kontakte des Unterbrechers kein Öl gelangt, weil durch dessen Verbrennung
die Kontakte rascher abgenützt werden.
c) Zündkerzen:
Als Zündkerzen verwende man nur solche, die selbst bei höchster Beanspruchung
keine Glühzündungen geben. Dies ist daran erkenntlich, daß beim
Ausschalten mit dem Zündschlüssel die Zündung sofort aussetzt,
der Motor darf also keine unregelmäßigen Nachzündungen
mehr geben. Wir empfehlen Kerzen mit 175 Glühwert, z. B. 14 DIN 72 502
W 175. Der Elektrodenabstand soll O,6 mm betragen.
d) Behandlungsvorschrift der Batterie :
Die Batterie muß regelmäßig alle vier bis sechs Wochen auf
richtigen Säurestand nachgesehen werden, gleichgültig, ob das Rad
benützt wird oder nicht; von einer sorgfältigen Wartung der Batterie
hängt die Fahrbereitschaft des Rades ab.
e) Kabelleitungen :
Regelmäßig nach etwa 300O km sehe man die Kabelführungen nach,
damit kein Kurzschluß infolge Durchscheuerns bzw. Feuchtigkeit oder Schmutz‘
hervorgerufen wird. Die Kabelanschlüsse müssen durch die Schutzkappen
stets wasserdicht gehalten werden. Besonders zu achten ist auf die Kabel an
der Lenkstange und auf die Batteriekabel. Schadhafte Kabel sind sofort. durch
neue zu ersetzen..
7. Einstellen des Ventilspiels
Index
Das Nachprüfen des Ventilspiels zwischen Ventilschaft und Schwinghebel
kann hier nur vorgenommen werden, wenn der Kraftstoffbehälter und die Schutzhaube
abgenommen ist, weil erst dann der Schwinghebel auf.
der Ventilseite zugänglich ist. (Das Spiel zwischen Ventilschaft und Schwinghebel
soll bei kaltem Motor etwa O,O5 bis O,O7 mm betragen) Zur Nachprüfung bzw.
Einstellung des richtigen Spieles genügt es aber, den auf der Zylinderkopfschutzhaube
angebrachten Deckel 1 loszuschrauben, womit die Berührungsstelle der Druckschraube
2 im Schwinghebel 3 mit der Stoßstange 4 zugänglich ist.Nun betätigt
man mit der Hand langsam den Fußanwerfhebel solange, bis sich der zu prüfende
Schwinghebel weder nach oben noch nach unten bewegt. In dieser Stellung ist
das zugehörige Ventil geschlossen und es muß sich die Stoßstange
4 leicht von Hand drehen lassen. Ist dies nicht der Fall, so lockert man die
Gegenmutter 5 der Druckschraube 2 und stellt die Druckschraube so ein, daß
sich die Stoßstange 4 leicht drehen läßt, dann zieht man die
Gegenmutter 5 wieder fest. .Die Einstellung darf nur bei kaltem Motor vorgenommen
werden. .
8. Reifendruck
Index
Die Reifen prüfe man laufend. Der vorschriftsmäßige Luftdruck
soll im Vorderradreifen 1,4 atü, im Hinterradreifen 1,4 atü ohne und
1,9 atü mit Sozius betragen. Es ist äußerst wichtig, diese Vorschrift
genauestens zu beachten, da richtiger Luftdruck die Lebensdauer der Bereifung
wesentlich erhöht.
Technische Daten
Index
Zylinderzahl und Anordnung . . . . . . . 1, Stehend, Viertakt
Zylinderbohrung . . . . . . . . . . 72 mm
Kolbenhub . . . . . . . . . . . . . . . . 84 mm
Verdichtungsverhältnis . . . . . . . . . . . 5,5 : 1
Zylinderinhalt . . . . . . . . . . . . . . 340 ccm
Drehzahl in der Minute max. . . . . . . . . . 5200
Kerze . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 DIN 72 502 W 175
Höchstgeschwindigkeit . . . . . . . . . . . etwa 10O km/Std.
Bremsleistung . . . . . . . . . . . . . 14 PS
Kraftstoffverbrauch für 100 km . . . . . . . 3,5 Ltr.
Ölverbrauch für 100 km . . . . . . . . . . . etwa 0,1 Ltr.
Getriebeuntersetzungen :
1. Gang . . . . . . . . . . . . . . . . 3,4 : 1
2. Gang . . . . . . . . . . ... . 2,18 :1
3. Gang . . . . . . . . . . . . . . . . 1,35 : 1
4. Gang . . . . . . . . . . . . . . 1 : 1
Untersetzung vom Getriebe zum Hinterrad . . 5,63 : 1
Sattelhöhe . . . . . . . . . . . . . . . . 0,75O m
Länge des. Rades . . . . . . . . . 2,150 m
Breite des Rades . . . . . . . . . . . 0,725 m
Höhe des Rades . . . . . . . . . . . . . . 0,960 m
Radstand . . . . . . . . . . . . . . . . 1,4 m
Reifenabmessungen (Stahlseilreifen) . . . . . . 3,50X19“
vorn hinten Reifendruck 1,4 atü 1,4 atü Solo 1,4 atü 1,9 atü
mit Sozius
Gewicht des betriebsfertigen Rades mit vollem . Kraftstoffbehälter . .
. . . . . etwa 170 kg Zulässiges Gesamtgewicht . . . . . . . . . . 365
kg .
1. Allgemeines
Index
Der Motor, der im Viertakt arbeitet, ist als Einzylinder-Blockmotor gebaut,
an dessen Kupplungsgehäuse das Getriebe angeflanscht und mittels sechs
Schrauben gehalten ist. Die Befestigung im Preßrahmen erfolgt in dessen
Untergurt mittels eines durch das Motorgehäuse hindurchgehenden Bolzens,
ferner durch zwei Stiftschrauben an der Querstrebe der vorderen senkrechten
Rahmenlängsträger. Der Motorblock ist zur Laufradmittelebene seitlich
versetzt, wodurch der Zylinder nicht im Windschatten des Vorderrades und seines
Schutzbleches liegt und eine gute Kühlung gewährleistet wird. Diese
Verlagerung des Schwerpunktes wird durch die Anordnung. der Lichtmaschine, Batterie,
des Werkzeugkastens und der Auspuffanlage auf der anderen Seite wieder ausgeglichen.
2. Gehäuse und Zylinder
Index
Das Motorgehäuse ist aus einer widerstandsfähigen für diesen
Zweck seit Jahren verwendeten Aluminium-Legierung gegossen und besteht aus einem
einzigen Gußstück ohne Teilfuge, wodurch absolute Öldichtheit
gewährleistet ist. Der aus Sonder-Grauguß hergestellte Zylinder ragt
ein gutes Stück in das Kurbelgehäuse hinein. Mit dem Zylinder ist
der aus Leichtmetall gegossene Zylinderkopf durch vier Schrauben verbunden.
Eine Schutzhaube aus Leichtmetall schließt den Zylinderkopf mit den auf
ihm in Gleitlagern gelagerten Schwinghebeln staub- und Öldicht ab. Reichlich
große Kühlrippen an Zylinder und Zylinderkopf sorgen für eine
gute Kühlung selbst bei angestrengtestem Betrieb. Auch auf die Zündkerze
überträgt sich diese Kühlung, die durch ihre seitliche Lage ohnehin
dem Fahrtwind frei ausgesetzt ist.
3. Kurbelwelle, Pleuel und
Kolben
Index
Die Kurbelwelle ist aus Sonderstahl hergestellt. Ihre beiden Schenkel sind auf
den zylindrischen Kurbelzapfen aufgepreßt. Vorn läuft die Kurbelwelle
in einem Gleitlager und rückwärts in einem kräftigen Kugellager.
Hohlgebohrte Zapfen in Verbindung mit entsprechenden Ölkanälen dienen
zur reichlichen Schmierung sämtlicher Lagerstellen mit Drucköl. Das
Pleuellager ist als Rollenlager ausgebildet wodurch die Reibung zwischen Pleuel
und Kurbelzapfen auf ein Mindestmaß beschränkt wird. Das im Gesenk
geschmiedete Pleuel hat doppel-T-förmigen Querschnitt.
Als Kolben werden bekannte Qualitätskolben verwendet, die mit drei Kolbenringen
versehen sind, von denen der untere als Ölabstreifring aus
gebildet ist. Der gehärtete und geschliffene Kolbenbolzen ist im Pleuelkopf
gelagert und durch Sprengringe gesichert.Im übrigen ist das ganze Triebwerk
sorgfältig ausgewuchtet, wodurch ein möglichst erschütterungsfreier
Lauf des Motors gewährleistet ist.
4. Steuerung und Ventile
Index
Der Antrieb der Steuerwelle erfolgt mittels Kette von der Kurbelwelle aus, während
die Lichtmaschine von einem endlosen G ummikeilriemen angetrieben wird Der Lichtmaschinenantrieb
ist in ein abgeschlossenes Gehäuse verlegt und erfolgt von der Kurbelwelle
aus; besonders betont sei die völlige Geräuschlosigkeit des Antriebs
und die äußerst geringe Wartung, die er erfordert. .Die aus erstklassigem
Sonderstahl hergestellten Ventile sind im Zylinderkopf hängend angeordnet
und mit reichlich großen Ventiltellern ausgerüstet. Sie werden von
den mit Druckschrauben versehenen Schwinghebeln geöffnet; diese wiederum
werden durch eingekapselte Stoßstangen betätigt, die unten in hohlen
Stößen gelagert sind, welche auf den Steuernocken auflaufen.
5. Entlüftung
Index
Durch einen mit der Steuerwelle aus einem Stück bestehenden Drehschieber
wird die im Motorgehäuse verdichtete Luft mit dem möglicherweise darin
enthaltenen Öldampf zur Vermeidung von Ölverlusten durch einen Kanal
in das hintere Stoßstangenschutzrohr geleitet und steigt in
diesem hoch bis in die Zylinderschutzkappe. Der Öldampf schlägt sich
zum Teil dort nieder, zum anderen Teil wird er über den Luftfilter dem
Verbrennungsraum zugeführt.
6. Schmierung und Ölstandprüfung
Index
Die Schmierung des Motors erfolgt unter hohem Druck vollkommen selbsttätig
durch eine Zahnradpumpe, die am Kurbelgehäuse befestigt ist Diese Pumpe
wird von einer Schnecke auf der Steuerwelle über ein Schneckenrad angetrieben,
dessen Welle durch eine Vierkanthülse mit der Achse des Antriebsrades der
Zahnradpumpe gekuppelt ist. Diese drückt das durch einen Seiher gereinigte
Öl durch eine Bohrung im Pumpendeckel und ein Steigrohr in das Kurbelwellengleitlager.
Von hier aus wird es durch entsprechende Bohrungen und durch den hohlgebohrten
Kurbelwellenzapfen zum Pleuellager geführt, wo es als Schleuderöl
austretend die Zylinderwand und damit den Kolben, Kolbenbolzen und die obere
Pleuellagerung schmiert. Eine weitere Leitung führt vom vorderen Kurbelwellenlager
zur Steuerwellenlagerung und in die hohle Steuerwelle, von der aus durch entsprechende
Öffnungen die Nocken, die Schnecke zum Ölpumpenantrieb und das hintere
Steuerwellenlager reichlich geschmiert werden. Die Schwinghebel der Ventilsteuerung
werden mittels Drucköles durch eine eigene Ölsteigleitung geschmiert,
wobei die Ölzufuhr durch eine Bohrung in der Steuerwelle geregelt wird.
Das durch die Ölsteigleitung hochgeführte Öl gelangt durch Bohrungen
im Zylinderkopf zu den Schwinghebelgleitlagern. Das sich im Schwinghebelgehäuse
ansammelnde Ö1 läuft ,durch das vordere Stoßstangen-Schutzrahr
in den hohlen Ventilstößel ab und von hier durch enge Bohrungen in
das Kurbelgehäuse und den Ölsumpf zurück.
7. Vergaser
Index
Es wird ein Sum-Vergaser mit drei Kraftstoffdüsen verwendet, dessen Bedienung
mittels Bowdenzuges vom rechten Drehgriff aus erfolgt. Die drei Kraftstoffdüsen
sind so zueinander abgestimmt, daß selbst bei Kraftstoffwechsel kein Düsenwechsel
vorgenommen werden muß.
Das Vergasergehäuse 1 sitzt auf einem angegossenen Flansch des Schwimmergehäuses
2 und ist mit diesem durch Stiftschrauben 3 und Muttern 4 verbunden. In dem
Schwimmergehäuseanschluß sind drei Düsen eingeschraubt, von
welchen zwei (5 und 6) bis in die Mitte des Ansaugrohres des Vergasergehäuses
hineinragen und in diesem durch ein senkrecht stehendes Blech 7 voneinander
getrennt sind, während die dritte, die Leerlaufdüse 8 in einen Seitenkanal
des Vergasergehäuses mündet. Rechtwinklig zum Ansaugrohr ist der Gasschieber
9 im Vergasergehäuse angeordnet, der mit dem rechten Drehgriff durch Bowdenzug
verbunden ist. Eine Druckfeder 10 hält den Schieber stets in geschlossener
Stellung und sperrt den Saugkanal ab. Mittels einer Stellschraube 11 kann die
Schlußstellung des Schiebers für den Leerlauf geregelt werden. Zur
Regelung der Gemischzusammensetzung für den Leerlauf ist eine Stellschraube
12, die den Luftstrom, der über die Leerlaufdüse streicht, regelt,
oberhalb der letzteren und gleichzeitig mit dieser angeordnet. Durch Hereinschrauben
dieser Stellschraube wird der Luftstrom gedrosselt, wodurch das Gemisch kraftstoffreicher
wird, und durch Herausschrauben derselben das Umgekehrte erreicht.
Im Schwimmergehäuse 2 ist der Schwimmer 13 mit Nadel 14 untergebracht,
der unter Einwirkung auf das Nadelventil 14 den Kraftstoffspiegel regelt. Der
Kraftstoff tritt durch eine Bohrung in den angegossenen Flansch des Schwimmergehäuses
in die drei Düsen 5, 6 und 8 ein. Diese sind unterhalb des Kraftstoffspiegels
ungefähr in der Höhe thres Vierkantes fein gebohrt.
Um dem Fahrer die Möglichkeit zu bieten, auf jeden Fall ein rasches Anspringen
des Motors zu erreichen, ist im Deckel 20 des Schwimmergehäuses 2 ein Tupfer
21 angebracht, durch den der Schwimmer 13 heruntergedrückt und das Nadelventil
14 geöffnet werden kann. ES entsteht dadurch eine Erhöhung des Kraftstoffspiegels
und im Augenblick des Anwerfens ein kraftstoffreiches Gemisch, das die Ingangsetzung
des Motors wesentlich erleichtert.
8. Zündung
Index
Den Zündstrom liefert eine 6-Volt-Batterie, die von einer 45-Watt-Lichtmaschine
gespeist wird. Die Lichtmaschine ist mit einem Spannband oberhalb des eingegossenen
Werkzeugbehälters auf dem Motorgehäuse befestigt. Die Batterie ist
in einem Anguß am Motorgehäuse untergebracht Angetrieben wird die
Lichtmaschine von der Kurbelwelle aus mittels eines Gummikeilriemens, der in
einem abgeschlossenen Gehäuse läuft. Zum Nachspannen des Keilriemens
löst man das Spannband der Lichtmaschine und dreht diese leicht nach außen.
Es ist darauf zu achten, daß die Spannung nicht zu groß wird. Ein
zu starkes Spannen des Riemens erhöht den Verschleiß desselben und
kann die Lager der Lichtmaschine beschädigen. Die Mutter des Spannbandes
ist wieder fest anzuziehen.
Die Lichtmaschine ist eine Nebenschlußmaschine mit selbsttätiger
Spannungsregelung. Sie liefert, solange der Motor mit genügender Drehzahl
läuft, den Zündstrom, den Strom für den Scheinwerfer, für
die Schlußlampe und das Horn. Außerdem lädt sie die Batterie
auf, die bei Stillstand des Motors die Verbraucher speist.Die Klemmenspannung
der Lichtmaschine wird durch einen elektrischen Schnellregler auf nahezu gleichbleibender
Höhe gehalten, gleichgültig, mit welcher Drehzahl die Lichtmaschine
umläuft und wieviel Verbraucher eingeschaltet sind. Die Glühlampen
brennen infolgedessen stets gleichmäßig hell und haben eine lange
Lebensdauer. Die Batterie wird vollkommen selbsttätig mit hohem Anfangsladestrom
schnell aufgeladen. Mit zunehmender Ladung nimmt der Ladestrom ab, eine Überladung
der Batterie mit ihren schädlichen Folgen kann nicht eintreten. Die Batterie
dient zur Aufspeicherung von elektrischer Energie für die Stromentnahme
bei stillstehendem Fahrzeug.Die Regelung der Klemmenspannung bietet also den
großen Vorteil, daß der Motor und die Lichtanlage auch bei abgeschalteter
oder schadhafter Batterie betrieben werden können, ohne daß Schwankungen
in der Lichtstärke auftreten oder die Glühlampen durchbrennen. Es
ist jedoch.
kräftiges Anschieben, möglichst bergab, notwendig!
In die Lichtmaschine ist ein Selbstschalter eingebaut, der die Lichtmaschine
zur Batterie parallel schaltet, sobald sie die zur Ladung der Batterie notwendige
Spannung erreicht hat. Der Schalter trennt die V erbindung wieder, wenn bei
niederen Drehzahlen des Motors die Spannung der Lichtmaschine unter die Batteriespannung
sinkt und verhindert so eine Entladung der Batterie über die Lichtmaschine.Der
Unterbrecher befindet sich auf der Stirnseite des Gehäuses. Nach Abziehen
des Schutzdeckels werden die Kontakte und der mit der Steuerwelle aus einem
Stück bestehende Unterbrechernocken frei. Die Zündspule ist oben an
der linken senkrechten Rahmenstrebe geschützt untergebracht. Der von der
Batterie gelieferte niedergespannte Strom wird durch die Zusammenwirkung von
Zündspule und Unterbrecher in einen hochgespannten Strom umgewandelt und
der Zündkerze zugeleitet, wo er als Zündfunke zwischen den beiden
Elektroden überspringt. Die Verstellung des Zündzeitpunktes erfolgt
durch den auf der linken Seite des Lenkers angebrachten Zündungshebel.
9. Kupplung
Index
Als Kupplung dient eine im Schnitt dargestellte Einscheiben-Reibungskupplung.
Der Antrieb erfolgt von dem auf dem konischen Zapfen der Kurbelwelle sitzenden,
mittels Keil und Mutter befestigten Schwungrad 1. Sechs
Führungsbolzen 5 und drei Mitnehmerbolzen 9 im Schwungrad nehmen eine Druckplatte
2 mit, die sich gegen ein Drucklager 10 anlegt. Der Lagerkörper des Drucklagers
10 ist mit der Druckplatte 2 verschraubt. Das Drucklager 10 sitzt auf der Führungsbüchse
3, die auf dem Hals der Kugellagerbüchse 11 in Längsrichtung verschiebbar
gelagert ist. Die Nabe der Kupplungsplatte 20 ist durch Keilbahnen mit der Antriebswelle
12 des Getriebes längsverschiebbar und drehsteif verbunden. Die Kupplungsplatte
20 wird durch die Druckplatte 2 unter dem Druck von den auf den Führungsbolzen
5 sitzenden Federn 19 gegen das Schwungrad 1 gepreßt, wodurch die von
der Kurbelwelle ausgehende Drehbewegung über die Kupplung auf das Getriebe
übertragen wird.
Mittels des am linken Lenkergriff vorgesehenen Hebels wird über das Bowdenseil
der Kupplungshebel 13 betätigt, dessen Gabel die Führungsbüchse
3 mit dem Drucklager lO nach rückwärts verschiebt, somit die Druckplatte
2 von der Kupplungsplatte 20 abhebt und die Kraftübertragung vom Motor
auf das Getriebe unterbricht.
10. Getriebe
Index
Das Getriebegehäuse ist in derselben Aluminiumlegierung gegossen wi das
Motorgehäuse. Festigkeit und Öldichtheit sind besondere Vorzüge
desselben. Am Kupplungsgehäuse ist das Getriebe angeflanscht und mittels
Stift schrauben an diesem befestigt Diese Anordnung hat den Vorteil, das das
Getriebe leicht ausgebaut werden kann, .ohne den Motor aus den Rahmen zu entfernen.
Obwohl das Innere des Getriebes nach Abnahme des Gehäusedeckels leicht
zugänglich ist, raten wir doch dringend davon ab, das Getriebe zu öffnen
und zu zerlegen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Beim Zusammenbau kommen
dann die Zahneingriffe in eine andere Lage und die Folge davon ist lauter Gang.
Notwendig werdende Arbeiten am Getriebe sollen nur von einer der Vertragswerkstätten
ausgeführt werden.
Das vierstufige Fußschaltgetriebe gestattet die volle Ausnutzung der Motorleistung
in jedem Gelände. Das Schalten geschieht in der beschriebenen Weise durch
einen vor der linken Fußraste angebrachten Fußhebel, so daß
beim Gangwechsel beide Hände am Lenker bleiben können, was für
die Beherrschung der Maschine sehr wesentlich ist.
Der Schaltvorgang ist folgender.
Die mit dem Motor gekuppelte Antriebswelle 1 treibt Über die Nebenwelle
2 die Hauptwelle 3. Durch Niedertreten bzw. Hochheben des Fußschalthebels
4 wird über das Schaltsegment 5 die Schaltwalze 6 .gedreht, wodurch die
Schaltgabeln 7 in Kurvennuten 8 verschoben werden und die Schiebeklauen 9 die
ständig paarweise im Eingriff stehenden Zahnräder mit der Welle kuppeln
Der Fußschalthebel geht stets in seine Ausgangsstellung zurück. Im
Gegensatz hierzu bleibt der Handschalthebel 10 in der jeweiligen Stellung stehen.
11. Kraftübertragung
Index
Die vom Getriebe zum Hinterrad gehende Kardanwelle 1 trägt an ihrem vorderen
Ende eine elastische Kupplung 2 und ist mit dem Radantrieb durch ein mit einer
Verschlußglocke 3 abgedecktes Kreuzgelenk 4 verbunden, das die beim Durchfedern
des Rades auftretende Lageänderung der Welle ausgleicht. Die Antriebskraft
wird über das in einem Ring schräglager 5 und Nadellager 6 gelagerte
Antriebsritzel 7 au f das auf die Nabe 8 aufgeschrumpfte Tellerrad 9 übertragen.
Die Tellerradnabe ist im Antriebsgehäuse und im Deckel für das Antriebsgehäuse
durch Je ein Hochschulterlager lO gelagert und besitzt eine Innenverzahnung
11 in welche die außenverzahnte Radnabe 12 eingreift un d so die Drehbewegung
auf das Hinterrad überträgt. Die Radnabe erhält ihre Lagerung
durch ein Ringschräglager 13 und einen Paßrand 14 am Ende der Nabe,
der in der Tellerradnabe gelagert ist.Die Abdichtung der Kardanwelle bei ihrem
Eintritt in das Kardangehäuse, sowie die Abdichtung der Bremstrommel gegenüber
dem Kardangehäuse ist so vollkommen, daß ein Austritt von Öl
wirksam verhindert wird.Zum Antreten des Motors dient ein Fußanwerfhebel.
Die Welle, auf der er festgeklemmt ist, steht durch ein Kegelräderpaar
11 und 12 (Abb. Getriebe) mit einer in Längsrichtung im Getriebegehäuse
gelagerten kurzen Nebenwelle in kraftschlüssiger Verbindung, die ihrerseits
mittels einer Sperrklinkenvorrichtung in die sägezahnartige In nenverzahnung
eines glockenförmig ausgebildeten Zwischenrades, das auf der gleichen Nebenwelle
gelagert ist, eingreift. Dieses Zwischenrad greift in das rückwärtige
Stirnrad der Getriebenebenwelle ein und überträgt auf diese Weise
beim Abwärtstreten des Fußanwerfhebels dessen Drehbewegung über
das Getriebevorgelege auf die Kurbelwelle und wirft so den Motor an.Der Antrieb
des Geschwindigkeitsmessers erfolgt von einer auf der Hauptwelle des Getriebes
aufgekeilten Schnecke 13 aus. Diese greift in ein Schneckenrad 14 ein, von dem
eine biegsame Welle zum Geschwindigkeitsmesser führt (Abb. Getriebe).
1. Rahmen
Index
Es wird ein gepreßter Stahlblechdoppelrahmen mit U-förmigem Querschnitt
verwendet, der als Dreiecksfachwerk ausgebildet ist. Durch Verschweißung
der Rahmenglieder mit drei Querstreben, von denen je eine.die oberen und unteren
Längsträger sowie die vorderen senkrechten Träger miteinander
verbindet, erhält der Rahmen eine besondere Steifigkeit. Außerdem
wird der aus geschmiedetem Stahl bestehende Steuerkopf von beiden Rahmenhälften
vorn halbkreisförmig umschlossen und rückwärts durch Knotenbleche
verbunden, die mit den Flanschen der Rahmenglieder verschweißt sind.
2. Vorderradgabel
Index
Die Vorderradfederung und -führung erfolgt durch eine bewährte Teleskopgabel
mit eingebauten Ölstoßdämpfern. In die oberen, feststehenden
Gabelrohre 1 sind die beweglichen Gleitrohre 2 mit angeschweißter Gabelfaust
3 geschoben. Die Abdichtung gegeneinander geschieht durch je einen Dichtring
4 und die Führung durch zwei in jedes Gabelrohr eingesetzte Büchsen
5. Die federnde Verbindung zwischen dem festen und dem beweglichen Teil der
Gabel wird durch je eine an ihren beiden Enden befestigte Tragfeder 6 hergestellt.
Ein Ölstoßdämpfer in jeder Gabelhälfte dämpft die
Fahrschwingungen.
Der Stoßdämpfer besteht aus einer durch das obere Einschraubstück
der Tragfeder gehende, hohle, mit der Verschlußmutter des Gabelrohres
verschraubte Kolbenstange 7, die am unteren Ende den Stoßdämpferkolben
8 mit Ventil 9 trägt, und aus dem als Stoßdämpferzylinder ausgebildeten
unteren Gleitrohr. Jede Gabelhälfte enthält insgesamt 15O ccm dünnflüssiges
Motorenöl von 8° bis 10° E bei 5O° C welches das erste Mal
nach 2OOO km und später alle lO OOO km gewechselt werden soll.
Beim Durchfedern der Gabel bewegt sich das Gleitrohr nach oben, dabei strömt
ein Teil des darin vorhandenen Öles durch das geöffnete Ventil über
den Kolben. Infolge Raumverminderung durch die Kolbenstange kann das verdrängte
Öl nicht restlos über den Kolben aufgenommen werden. Es wird daher
der überschüssige Teil durch die hohle Kolbenstange und eine hierin
angebrachte Bohrung nach oben in das Gabelrohr gedrückt. Beim Aufschnellen
der Feder bewegt sich das Gleitrohr wieder abwärts, dabei deckt das Kolbenventil
die Durchflußöffnungen teilweise ab. Das Ö1 wird durch die Verengung
gepreßt und dämpft somit den Rückstoß. Gleichzeitig wird
infolge des im Gleitrohr unter dem Kolben entstehenden Vakuums das fehlende
Ö1 durch die Kolbenstange aus dem Gabelrohr wieder nach unten gesaugt und
kann seinen Kreislauf aufs neue beginnen. Die Gabel- und Gleitrohre sind durch
ineinandergeschobene Schutzrohre schmutzdicht verkleidet. Die oberen Gabelverkleidungen
sind zugleich als Scheinwerferträger ausgebildet.
Ausbau der Vorderradfederung
Für den Aus- und Einbau des gesamten Federungsaggregates ist das Rad durch
Unterbauen des Motors vorne so hoch zu stellen, daß beim Ausziehen und
Einführen die Kolbenstange nicht verbogen wird. Nach Ausbau des Vorderrades
und Schutzbleches nach der gegebenen Anweisung sind die Sechskantverschlußschrauben
oben aus den Gabelrohren herauszudrehen. Nach Lösen der darunter befindlichen
Kontermuttern lassen sie sich von der Stoßdämpferstange abschrauben
und die G leitrohre mit Tragfeder und Stoßdämpfer sind nach unten
herauszuziehen. Die Tragfedern können sodann durch Herausdrehen der unteren
Einschraubstücke aus den Gleitrohren abgenommen werden.
Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Zuvor sind in die Gleitrohre
je 75 ccm Winter-Motorenöl einzufüllen. Dieselbe Menge muß nach
dem Zusammensetzen von oben in jedes Gabelrohr eingegossen werden, so daß
der Abstand des Ölspiegels bis zum obersten Rand des Gabelrohres mindestens
187 mm beträgt. Tiefer als 230 mm darf der Ölstand nicht sinken. Sollte
die Stoßdämpferwirkung nachlassen, so hat die Gabel Ö1 verloren
und der Ölspiegel ist unter diese Grenze gesunken.
Es sind dann 5O ccm Öl in die betreffende Gabelhälfte nachzufüllen.
Erforderlichenfalls ist der Dichtring auszuwechseln. Es ist darauf zu achten,
daß beim Anziehen der Kontermutter gegen die Verschlußschraube diese
mindestens 1/10 mm Abstand vom Tragfedereinschraubstück hat. Die Tragfeder
muß auf der Kolbenstange drehbar sein, damit sich beim Ausfluchten der
Gabelfäuste für die Steckachse die Tragfedern nicht von den Einschraubstücken
abschrauben. Zu empfehlen ist, zuvor das Schutzblech zu befestigen, dabei ist
die Steckachse in die Gabelfäuste einzuführen, damit diese die richtige
Stellung behalten.
3. Hinterradfederung
Index
Die Hinterradfederung trägt dieselben Hauptmerkmale wie die Vorderradgabel
und ist ebenfalls nach dem Teleskopprinzip mit Ölstoßdämpfung
gebaut. Das ganze Federungsaggregat fügt sich harmonisch in den Gesamtaufbau
ein und beeinträchtigt in keiner Weise die Spurhaltung des Rades. Besonders
bei hohen Geschwindigkeiten macht sich dies sehr vorteilhaft bemerkbar. Auf
einem an den Rahmenbügeln durch Klemmung befestigten Gleitrohre 1 ist an
beiden Radseiten der mit zwei Führungsbüchsen 2 versehene Achshalter
3 gleitbar gelagert. Die Federung erfolgt durch eine mit dem oberen Bügel
einerseits und dem Achshalter andererseits fest verbundene, progressiv wirkende
Schraubenfeder 4. Harte Rückschläge der Federung auf besonders unebener
Fahrbahn werden durch einen Gummipuffer 5, der sich gegen den unteren Rahmenbügel
abstützt, aufgefangen. Zur Dämpfung der Fahrschwingungen sind einfachwirkende
Ölstoßdämpfer eingebaut. Der Stoßdämpfer besteht
aus einer mit dem Achshalter festverbundenen Kolbenstange 6, welche am unteren
Ende den Stoßdämpferkolben mit Ventil 7 trägt, und aus dem unten
in das Gleitrohr eingeschraubten doppelwandigen Stoßdämpferzylinder
8. Am Grunde des Zylinders befindet sich das doppeltwirkende Bodenventil 9,
durch welches der Öldurchgang von und nach dem Zylindermantelrohr vor sich
geht Jeder Stoßdämpfer enthält etwa 75 ccm dünnflüssiges
Motorenöl von 8° bis 10° E bei 50° C. Es ist das erste Mal
nach einer Fahrstrecke von 20O0 km zu wechseln, später alle 1O 000 km.
Tragfeder und Stoßdämpfer sind durch Verkleidungsrohre schmutzdicht
geschützt Die Wirkungsweise des Stoßdämpfers ist folgende: Beim
Durchfedern des Rades bewegt sich der Achshalter und damit der Stoßdämpferkolben
im Zylinder nach oben. Das darüber vorhandene Öl wird durch das offene
Kolbenventil nach unten gedrängt. Diese Ölmenge reicht jedoch nicht
für die Füllung der unteren Zylinderhälfte aus; durch das entstehende
Vakuum öffnet sich das Bodenventil, und die fehlende Menge wird aus dem
Zylindermantel nachgesaugt.
Beim Aufschnellen der Feder bewegt sich der Achshalter mit dem Stoßdämpferkolben
wieder abwärts, dabei schließt sich das Kolbenventil teilweise. Das
Öl wird nach oben hindurchgepreßt. Der Raum über dem Kolben
ist durch das vorhanden sein der Kolbenstange aber nicht groß genug, das
verdrängte Öl aufzunehmen. Durch den entstandenen Druck öffnet
sich ein kleiner Durchflußquerschnitt des Bodenventils in umgekehrter
Richtung. Die überschüssige Ölmenge wird nach aussen in das Mantelrohr
gepreßt. Der unter Druck vor sich gehende Öldurchfluß durch
Kolben- und Bodenventil bewirkt die Dämpfung des Federrückstoßes.
Ausbau der Hinterradfederung
Der Ausbau der Stoßdämpfer für die Hinterradfederung ist ohne
Herrausnahme des Hinterrades mgl. , indem zunächst die obere Verschlußmutter
des Gleitrohres abgedreht wird. Sodann wird von oben die Stiftschraube für
den Tragbolzen gelöst. In dem Verkleidungsrohr befinden sich Zugangsöffnungen
zum Tragbolzen. Der Tragbolzen wird von hinten nach vorn durchgeschlagen. Durch
Lösen der unteren Verschlußschraube läßt sich der gesamte
Stoßdämpfer herausdrehen. Soll die gesamte Hinterradfederung ausgebaut
werden, so ist das Hinterrad nach der gegebenen Anweisung auszubauen und das
Fußbremsgestänge auszuhängen. Die vier Klemmschrauben für
die Gleitrohre werden gelöst, Die Gleitrohre sind dann nach oben herauszuziehen
und die Federung kann aus den Rahmenbügeln genommen werden, dabei ist die
obere Federaufnahme zusammenzudrücken.Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter
Reihenfolge. Für das Einfüllen der 75 ccm Öl in den Stoßdämpferzylinder
muß der Dichtring, der den oberen Abschluß bildet, herausgenommen
werden.
4. Lenker und Steuerungsdämpfer
Index
Der Lenker bietet durch seine Form eine bequeme Auflage für die Hände;
er ist in seinen Befestigungslaschen drehbar und kann nach Belieben höher
oder tiefer gestellt werden. Um ein Flattern der Steuerung bei hohen Geschwindigkeiten
zu vermeiden, ist ein Steuerungsdämpfer angeordnet, In Anpassung an die
Straßenbeschaffenheit kann der Steuerungsdämpfer mittels der oben
am Steuerkopf befindlichen Flügelmutter stärker oder schwächer
angezogen und damit die Steuerung strenger bzw. leichter eingestellt werden.
5. Räder und Bremsen
Index
Beide Räder besitzen Doppel-Dickendspeichen und die gebräuchlichen
Tiefbettfelgen 2.15-19“ mit Stahlseilniederdruckbereifung 3.50-19“. Vorder-
und Hinterrad sind zwecks leichten Ausbaues mit Steckachsen ausgerüstet.
Die Bremsen der beiden Räder sind als Innenbackenbremsen ausgebildet und
gewährleisten durch ihre Größe schnellstes Anhalten in Gefahrmomenten.
Sie sind gegen Wasser und Schmutz vollkommen abgedichtet in den Bremstrommeln
untergebracht. Beide Bremsen sind auf einfache Weise nachstellbar.
6. Sattel und Fußrasten
Index
Der bequemen Sitz und guten Halt bietende Fahrersattel mit Zentralfeder ist
mit seinem Federtopf im Rahmenquerträger mit drei Schrauben befestigt.
Die Einstellung der Federkraft kann durch eine große Flügelmutter
am Federtopf reguliert werden. Die geringe Bodenhöhe des Sattels ermöglicht
auch kleinen Fahrern, mit den Beinen den Boden zu erreichen.Der Sozius-Schwingsattel
mit einem kräftigen Handgriff ist über ein Kniegelenk zweimal gelagert
und mit dem Gepäckträger durch drei Schrauben verbunden. Die Federkraft
kann durch eine Sechskantmutter reguliert werden.Beide Sättel sind mit
einer weichen Schlauchgummidecke mit gut ausgeprägter Sitzform versehen.
Die Fußrasten sind verstellbar angeordnet und können in die für
den Fahrer bequemste Stellung eingeschwenkt werden. Die Fußstützen
für den Mitfahrer sind aufklappbar.
7. Schutzbleche
Index
Diese sind sehr breit gehalten und bieten dem Fahrer hinreichenden Schutz vor
Beschmutzung. Das hintere Schutzblech ist aufklappbar zur besseren Radmontage.
8. Kippständer
Index
Der Kippständer ist unter dem Rahmen angebracht und wird in hochgeklappter
Stellung durch eine Blattfeder gehalten, die ein Herunterfallen während
der Fahrt mit Sicherheit verhindert. Beim Anschieben des Rades wird er durch
eine Schraubenfeder selbsttätig zurückgezogen. Breite kufenförmige
Füße verhindern das Einsinken auf weichem Boden und erleichtern das
Aufstellen.
9. Kraftstoffbehälter
Index
Der als Aufsatztank ausgebildete Behälter ist nit Gummiunterlagen am Knotenblech
hinter dem Steuerkopf mittels einer Schraube und an einer Querstrebe mit zwei
Schrauben am Rahmen befestigt.Der Inhalt des Behälters beträgt etwa
12 Liter, was für die Zurücklegung einer Fahrstrecke von etwa 350
km ausreicht. Die besonders groß gehaltene Einfüllöffnung ist
mit einem mit Drehverschluß versehenen Deckel verschlossen, auf dem die
Drehrichtung für Öffnen und Schließen eingeprägt ist.
10. Scheinwerfer und Schlußlicht
Index
Der Scheinwerfer enthält eine Zweifadenlampe für Fern- und Abblend
licht und eine Hilfslampe für Standlicht. Durch Rechtsdrehen des Schlüssels
auf dem Scheinwerfer wird die Zweifadenlampe durch Linksdrehen die Standlichtlampe
eingeschaltet. Das wahlweise Einschalten des Fern- und Abblendlichtes der Zweifadenlampe
erfolgt durch den am linken Lenkergriff befestigten Abblendschalter. Bei notwendig
werdendem Auswechseln der Lampe muß die unten am Scheinwerfer befindliche
Schlitzschraube 1 gelöst werden. Dann kann der Scheinwerferspiegel mit
Glas und Scheibenfassung 2 abgenommen.
werden. Die Zweifadenlampe 3 und die Standlichtlampe 4 sind in den Lampenhalter
5 mit Drehverschluß eingesetzt. Der Lampenhalter 5 wird in der Mitte des
Spiegels 2 mittels einfacher Klemmvorrichtung gehalten.
Das Gehäuse 1 der Schlußlampe kann nach Lösen der Schraube 2
abgenommen werden. Damit ist die Lampe 3 zugänglich, die ebenfalls mit
Drehverschluß in der Fassung sitzt.
11. Werkzeug
Index
Das Werkzeug ist in einem in das Motorgehäuse miteingegossenen Behälter
leicht zugänglich untergebracht. Der V erschlußdeckel wird von zwei
Schrauben gehalten, die versenkt angebracht sind und nur mit dem mitgegebenen
Schlüssel geöffnet werden können. Damit ist das Werkzeug vor
unbefugten Eingriffen geschützt.
Die folgenden Erklärungen sollen ein Wegweiser für jene Fahrer sein, die Instandsetzungsarbeiten selbst durchführen wollen. Bei größeren Arbeiten, die meist nicht ohne fremde Hilfe ausgeführt werden können, ist es aber ratsam, eine der Vertragswerkstätten mit ihrer Durchführung zu beauftragen.
1. Ausbauen und Einschleifen
der Ventile
Index
Die Ventile sind nach Zurücklegung von 10 000 bis 15 000 km Fahrt, oder,
wenn sich Störungen bemerkbar machen, bereits vorher, auf guten Sitz zu
prüfen und erforderlichenfalls einzuschleifen. Die Auflageflächen
der Ventile müssen vollkommen glatt sein und dicht schließen. Etwa
fest gesetzte Ölkohle und dergleichen läßt sich meist entfernen,
indem man das Ventil an der Ventilspindel einige Male auf seinem Sitz dreht.
Genügt dies nicht, so ist das Ventil nachzuschleifen und zu diesem Zweck
herauszunehmen, wie nachstehend beschrieben. Zunächst wird der Kraftstoffbehälter
nach Lösen der drei Kopfschrauben sowie Vergaser, Auspuffleitung und Zündkerze
abgenommen. Nun schraubt man die unteren Muttern für die Stoßstangenschutzrohre
los und zieht den ganzen Zylinderkopf nach Entfernen seiner vier Befestigungsmuttern
vom Zylinder vorsichtig ab. Jetzt kann der Kopf weiter zerlegt werden, indem
man zunächst den Deckel entfernt. Die Korkdichtung zwischen Zylinderkopf
und dessen Deckel ist an letzterem angeklebt, um ein Zerreißen derselben
zu verhindern. Um die Ventile ausbauen zu können, müssen zuvor die
Schwinghebel entfernt werden, indem man die Muttern auf der Ventilseite von
den Schwinghebelachsen löst und die Schwinghebel abzieht. Da letztere auf
ihrer Achse durch eine feine Längsverzahnung gegen Drehung gesichert sind,
ist es notwendig, die Stirnseite von Hebel und Achse zu markieren, damit der
Winkel beim Wiederzusammenbau nicht verändert wird. Man setzt nun den Zylinderkopf
auf eine feste Unterlage; am besten eignet sich ein Hartholzklotz, der in der
Form dem Verbrennungsraum angepaßt ist. Vorteilhaft ist es, den Zylinderkopf
mit der Unterlage in einen Schraubstock zu spannen, damit man beide Hände
zur Arbeit frei hat. Jetzt wird der Federteller entgegen dem Ventilfederdruck
mittels eines hierzu passenden Werkzeuges nach unten gedrückt, bis die
Keilkegelhälften frei werden, die man mittels eines Drahthakens herausnehmen
kann. Damit werden auch Federteller und Federn frei, die nach außen herauszunehmen
sind, während das Ventil durch den Verbrennungsraum entfernt wird. Sollte
sich der Federteller sehr schwer von den Keilkegeln lösen, so kann man
hier durch leichtes Schlagen mit einem Holzhammer etwas nachhelfen. Nun streiche
man eine geringe Menge sehr feines, mit Öl angerührtes Schmirgelpulver
auf den Ventilsitz, führe das Ventil lose wieder ein und drehe unter starkem
Gegendrücken und Wiederloslassen das Ventil auf seinem Sitze hin und her,
bis Ventil und Ventilsitz so weit eingeschliffen sind, daß sie wieder
genau aufeinander passen. Man schleife dann noch mit reinem Öl nach und
setzte hierauf das Ventil wieder ein, nachdem man vorher sorgfältig jede,
auch die geringste Spur von Schleifmasse vom Ventil und dem Saug- und Auslaßkanal
entfernt hat. Das Dichthalten der Ventile kann man prüfen, indem man die
vorläufig eingesetzten Ventile mit dem Finger gegen den Ventilsitz drückt
und Benzin in die Kanäle gießt. Bei gutschließenden Ventilen
darf kein Benzin in den Verbrennungsraum dringen.
Nachdem dann die Ventile mit Federn und Keilkegel in umgekehrter Reihenfolge,
wie vorher beschrieben, wieder eingesetzt und auch die Schwinghebel richtig
eingebaut wurden, kann der Zylinderkopf ohne Deckel vorsichtig auf den Zylinder
aufgesetzt und festgeschraubt werden. Das Spiel zwischen Ventilschaft und Druckstift
muß nun wieder neu eingestellt werden. Beim Zusammenbau des Motors ist
besonders darauf zu achten, daß die Dichtungen zwischen Zylinder und Zylinderkopf
bzw. Vergaser und Auspuffleitung vollkommen abschließen.
Zu beachten!
Das Einstellschaubild ist entgegengesetzt der Fahrtrichtung gesehen. Der darauf
angegebene Drehsinn ist also nur bei Blickrichtung gegen den Steuerräderantrieb
richtig.
2. Einstellen
der Steuerung und der Zündung
Index
Ist die Kurbelwelle aus irgendeinem Grunde ausgebaut worden, so muß nach
ihrem Wiedereinbau die Steuerung neu eingestellt werden.
Vor dem Einsetzen der Kurbelwelle müssen die Ölkanäle in den
Zapfen gut von etwa angesammeltem Schmutz gereinigt werden. Beim Auflegen der
Steuerkette ist unbedingt darauf zu achten. daß die Markierungspfeile
auf beiden Kettenrädern genau zueinander stehen.
Die Einstellung der Zündung und der Steuerzeiten ist bei einem Kontakt
abstand von 0,4 bis 0,6 mm im Unterbrecher und bei richtig eingebauter Nockenwelle,
d. h. beim Aufeinanderstehen der Markierungen von selbst in Ordnung, da der
Nocken zur Betätigung des Unterbrechers an dem vorderen Ende der Steuerwelle
angeschliffen ist.
Ist jedoch Neueinste11ung der Zündung erforderlich, so wird dies am besten
von einer Vertragswerkstatt mit einem Spezialgerät, dem Zündungsmesser
mit Kontrollampe, vorgenommen. Dazu wird der Kolben nach Schließen des
Saugventils auf oberen Totpunkt eingestellt. Sodann wird der Kolben mit Hilfe
des Zündungsmessers auf 12 mm vor oberen Tot punkt zurückgedreht und
die Unterbrecherkontakte so eingestellt, daß sie gerade öffnen wollen.
Leuchtet beim Vorwärtsdrehen das am Unterbrecher angeschlossene Lämpchen
12 mm vor OT auf, ist die Zündung in Ordnung.
3. Ausbau und Reinigung
der Ölpumpe
Index
Zur Reinigung bzw. Prüfung der Ölpumpe muß vor deren Ausbau
zu nächst das Öl aus dem Motorgehäuse durch Lösen der unten
am Motorgehäuse vorne auf der linken Seite befindlichen Verschlußschraube
ab gelassen werden. Nun löst man die zwölf Befestigungsschrauben der
Ölwanne und nimmt diese ab. Damit ist die Ölpumpe zugänglich
und nach Abnahme des Sicherungsdrahtes aus den zwei Schrauben kann das Ölpumpensieb
herausgenommen werden. Dieses ist vor dem Wiedereinbau gründlich zu reinigen.
Zum Ausbau der Ölpumpe selbst ist aus den nun zugänglichen weiter
oben sitzenden zwei Befestigungsschrauben der Sicherungsdraht zu entfernen.
Nach Lösen dieser Schrauben kann die Ölpumpe herausgezogen werden.
.Vor dem Wiederzusammenbau soll das Motorgehäuse gründlich durch gespült
und besonders die Ölwanne von angesammeltem Schlamm ge reinigt werden.
Nach dem Wiederzusammenbau und Einsetzen der Ölpumpe in das Motorgehäuse
überzeuge man sich durch Prüfung mit etwas Öl, ob die Pumpe richtig
eingebaut wurde, d. h. ob beim Drehen des Antriebsrades reichlich Öl gefördert
wird. Beim Einlegen von neuen Dichtungen ist es wichtig, darauf zu achten, daß
zwischen Ölpumpendeckel und Gehäuseflansch die Bohrung zu dem Steigrohr
nicht verdeckt wird. da sonst die Schmierung ausbleibt und schwerer Schaden
an den Motorlagern entsteht.
4. Ausbau des Vorderrades
Index
Hierzu wird die Maschine am besten vorne unter dem Motorgehäuse soweit
unterlegt, daß das Vorderrad etwas frei vom Boden steht. Nun muß
die an der linken Gabelfaust angeordnete Klemmschraube 1 ge kockert werden und
die Steckachse 2 im Uhrzeigersinn mit dem aus der Abbildung ersichtlichen Werkzeug
herausgeschraubt werden (Linksgewinde!) Nachdem die Steckachse 2 ganz herausgezogen
wurde, ist das V orderrad frei. Beim Einbau ist darauf zu achten, daß
die am Bremsbackenhalter vor gesehenen Nasen richtig in die entsprechenden Nuten
an der Gabelfaust zu sitzen kommen. Ferner muß die Steckachse vor dem
Wiedereinbau gründlich gereinigt und leicht eingefettet werden. Nach dem
Einschrauben und Festziehen der Steckachse 2 ist die Gabel einige Male kräftig
durch zufedern und dann darf erst die Klemmschraube 1 an der linken Gabelfaust
angezogen werden.
5. Ausbau des Hinterrades
Index
Man stellt die Maschine auf den Kippständer und löst die Streben 1
für das hintere Schutzblech. Dann schraubt man die Mutter 2 der Steckachse
mit Scheibe 3 auf der Antriebsseite ab. Nach Lösen der Klemmschraube 4
für die Steckachse auf der linken Radseite kann die Steckachse 5 unter
Zuhilfenahme eines Dornes 6 herausgezogen werden. Das Schutzblechende wird.
hochgeklappt und das Rad nach links von den Bremsbacken abgezogen und herausgenommen.
Zur Beachtung Das Hinterrad niemals auf die Flanschfläche legen,
um diese nicht zu beschädigen. Beim Wiedereinsetzen darauf achten, daß
die Fläche der Naben und deren Verzahnung und die Steckachse vollkommen
sauber sind. Die Steckachse vor dem Einbau leicht einfetten.
6. Reifen
Index
Auflegen der Reifen : Das Rad flach auf den Boden legen Bei dem Ventilloch beginnend
(bei A, siehe Abbildung), wird der eine Wulst ins Tiefbett eingelegt und die
andere Hälfte desselben bei den Einkerbungen B über
das Felgenhorn gedrückt; nun den leicht aufgepumpten Schlauch einlegen,
indem man das Ventil durch das Ventilloch steckt und die Felgenmutter um einige
Gänge aufschraubt. Das Ventil muß dann wieder bis zur Felgenmutter
in den Reifen gedrückt werden und der zweite Wulst muß auf der dem
Ventil gegenüberliegenden Seite gut im Tiefbett liegen, um
ihn auf der Ventilseite ebenfalls über das Felgenhorn drücken zu können.
Dann Reifen aufpumpen, richtigen Reifensitz feststellen, d. h. die Kennlinie
muß ringsherum gleichmäßig sichtbar sein, Luftdruck prüfen.
Abnehmen der Reifen : Luft ablassen und ringsherum die Wulst der Decke aus ihrem
Sitz drücken; Felgenmutter abschrauben und das Ventil in den Reifen hineindrücken,
damit das Tiefbett am Ventil für die Montage frei wird. Nun kann der eine
Reifenwulst gegenüber dem Ventil in das Tiefbett gedrückt und am Ventil
über das Felgenhorn gehoben werden. Vor der Abnahme des zweiten Wulstes
muß der Schlauch herausgenommen werden. Das Flicken des Schlauches wird
durch die jedem Rad in der FIickzeug schachtel mitgelieferten selbstvulkanisierenden
Flecke sehr einfach gestaltet. Man reinigt die zu flickende Stelle mit Glaspapier
oder mit dem angerauhten Deckel der der Flickzeugschachtel beiliegenden Talkumstreubüchse
(niemals mit Benzin) und bestreicht sie mit Gummilösung;
Aufziehen von Drahtseilreifen auf Tiefbettfelgen
nach dem Trocknen zieht man die Schutzschicht von der Innenseite des Fleckens
und drückt den Fleck überall fest an. Dann legt man der Schlauch,
nachdem man ihn etwas mit Talkumpuder eingestreut hat wieder in die Decke und
macht das Rad wie vorseitig beschrieben fertig Die beim Fahren entstehende leichte
Wärme bewirkt ein Vulkanisieren des Fleckes und sichert eine stets luftdichte
Verbindung desselben mit dem Schlauch.
Ist dem Fahrer die Möglichkeit gegeben, den Schlauch heißvulkanisierer
zu lassen, so ist vorzugsweise vor dem Kaltvulkanisieren dieses vorzuziehen.
Schaltplan:
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